Sumatrakontor
Bau von Egeraat in Hamburger Hafencity
Und wieder ist ein Baustein des Überseequartiers im Herzen der Hamburger Hafencity fertiggestellt: Gestern wurde das „Sumatrakontor“, ein Projekt aus dem Hause Erick van Egeraat (Rotterdam), eröffnet.
Der zehngeschossige Neubau mit der ausdrucksstarken Fassadengestaltung direkt am Überseeboulevard beinhaltet vielfältige Nutzungen: ein Fünf-Sterne-Hotel, Büros und Konferenzräume, Geschäfte im Erdgeschoss sowie Apartments in den oberen Etagen.
Beim Entwerfen der zur Straße gerichteten Fassaden hat sich Egeraat nach eigenen Angaben von den Ziegelfassaden der Speicherstadt inspirieren lassen. Die geneigte Aluminium-Glas-Sandstein-Fassade, die allerdings mit ihren markanten Gebäudeecken mehr an das auch nicht gerade weit entfernte Chilehaus erinnert, wird durch mehrere Einschnitte in vier weitgehend gleiche Teile gegliedert.
Vor allem der Eingang an der Straßenecke Tokiostraße/Überseeboulevard sticht ins Auge. Hier hat Egeraat die Gebäudeecke schräg aufgeschnitten und das Innere des über die gesamte Gebäudehöhe reichenden Foyers mit einer Glasfassade nach außen sichtbar gemacht.
Die vertikal ausgerichteten Fassadenteile bestehen im unteren Gebäudeteil hauptsächlich aus roten Sandsteinelementen. Nach oben lösen Elemente aus unterschiedlich grauem Aluminium den Sandstein ab. Ein Farbverlauf von Rot zu Grau ist die Folge. Im Gegensatz dazu wurden für die Hoffassaden ganz bescheiden weißer Putz sowie Holzlattungen für die Verkleidung der Laubengänge verwendet.
Fotos: J. Collingridge
Ich sehe, wenn ich die Augen zukneife, ein mit Farbe übergossenes Haus, an dessen Fassade die Tropfnasen abwärts rinnen. Zur Seite gezogene Vorhänge zeigen die verglaste Gebäudeecke. Ein unbeschwerter Materialmix pflastert die Fassade. Dramatisch geneigte Wände erzeugen jene Spannung, die dem Gebäude ansonsten fehlt.
Anders als "lars k" sehe ich Assoziationen zur Speicherstadt, zeitgemäß interpretiert.
Natürlich muß man das Objekt vor Ort und im Kontext der Gesamtsituation auf sich wirken lassen, bevor man sich ein endgültiges (selbstverständlich nur subjektives) Urteil bilden kann.
Ach: und an das Chile-Haus, also bitte, erinnert das überhaupt nicht. Spitze Ecken sind nicht gleich spitze Ecken!! Handwerklich, städtebaulich und atmosphärisch steht das Chile-Haus auf einem anderen Planeten als dieses Sumatrakontor!!
Die Fassade ist total unruhig und geht mir persönlich ziemlich schnell auf die Nerven. Vielleicht hat es auch was damit zu tun das in der Hafencity eh schon ziemlich viele unterschiedliche Fassadenstile zu finden sind.
Interessant finde ich auch noch das die zwischen den Fassadensteinen hervor tretenden dünnen Aluminiumscheiben den Regen wie er in Sumatra vorkommt symbolisieren sollen.