Rettet Robin Hood!
BAUNETZWOCHE über bedrohten Bau in London
Der poetische Titel „Robin Hood Gardens“ führt im Londoner Norden direkt zu zwei grauen Wohnblöcken aus Beton. Man muss schon genau hinschauen, um in den beiden verwahrlosten Gebäuden ein Stück Architekturgeschichte aus der Feder von Alison und Peter Smithson zu erkennen. Wie gut, dass es sowieso die Art der BAUNETZWOCHE ist, genauer hinzuschauen...
Und wo wir schon bei großen Architekten sind, haben wir uns auch gleich noch ein neues Buch über Frank Lloyd Wright angeschaut – und sind begeistert: Augen und Ohren (!) werden hier gleichermaßen bedient.
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Die ganzen Häuser sind sozialer Brennpunkt in Mitte, da ist nix mit hip!
An der Stelle war die DDR knochenhart, da hat sie wirklich alles, was an Stadt noch vorhanden war für ne billige Vorstadtsiedlung platt gemacht.
Ich glaube Ihnen dass man wirklich glücklich in diesem HH-Silo leben kann, falls die Wände (welche dünner wie ne Kühlschranktür sind) vom vorbeirauschenden Verkehr, der direkt vor den Häusern verlaufenden autobahnähnlichen Leipziger Strasse (einziger Unterschied zur Autobahn ist die Geschwindigkeitsbegrenzung und die Ampel), nicht ständig erzittern.
Herr Kempf sie haben wie immer vollkommen Recht!
Waren Sie schon mal in Asien? Sie geben sich ein asiatisches Alias, da läge ja der Schluss nahe. Da leben Millionen von Menschen in "so großen" Wohngebäuden. Und ob Sie´s glauben oder nicht, signalisiert der Umzug in ein modernes Wohnhochhaus an vielen Orten der Welt den sozialen Aufstieg, und die Menschen leben gerne dort, fühlen sich garnicht "wie Ratten im Käfig". Ähnlich erging es interessanterweise den Bewohnern der Plattenbauten im Berliner Osten. Überdurchschnittlich viele junge, gut ausgebildete Paare mit Kindern lebten dort Anfang der 90er. Menschen, die mehr als froh waren, endlich den unsäglichen Zuständen in heruntergekommenen Bezirken wie Friedrichshain entkommen zu sein. Ich erinnere mich sehr gut daran, weil diese Zeit genau der Beginn meines Studiums war und natürlich an meiner West-Berliner Universität permanent (Diplom-) Entwürfe und Seminare zu vermeintlichen Problem-Bezirken wie Marzahn oder Hellersdorf abgehalten wurden. Allerdings wurde auch bald klar, dass die ostdeutschen Bewohner ihr zuhause ganz anders wahrnahmen als viele westlich geprägte Studenten und Professoren, die fast alle reflexhaft Christiane-F-Bilder der Gropiusstadt im Kopf hatten. Wir Wessis fanden dafür den wilden Osten im Prenzlauer Berg wildromantisch und pittoresk. Für viele Ossis war es dagegen oft nur die heruntergekommene Wohnmisere mit Ofenheizung und Klo auf der Etage. So einfach ist das nicht mit dem Massenwohnungsbau und der Geschosshöhe...Und Sprengen ist nur in ganz wenigen Fällen "schon der richtige Ansatz", weil damit nämlich in den seltensten Fällen das eigentliche Problem behoben wird.
Verwahrlosung entsteht nämlich nicht durch Architektur, sondern hat viel tiefere soziale Ursachen. Beseitigt man diese (nur ist das leider sehr viel aufwendiger und teurer, politisch und medial nicht ganz so spektakulär), stellt sich meist die positive Beziehung zum Wohnumfeld von selber ein. Fragen Sie mal die Bewohner der Berliner Unité...