Eine halbe Milliarde für das LAB
Bauforschungszentrum in Bautzen kann starten
Seit dem kürzlich ergangenen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimafonds herrscht vielerorts Ratlosigkeit und Krisenstimmung hinsichtlich des aktuellen und kommenden Bundeshaushalts. Da lohnt ein zweiter Blick auf Sachsen, wo das Forschungszentrum Living Art of Building (LAB) aufgebaut werden soll. Es scheint trotz der momentanen Situation nicht gefährdet.
Das „Bundesforschungszentrum für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen“ wird in Bautzen angesiedelt sein und dient nicht zuletzt der Strukturförderung in der Lausitz. In seiner Sitzung am 17. November 2023 hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossen, für das Living Art of Building in den nächsten fünf Jahren insgesamt 68,6 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Da diese Gelder laut Aussage des Landkreises Bautzen nicht aus dem Klima- und Transformationsfonds stammen, sondern im regulären Bundeshaushalt verankert sind, dürfte es keine Probleme geben. Überhaupt sind die Bundesmittel im Vergleich zu den vor Ort bereitgestellten Finanzen eher gering. Denn bis zu 450 Millionen Euro Investitionskosten sollen aus Strukturwandelmitteln der Landkreise Bautzen und Görlitz kommen.
Geleitet wird das LAB von Bauingenieur Manfred Curbach von der TU Dresden. Er gilt als einer der führenden Köpfe im Bereich Carbonbeton und war unter anderem am Experimentalgebäude Cube in Dresden beteiligt. Zum LAB sagt Curbach: „Vor uns liegen drängende Fragen wie Reduzierung des CO2-Ausstoßes in der Bauwirtschaft oder höhere Energieeffizienz. Wichtig ist, dass wir uns im LAB auf das Herstellen von Gebäuden anstatt auf den reinen Betrieb konzentrieren.“
Zu Struktur und Zielsetzung der Institution schreiben die Verantwortlichen, dass man mit vier Modulen beginnen werde, die die „größte positive Wirkung auf den Klimawandel“ entfalten sollten. Erstens geht es um die „Verlängerung der Lebensdauer von Gebäuden, unter anderem durch die Weiter- und Neuentwicklung von Materialien und Methoden“. Zweitens will man die „Chancen der Digitalisierung in Verbindung mit Neubauten“ untersuchen, wobei man insbesondere auf Leichtbaumaterialien und nachhaltiges Design setzt. Das dritte Modul befasst sich mit „mineralisch gebundenen Materialien, konkret mit biobasierten Betonen und Baustoffen sowie mit der Klimaneutralität des Bauens“. Nicht zuletzt möchte man im vierten Modul die „immensen Ressourcenverluste bei Abbruch, Umbau und Bauen verringern“. (gh)
Die für das LAB vorgesehenen Mittel i.H. von 68,6 Mio. EUR betreffen fünf Jahresscheiben á 13,7 Mio. EUR. Die in dem Artikel genannten 450 Mio. EUR sind Strukturfördermittel für die Lausitz u.a. auch für die Städte Görlitz und Bautzen. @ Hinrich Schoppe: Wer spricht von "aufwendigen Neubauten, für die Unsummen aufgewendet werden"? Aber ja, hier wird das (Neu) Bauen erforscht, und das ist in vielerlei Hinsicht bitter nötig.
Demografischer Wandel haben Sie schon mal gehört oder? Deutschland und Japan wechseln sich immer ab wer gerade die Weltweit ältestete Gesellschaft ist - nächstes geht jedes 1 Millionen Babyboomer in Rente... Da hilft auch die KI nicht. Nur noch weniger Bauen.
Spaß beiseite, tut mir leid, dass Ihr Studium Ihnen in so schlechter Erinnerung geblieben ist, und sie unter den ortsfremden Professor*innen zu leiden hatten. Muss Ihnen leider mitteilen, dass an den meisten Unis die Professor*innen nicht aus dem Landkreis kommen, in denen die Uni steht. An manchen Unis wie der ETH Zürich sollen sogar mehr als 50 % der Professor*innen aus ganz anderen LÄNDERN kommen. Es ist aber sicher auch keine gute Uni daher...