Lernen und schwimmen
Baubeginn für Grundschule in Frankfurt
Im August 2011 hatten Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten den Wettbewerb gewonnen, drei Jahre später wird endlich gebaut: Am Montag wurde im Frankfurter Ostend der Grundstein für den Neubau der Dahlmannschule gelegt. Die Stuttgarter Architekten haben eine vierzügige Grundschule mit Ganztagesbetreuung, Zweifeldsporthalle und Schwimmbad entworfen, die jetzt in der Mitte des Stadtteils entsteht.
„Der Standort profitiert von dem verkehrsberuhigten Bereich der Luxemburgerallee und dessen Grünzug“, erläutern die Architekten. „Hier sind der Eingang der Schule sowie ein separater Zugang zur Sporthalle angeordnet.“ Durch Rücksprünge nehmen die Neubauten die Fluchtlinien der benachbarten Gebäude auf; Laubengänge und eine Pergola sollen die einzelnen Baukörper zu einem Ensemble verbinden.
Die Architekten haben die Baukörper außerdem so zueinander verschoben, dass sich zwei Pausenhöfe bilden. Jede Jahrgangsstufe der Dahlmannschule bekommt einen eigenen Klassenbereich. Im zweiten und dritten Obergeschoss des viergeschossigen Schulneubaus sind die vier sogenannten „Klassenmodule“ untergebracht; im Erdgeschoss befinden sich der Ganztagesabschnitt, Speisesaal und Aula, darüber der zentrale Lehrerbereich.
Ein beachtliches Loch wurde bereits ausgehoben – hier soll die neue Schwimmhalle entstehen. Bautechnisch ein eigenes Gebäude, wird diese über Laubengang und Pergola gestalterisch und funktional an die Schulanlage angebunden. Die Halle liegt auf Erdgeschossniveau und ist barrierefrei; im Untergeschoss sind neben der Schwimmhalle auch die Umkleiden und die technischen Anlagen für den gesamten Schulkomplex geplant. Die Anordnung hat einen Vorteil: Über einen Tiefhof erhält die Schwimmhalle natürliches Licht, ohne dabei von außen einsehbar zu sein.
Etwa 27 Millionen Euro wird der Schulneubau kosten – ab 2016 sollen hier rund 400 Schülern schwimmen und lernen. Einziger Wermutstropfen: Für die Frankfurter Schwimmvereine ist die Halle ein Stück zu kurz – das Wasserbecken wurde aus Kostengründen von 25 auf 20 Meter gekürzt...
Bilder: Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
Architektur ist zu allen Zeiten ein schwieriger Spagat gewesen und genügend Geld ist meines Wissens auch selten vorhanden gewesen.
Wichtiger scheint mir hier doch eine gewisse Mutlosigkeit zu sein, sowohl bei den entwerfenden Architekten als auch bei der preisvergebenden Jury.
Spannendere Fensteranordnungen z.B. kosten nicht mehr. Die mehr als überflüssigen horizontalen Bänderungen scheinen hilfloser Zierrat, die Volumenanordnung es wurde bereits davon gesprochen auch nicht zwingend.
wir erleben derzeit ein sehr gespaltenes verhälltnis zur gründerzeit. alle lieben diese bauten, schulämter, lehrer, eltern, kinder. aber eine neue schule so oder so ähnlich zu bauen wie damals wäre die größte anzunehmende sünde (hierarchie, verschwendung, militarismus, barrierefreiheit, belichtung, materialität, energieeffizienz,...). das ist schizophren, aber so ist unsere architekturauffassung!
an emily
oft sind "progressive" grundrissse aufgrund der schnellebigkeeit pädagogischer konzepte auch gar nicht erwünscht. "klassische" grundrisse mit nutzungsoffenen räumen erlauben flexible nutzung über jahrhunderte (s.o.). zumindest das wird manchmal versucht, aus den konzepten der gründerzeit in die jetztzeit zu transportieren, immerhin ein anfang.
an alle anderen
ein echter birk+h.
dachaufbauten schade;
fassaden wenig inspiriert;
materialität fassade - wertigkeit?
heraklith an wand - bröselt?
renderings - etwas leblos
insgesamt - könnte mehr kraft vertragen
WOW!
An die Individualtiät und Einzigartigkeit der Schulgebäude in der Gründerzeit bis vor Beginn der Bauhausbanalität kommt der hier gezeigte Bau in keiner Weise heran.