Osram-Haus
Baugenehmigung für Umbau in Essen
Eine gute Nachricht für die Essener Innenstadt: Das bisher leerstehende, 1928 errichtete Osram-Haus, direkt am Ruhrschnellweg gelegen, bekommt eine neue Nutzung: Es wird komplett entkernt, aufgestockt und zu einem Hotel mit 144 Zimmern umgebaut. Kürzlich erhielt das planende Büro MPP Meding Plan + Projekt (Hamburg) die Baugenehmigung.
Das vom Architekten Ernst Knoblauch errichtete Osram-Haus wurde bereits 1987 unter Denkmalschutz gestellt. Mit seiner Werksteinverkleidung, den Original-Fenstergittern und der starken horizontalen Gliederung durch Wechsel von Backstein- und Putzstreifen ist es ein klarer Vertreter des neuen Bauens der 1920er Jahre.
Auf Grund seiner großen Geschosstiefen von bis zu 21 Metern war es schwierig eine geeignete Nutzung zu finden. Nach zehn Jahren Leerstand wurde nun aber, nach intensiver Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde, ein Weg gefunden. Das bislang siebengeschossige Haus wird aufgestockt: Ein weiteres Staffelgeschoss, das sich gestalterisch klar von der bisherigen Fassade abhebt, wird das Gebäude ergänzen ohne seine ursprüngliche Gestaltung zu verletzen.
Wie war es denn mit dem Glückaufhaus? Auf dem Bau-Plakat mit dem Slogan "Umbau und Erweiterung" ,verstärkt durch eine Abbildung aus den 1930ern, wurde uns der koplette Erhalt vorgegaukelt. Doch plötzlich war das gesamte Bauwerk abgerissen und nur 3/4 der Fassade blieb (wohl zur Besänftigung) stehen. Um der verbliebenen Architektur noch einen höhnischen Tritt zu versetzen, wurde das ganze Gebäude noch über die ursprüngliche Dachhöhe aufgestockt. So bildet das Glückaufhaus heute ein klägliches Pendant zur Erlöserkirche, deren Verantwortliche auch Schritt für Schritt die charakteristischen Merkmale, die der berühmte Architekt Schwechten schuf, vernichteten.
Das OSRAM-Haus muss um jedem Preis in den Originalzustand versetzt werden, der bis Mitte der 1950er noch bestand. Also ohne verputze Streifen, mit einer durchgehenden Glasfront in der vorderen Ecke des Treppenturms, Vervollständigung der Gitter im Erdgeschoss, etc. Und wenn es schon eine Aufstockung geben muss, dass sollte ein Blick in die Pläne des Architekten Knoblauch geworfen werden, denn da gibt es eine Version mit einem weiteren Obergeschoss.
Die Rückführung zum Ursprung ist eine einmalige Chance für das Denkmalamt, die Misere des Glückaufhauses am OSRAM-Haus wieder gut zu machen.