Ankommen in Santiago de Compostela
Bahnhofserweiterung von estudio Herreros
Nach fast 15-jähriger Planungs- und Bauzeit ist die Umgestaltung und Erweiterung des Hauptbahnhofs in Santiago de Compostela 2025 fertiggestellt. Den Entwurf lieferte das Madrider Büro estudio Herrero, das sich 2011 in einem internationalen Wettbewerb der staatlichen Bahn ADIF durchsetzen konnte. Ziele waren eine Modernisierung der Bahnanlage für den Hochgeschwindigkeitsverkehr, eine bessere städtebauliche Einbindung in der galizischen Pilger-Metropole und der Ausbau zum intermodalen Verkehrsknotenpunkt. In diesem Kontext war bereits 2022 der Neubau des nahegelegenen Busbahnhofs realisiert worden. Wie die Lokalpresse vermeldete, wurden in das Projekt circa 53 Millionen Euro investiert, die Mittel dafür kamen unter anderem aus öffentlicher Hand und aus EU-Geldern.
Bisher trennte die am Rand der Innenstadt verlaufende Bahntrasse das historische Zentrum von den südlichen Vororten ab. Dass so der ebenfalls südlich an die Schienen angrenzende und topografisch tieferliegende Naturpark Las Brañas del Sar relativ unberührt blieb, war der einzige Vorteil dieser Situation. Um sie zu verbessern, planten estudio Herrero quer über den Gleisen ein neues Passagierterminal auf Höhe der Innenstadt. Es ist mit dem auf Gleisniveau befindlichen alten Bahnhofsgebäude verbunden und integriert eine Fußgängerbrücke, die zum ebenfalls tiefer liegenden Busbahnhof auf der anderen Seite der Trasse führt.
Zu beiden Seiten der von Norden nach Süden verlaufenden Brücke entstanden neue Vorplätze. Der Höhenunterschied zwischen Gleisen und Stadtebene wird mit Treppen, Rolltreppen und Aufzügen überwunden. Zwei Erschließungskerne liegen an den jeweiligen Enden der Brücke. Die Bahnsteige erreicht man über Fingerbrücken. Über ihnen spannt sich noch die erhaltene alte Überdachung.
Für die neue Bahnhofshalle wurde eine große Plattform aus vorgefertigten Betonpfeilern und -platten errichtet, auf der eine leichte Stahlstruktur sitzt. Die Fassaden bestehen aus goldfarbenem Streckmetall und transluzent verglasten Flächen. Ein Zinkdach schließt den Baukörper ab. Auch die zweigeschossige Fassade des Laden- und Bürotrakts an der Verbindungsstelle zwischen Passerelle und alter Bahnhofshalle besteht zu großen Teilen aus Strukturglas. (da)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- estudio Herreros
- Projektleitung:
- Abraham Piñate
- Projektteam:
- Victor Lacima, Martha Sosa-Días, Beatriz Salinas, Irene Rodríguez, Manuel García-Lechúz, Alberto Martín, Igor Bragado, María Escudero, Alex Orive, Ana Torrecilla, Raúl García, José Baldó, Inma Soler
- Projekt-Ingenieur:
- Prointec y BACBCG
- Bauleitung:
- INECO
- Bauherrschaft:
- ADIF, Administrador de Infraestructuras Ferroviarias
- Fläche:
- 12.850 m² Bruttogrundfläche
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