Wer ist Katt Both?
Ausstellung in Kassel
Nicht viele kennen die Bauhaus-Architektin Katt Both. Es sei denn man hat kürzlich im BauNetz gelesen oder war in Kassel unterwegs. Dass historische Architektinnen oft unsichtbar hinter ihren Werken bleiben, ist leider keine Seltenheit. Die Universität Kassel will das ändern und lädt zur Ausstellungseröffnung „Katt Both. Bauhaus-Architektin aus Kassel“ am kommenden Dienstag, 10. Februar 2026.
Der kürzlich entdeckte Nachlass Katt Boths war Anlass für das Fachgebiet um Architektin Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und ihre Studierenden, die Ausstellung gemeinsam mit Kunsthistorikerin Ute Maasberg zu entwickeln. Ergänzt wird die Schau von Beiträgen Studierender der Kunsthochschule Kassel sowie internationalen Kunstpositionen, ausgewählt von der freien Kuratorin Sabine Kienzer. Diese sollen Leben und Werk von Both aus heutiger Sicht kontextualisieren.
Präsentiert werden originale Pläne, Fotos und andere Dokumente, die den Einfluss der Architektin auf das Neue Bauen deutlich machen. Sie wirkte unter anderem maßgeblich am Marie von Boschan Aschrott-Altersheim und der Rothenbergsiedlung in Kassel mit – beides Projekte, die bereits 1932 in der Ausstellung „Modern Architecture“ im MoMa (New York) gezeigt wurden.
Die Ausstellung will auch „die Leerstellen und entdeckten Brüche in Katt Boths Biografie“ thematisieren: „Wie alle Architekt*innen musste sie sich 1938 in die Reichskulturkammer eintragen lassen, um ihren Beruf in Deutschland ausüben zu können. 1942 wurde Katt Both Mitglied der Nationalsozialistischen Partei und erhielt eine Anstellung beim Deutschen Frauenwerk. Sie wollte von da aus den sozialen Wohnungsbau der Nachkriegszeit mitgestalten, wechselte aber nach fünf Monaten in das Büro des Bauhaus-Architekten Ernst Neufert.“
Eröffnung: Dienstag, 10. Februar 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 11. Februar bis 8. März 2026
Ort: Ausstellungshalle der Kunsthochschule, Menzelstraße 13, 34121 Kassel