Mehr Touristen, weniger Piraten
Asymptote bauen Milliardenprojekt in Malaysia
Die Straße von Malacca in Malaysia ist hierzulande wohl eher ein Synonym für Piraten denn für Weltklasse-Architektur. Dennoch will die malaysische Regierung nun etwas für die Entwicklung der Region tun und Investoren und reiche Touristen an die Küsten der alten Gewürzroute locken.
Eines dieser ehrgeizigen Projekte soll bald in der Hafenstadt Penang entstehen. Die Stadtregierung beauftragte jüngst das amerikanische Büro Asymptote Architecture unter Hani Rashid mit der Planung für ein 7-Milliarden-Dollar-Projekt. Der Masterplan des französischen Büros Atelier Seraji, auf dem der neue Mischnutzungskomplex mit Namen Penang Global City Center (PGCC) entstehen soll, umfasst eine Fläche von 256 Hektar.
Bestimmend für den Entwurf von Lise Anne Couture und Hani Rashid sind zwei sich windende, 60-geschossige Türme mit Stahl-Glasfassaden, die von einem bühnenartigen Sockelbau aufragen. In den Türmen sollen Luxus-Wohnungen und Fünf-Sterne-Hotels untergebracht werden. Der Sockelbau soll als öffentliche „Plaza“ jede Menge Läden, ein Zentrum für Darstellende Künste und ein Konferenzzentrum beinhalten.
Die Architekten erläutern diffus, dass die Befensterung der Türme sich auf das chinesische, indische und arabische Erbe Penangs bezieht. So seien die Türme „als Bezugnahmen auf asiatische mythische Symbole und islamische Minarette zu verstehen“, behauptet Rashid.
Und CO2-neutral soll das PGCC natürlich auch sein, wofür Windturbinen und eine Dünnfilm-Photovoltaikfassade sorgen sollen.
Penangs Stadtregierung rechnet für 2008 mit dem Baubeginn und 2012 mit der Fertigstellung. Der Masterplan wird aber derzeit noch sehr kritisiert, weil preiswerte Wohnungen gar nicht, nicht einmal teilweise, vorgesehen sind.
Vielleicht wird man mit einem so wenig sozial verträglichen Projekt am Ende nicht nur superreiche Touristen, sondern auch die Piraten wieder nach Penang locken – und so am Ende für mehr Ruhe in der Straße von Malacca sorgen.
..technisch sind die bilder einwandfrei gemacht..mit parametrischem design hat das nichts zu tun..dann sollte man sich die renderings und speziell die fassade von zaha's neuem rundling für madrid ansehen!
by stefan jauslin:
Parametrisches Design ist eigentlich ein eher eng gefasster Begriff; er impliziert den Gebrauch von Parametern, um eine Form zu definieren. Dieser Ausdruck ist allerdings irreführend, meint die Industrie doch in Wirklichkeit die Anwendung von Relationen. Ein Fenster beispielsweise wird nicht auf seine schiere Geometrie und zeichnerische Repräsentation reduziert, sondern steht in einer Beziehung zur Wand, in der es sich befindet. Ändert sich die Grösse des Fensters, wird die Öffnung in der Wand angepasst, ändert sich die Dicke einer Wand, werden alle Fensterlaibungen berichtigt. Der inflationäre Gebrauch des Wortes «parametrisch» erstaunt, handelt es sich doch bei der entsprechenden Technologie um einen alten Hut – zumindest in den Massstäben der Informationstechnologie. Bei näherer Betrachtung des Computergebrauchs durch Architektinnen und Architekten beginnt man die Bemühungen der Softwareindustrie jedoch zu verstehen: Kaum jemand ist in der Lage, die ausgefeilten CAAD-Programme in ihrem vollen Funktionsumfang zu benutzen, ja die meisten Anwender bedienen sich komplexer Software, welche Objekte in drei Dimensionen speichert und ganze Listen von Teilen generieren kann, nur um einfache zweidimensionale Zeichnungen anzufertigen. Will die Industrie an dem hohen Preisniveau festhalten – und das muss sie, um ihre Entwicklungskosten wieder einzuspielen –, muss sie der Kundschaft die wahren Vorzüge ihrer Werkzeuge schmackhaft machen.
sprechen wir hier von zwei sachen...?? entwurfsstrategie und o. rendering...ich bin mir fast sicher hier war revit vorher da...aber ich lasse mich gern eines besseren belehren! THX schon mal im vorraus....
die viel spannendere frage waere doch was haelt man von "parametric design" egal wer hier recht hat. am MIT gibt's 2008 nen PhD. um zu beweisen oder auch nicht, ob und wie ueberhaupt parametric design auf architektur anwendbar ist....oder nur nen grosses marketing ala gehry...
freundliche gruesse