Substanzerhalt europaweit
Auftakt einer Initiative in Berlin
Mit der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) HouseEurope! wollen die Organisator*innen rund um das Berliner Architekturbüro b+ und den Lehrstuhl station+ der ETH Zürich eine gesamteuropäische Gesetzgebung erwirken, die Sanierungen begünstigt. Damit soll der immernoch vorherrschenden Praxis von Abriss und Neubau eine sozial verträgliche, ressourcenschonende und wirtschaftliche Alternative entgegengestellt werden. Im Rahmen der Reihe „JUNG Architekturgespräche“ werden am Donnerstag, 17. Oktober 2024 die Initiatoren Arno Brandlhuber und Olaf Grawert das direktdemokratische Werkzeug EBI und die mit ihm verfolgten Ziele in Berlin präsentieren.
Die Veranstaltung im Flughafen Trempelhof ist die Auftaktversammlung der Initiative und startet mit dem Screening von „Demolition Drama (Teil 2)“. Der von station+ produzierte Film untersucht das Ausmaß und die Folgen spekulationsgetriebenen Leerstands von öffentlichen und Wohngebäuden europaweit. Im Anschluss sprechen Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal, Barbara Metz (Direktorin Deutsche Umwelthilfe) und Ruth Schagemann (Präsidentin des Architecture Council Europe) über ihre Erfahrungen mit Bauindustrie, Politik, Gesellschaft und der EU-Rechtsgebung. Das Podium wird moderiert von Ivan Blasi (Direktor des EU Mies Award).
Termin: Donnerstag, 17. Oktober 2024, 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr)
Ort: Schalterhalle Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke 5, 12101 Berlin
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch notwendig.
Märkte und andere Regeln aber: 1. Die HOAI und die Einordnung von Bestandsbauten, Umbau und Erweiterung: da sind eigentlich noch viele Stellschrauben gerade auch von der Kammer besser zu justieren, um diese unsere Arbeit besser bewerten zu können. 2. KfW- und BAFA-Richtlinien: auch da braucht es viel größerer Flexibilität und entsprechendem Pragmatismus im Planungs- und Bauprozess und den entsprechenden Förderrichtlinien. Denn 3. geht's ja auch immer gerade im Bestand um das weite Feld der Eigentümer-Nutzer-Konflikte und das Moderieren dieser Konflikte und Umsetzen in gute Architektur.
doch jetzt das aber: aus der täglichen praxis weiß man, wie schwer es ist, diese so leicht aufgestellte forderung in die tat umzusetzen. bauen im bestand ist um so vieles schwieriger, komplexer, planerisch und handwerklich anspruchsvoller, unvorhersehbarer und weniger rechtssicher als neubau. all diese nachteile stehen den heutigen wünschen und anforderungen der bauherrschaft oft diametral entgegen. man muss die menschen verstehen, die sich das nicht antun und lieber neu bauen wollen. und natürlich daran arbeiten, dass bestandssanierungen beherrschbarer werden - heit vor allem: die anforderungen auf ein sinnvolles maß herunterschrauben.