Auf Achse
Bahnhofsplatz in München von Pool Leber
Allach-Untermenzing ist der 23. Bezirk Münchens im äußersten Nordwesten der bayrischen Landeshauptstadt. In bester Vorstadtlage mischen sich hier Reste dörflicher Bebauung mit ausgedehnten Gewerbegebieten. Knapp 16 Minuten dauert die S-Bahnfahrt vom Münchner Hauptbahnhof nach Allach, dessen Bahnhofsgebäude modernisiert und der zugehörige Oertelplatz von einem Verkehrs- zum lebendigen Quartiersplatz entwickelt werden sollte. Dafür schrieb die Stadt 2016 einen Gestaltungswettbewerb aus, den Pool Leber Architekten (München) gewannen. Für Außenanlagen und Platzgestaltung waren Zaharias Landschaftsarchitekten (München) verantwortlich. Die Umsetzung ist nun abgeschlossen.
Vorrangiges Ziel der Neugestaltung war es, einen öffentlichen Raum mit umfangreicher Begrünung und hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen – umso mehr, als im Süden des Platzes fast zeitgleich ein neues Einkaufszentrum errichtet wurde. Im Norden konzentrieren die Architekt*innen die Umsteigebereiche von Fahrrad und Auto auf Bahn und Bus mit Bushaltestellen und einer neu überdachten Einfahrt zur Tiefgarage. Hier galt es, den verschiedenen Verkehrsarten eine weithin sichtbare, klare Ordnung zu geben. Südlich der zentralen Achse, die direkt zum S-Bahneingang führt, wurde vor dem Einkaufszentrum ein kleiner Marktplatz freigelassen.
Wichtigstes Element der Ordnung sind die unterschiedlich hohen Dächer. Das markanteste Dach ist die langgestreckte Horizontale, die sich vom Bahnhofseingang nach Norden und Süden aufspannt. Darunter liegt in einem luftig hellen Zwischenraum das doppelstöckige Fahrradregal für bis zu 448 Drahtesel: „Das lange Dach über den Fahrradständern bildet nach Osten einen Platzabschluss und erfüllt somit eine ähnliche Funktion für den Busbahnhof wie das Einkaufszentrum für den Quartiersplatz“, schreiben Pool Leber.
Die kräftigen, horizontalen Linien der Betondächer sind unterschiedlich hoch, dazwischen markiert eine große Laterne den Eingang zur S-Bahnunterführung. Die gelben und grünen Profilglasstreifen in den robusten Fassaden nutzen das Tageslicht, um die knapp 100 Meter lange Anlage im Tageslicht leuchten zu lassen – nachts werden die Glaselemente hinterleuchtet, um, wie es heißt, einen „angstfreien Raum bis in die entlegensten Dachbereiche zu bilden.“ Eine Photovoltaikanlage auf den Dächern versorgt den Platz mit Strom. (fh)
Fotos: Brigida González
...wir sind uns schon darüber einig, dass wir hier nicht von einen billy-regal sprechen, sondern von einem bahnhof oder? liebes Baunetz, dann bitte die tagesmeldungen zukünftig ergänzen mit "architekturen" von supermarktketten, systemparkgaragen usw damit wir leser besser filtern können, was baukultur ist und was stangenware. dann wird auch der vergleich zu gesammelten werken deutlich, die dazwischen stehen, den "völlig okay" bauten, denen wir täglich begegnen, mit denen unsere zunft vermutlich prozentual am meisten planerisch zu tun hat - ich übrigens auch. was mir entgegen ol_wei richtig auf den senkel geht, ist, dass wir hierbei offensichtlich von "okay" bauten sprechen. uns andererseits fachfremde absprechen, überhaupt noch einen funken von gestalterischer qualität zu beherrschen scheinen - von dem moment an wird es dann peinlich... all die weisen zitate namhafter architekten scheinen hier vergebens, all die überlegungen zur nachhaltigkeit scheinen völlig überlüssig zu sein wenn man sieht, wenn aus einem anspruch, einer aufgabe am ende nur ein "völig okay" herauszubringen ist. die gestaltung ist doch gegenwärtig der letzte strohhalm unserer zunft, an dem wir alle anderen, überwiegenden disziplinen sinnhaft miteinander verschmelzen könnten. twp tga bw, bauvorschriften regelwerke sind nunmehr tonangebend - das ganze ist am ende wie in diesem beispiel mit farbigen industieglas zu schmücken ein netter versuch, der mühevollen arbeit der koordination und abstimmung noch ein antlitz zu geben, weil wir menschen ja nunmal visuelle kreaturen sind und bislang auch bleiben werden... es kann nicht reichen, das wir wie hier gezeigt, gebäude öffentlicher nutzung einer gleichgültigkeit unterwerfen mit der vermeintlichen aussage " das wird schon irgendwie okay sein". nur zu gut kann ich mir vorstellen, wie das planungsbüro hier die mühe unternommen hat, ein gutes ergebnis zu erzielen - völlig klar. ...aber das wir hier am ende unseren eigenen berufkollegen dann noch dafür danken sollen, dass der bauträger es hinbekommen hat, kein schlimmes bauwerk in die landschaft zu stellen, spricht doch für die entmündigung unserer branche... wer hat das zeppter inne? wie soll unserer gebaute umwelt einmal aussehen? wie lange hat "gestaltung" bestand? was wollen wir erreichen - mit unseren fähigkeiten, mit unseren kompetenzen? naja, hmmm ...ich für meinen teil werde mir heute wieder eine gurkenmaske auflegen - vielleicht noch mal eine neue idee überlegen, wie ich mein container-delphin-tattoo mit einem qr-code verschönern kann... ....ooookayyyy....... liebe grüße eure tine
Gut gemacht, Pool+Leber. Und das ist auch schon eine Leistung!
...und dieser wird jetzt beides haben...;) ja, hast ja recht, deutsche bahnhöfe sehen nicht gerade aus wie ein kuschelsofa von ikea... in der schweiz hingegen wird fifty shades of grey total abgefeiert... ...ich bin doch gar nicht überheblich...oder etwa doch?? ...ich wollte halt auch mal meinen senf dazugeben...lass mich doch...das baunetz hat "ok" gesagt zu meinem kommentar, ich war nicht mal höflich dabei...wollen die, das wir uns streiten? nicht im ernst oder? die lassen das einfach so zu, dass ich mich hier über den farbcode vom 70ér jahre bahnhof auslasse... die wollen uns architekten gegeneinader aufbringen! baunetz legt den finger in die wunde: architekten sind sich nicht grün!
überhaupt geht mir die besswerwisserei und überheblichkeit ziemlich auf den senkel. kommt mal in der realität deutscher bahnhöfe an, die haben durchweg grössere probleme als grünpastellige barcodes