Scheune 2.0
Ausbildungswerkstatt in Berlin fertig
Im Dezember 2009 wurde in Berlin-Grünau auf dem Gelände des Gutshauses Falkenberg aus dem 18. Jahrhundert ein Ausbildungszentrum für Restauratoren und Tischler fertig gestellt. Die Pläne stammen von dem jungen Berliner Büro UTArchitects (Tim Bauerfeind, Henning v. Wedemeyer).
In dem denkmalgeschützten Gutshaus sind Personal-, Verwaltungs- und Schulungsräume untergebracht, während auf dem Hof eine neue Werkhalle entstand, in der die praktische Ausbildung stattfindet.
Die neue Werkhalle, von den Architekten auch „Scheune 2.0“ genannt, macht das Gebäudeensemble heute wieder zu einem Dreiseitenhof. Die zum Hof und zum Altbau gerichteten Fassaden sind gebäudehoch verglast, während die Straßenfassaden geschlossen sind und nur schmale Fensterschlitze aufweisen. Fassade und Dach der Halle formen eine kontinuierliche Gebäudehülle, unter der die Werkstatträume auf zwei Ebenen organisiert sind.
Die metallene Außenhaut überkragt die Glasfassaden bis zu vier Meter und bildet natürlichen Sonnen- und Wetterschutz sowie eine Schallabschirmung zur benachbarten Wohnbebauung. Der Raum unter dem auskragenden Dach dient als temporäre Lagerfläche und im Sommer als erweiterter Arbeits-, Schulungs- und Pausenbereich.
Die äußere Geometrie der Halle ist den Dachkanten des historischen Gutshauses abgeleitet und ist niedriger als der Altbau. So bleibt das alte Gebäude als Kopf der Anlage sichtbar, die Werkhalle dagegen tritt in den Hintergrund und wird vom Hof aus als offene Hülle wahrgenommen, deren Innenraum sich mit dem Hofraum verbindet.
Das Gebäude wurde als Holzskelettbau errichtet. Geschlossene Wand- und Dachflächen haben außen dunkelbraunes Wellblech und sind innen aus weiß gestrichenem Gipskarton. Alle anderen Oberflächen im Innenraum bestehen aus Fichtenholz.
Fotos: Ulrich Schwarz, Berlin
und anscheinend auch mit angemessenen budget...
zur diskussion strebe oder nicht strebe ...
selbst wenn man mit hohem statischen aufwand die schrägstreben wegbekommen hätte ... wäre es nicht gut ... denn ohne die schrägstreben unter dem vordach würde dieses rein optisch runter- hängend wirken ... sind halt auch fürs auge wichtig ...
respekt !!
Ich möchte hier ja keine Grundsatzdebatte führen, aber Besserwisserei (besser wäre, schöner wäre etc.) ist für mich keine konstruktive Kritik.
Als Kritiker sollte man auch ertragen können, dass seine Meinung nicht immer geteilt wird - das gehört mit zum Spiel.
Zu den statischen Exkursen möchte ich mich hier nicht im Detail verbreiten. Ein Holzskelettbau hat aber halt auch eigene Gesetzmäßigkeiten und Auskragungen bis zu 4m sind da "materialgerecht" wirklich nur schwer in ca. 30 cm Bauteilhöhe unterzubringen. Ich glaube daher auch nicht, dass das Problem in der Planung nicht bedacht war, da der gesamte Entwurf gut durchdacht ist. Aber "Vermutungen" helfen da auch nicht weiter, diskutiert das Thema doch mal in einer Statikvorlesung ;O)
Und das nur Architektsein allein für gute Gestaltung ausreicht, widerlegt leider auch unsere gebaute, reale Umwelt. Da sind wir einer Meinung.
Aus schlechten Studenten können halt auch nur schlechte Architekten werden. Und Gute und Schlechte gibt es in jeder Profession, ein Vorteil für die Guten.
Wir haben ja beide erkannt, das die Scheune 2.0 ein tolles Projekt ist. Wenn Du das später auch so hinkriegst bist Du defintiv bei den Guten - viel Erfolg dabei - weitermachen.
Die nötige Emotion und das Engagement hast Du ja schon. (Bitte das Du nicht übel nehmen, aber angemessen - würde ich auch Dir zugestehen.)
Abgesehen davon habe ich die Rubrik "Kommentar" bei baunetz.de immer als, naja, Stelle der Meinungsäußerung gesehen. Dazu sollte sich kein Mensch ("wir sind alle nur intelligente Affen") Hinweisen und Meinungen verschließen, auch wenn sie von noch so "niedrigen Lebensformen" (omg: Student!!!) stammen, es könnte ja was dran sein.
Auch die Aussage: "Tja, ich bin halt Architekt" ist leider kein Granat für Qualtitä in der Gestaltung. Bei dem was manch ein "Architekt" in die Landschaft stellt, möchte man leider teileweise nur schreiend davon laufen. [Architekt ungleich Architektur ... was leider nicht als Begriff geschützt ist ... "vier Wände, eine Dach = Architektur", seufz]. Was die praktische seite betrifft, so gibt es doch eine menge Studenten, die auch in Büros arbeiten und mittlerweile erfahren haben ... eine Wasserwaage braucht keine gewichte ... und Mehrkosten für ein Gebäude kann man Bauherren durchaus vermitteln (Thema hier: Abstützung des "Vordaches" in die Dachhülle integrieren).
...zumal die Stützen (augenscheinlich) an die Fassadenpfosten anschließen, an einer Stelle an der sie ein statisches Moment erzeugen ohne an einen Knotenpunkt angeschlossen zu sein ... ja, auch so was tut schon manch einem Studenten (-schock-) "statisch nachdenklich" machen...
((Vermutung: Dachabstützung ist eine nachträglich notwendige Konstruktion, da dieser Punkt bei der Planung (eventuell) nicht ausreichend bedacht wurde.))
-weitermachen- "...die gedanken sind frei..."