Pavillons für die Karl-Marx-Allee
Ausstellung im Kino International in Berlin
Die Berliner Karl-Marx-Allee soll nicht nur auf die Unesco-Welterbeliste, sondern auch fertig gebaut werden. Von den zur Planungszeit angedachten elf Pavillons wurden nur sechs gebaut. Fünf weitere und ein Sonderbau sollen nun als Neubauten das Nachkriegsensemble ergänzen. In einem Werkstattverfahren wurden im November 2019 drei Architekturbüros für die Planung ausgewählt: Kawahara Krause (Hamburg), AFF (Berlin) und mghs Architekten (Berlin) mit Rolf Mühlethaler (Bern). Deren Entwürfe sind nun erstmals ab Mittwoch, 6. Oktober 2020, im Kino International an der Karl-Marx-Allee ausgestellt.
Anknüpfend an die bestehenden Bauten waren die formalen Vorgaben strikt: T- oder L-förmiger Grundriss, maximal zwei Geschosse, transparente Materialien für Einblicke von der Straße, Orientierung der Fassaden am Bestand. Dennoch sollen die Bauten keine Kopien, sondern zeitgemäße, moderne Neuinterpretationen sein. Für drei der Pavillons steht die Nutzung bereits fest: Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte WBM wird zwei Pavillons bauen.
Kawahara Krause Architekten planen die westlichen L-Pavillons zur Otto-Braun-Straße. Ihre Pavillons haben Schauseiten nach beiden Achsen hin. Wie die meisten der historischen Pavillons haben sie einen doppelgeschossigen Raum mit Galerie. Den um die Ecke geführten Saal überspannen die Architekt*innen mit einer hölzernen Kassettendecke. Die Fassade entspricht der des Pavillon gegenüber dem Kino International, der aktuell von einem Bergsportladen genutzt wird.
AFF planen drei T-förmige Pavillons in der Mitte der Karl-Marx-Allee. Diese sind aus Beton und haben Glasfassaden zur Straße. Die Seiten sind – wie am Kino – mit Betonformsteinen verkleidet. In zwei der beiden sollen das Museum der Dinge und die Neue Gesellschaft für Bildende Kunst nGBK einziehen. Beide Institutionen müssen aus ihren Räumen in der Kreuzberger Oranienstraße ausziehen.
Mghs mit Rolf Mühlethaler schließlich haben den Sonderbau für die Heinrich-Böll-Stiftung neben dem Kino International entworfen. Mit dessen Bau soll zeitnah begonnen werden. Ebenfalls L-förmig hat dieser Pavillon keine verglaste Front, sondern ein Gitter. Das Stützenraster lässt unterschiedlich nutzbare Räume zu.
Ausstellung: 6. Oktober bis 14. November 2020, Dienstag bis Samstag 15–20 Uhr
Ort: Kino International, Karl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin
Der Eintritt ist frei.
Sechs Teilnehmer, von denen gleich drei mit einem Auftrag belohnt werden. Da ist dann die Zulassung zur Teilnahme am Verfahren - wodurch auch immer verdient - schon die sprichwörtliche halbe Miete. Die Ergebnisse sind dann leider auch entprechend.
Das sich die Böllstiftung an dieser Verbeugung vor der spätstalinistischen Attitüde beteiligt und hier geht es noch nicht mal um die Bauten sondern schlicht um totalitären Städtebau. Seit dem genüsslichen zerknabbern von Erichs Lampenladen, alias Palazzo Prozzi nach dem früher wirklich keiner gekräht hat, wird jede Osterinnerung zum Politikum. Werden die Wohnungen in der Karl Marx-Allee eigentlich wieder an verdiente Kader der SED Nachfolgepartei vergeben?
Wann wird endlich mal der lokale Nachwuchs gefördert?
Wieder ein Lernort für Mathias Oswald? Bevor Kollhoff noch was monumentales dazu einfällt.