Gewohnt wird in der letzten Lücke
Architekturquartett in Berlin
Die Podiumsgäste von Architekturquartetten haben keine leichte Aufgabe. Sollen sie doch möglichst kontrovers und ernsthaft über drei Bauwerke diskutieren und dabei auch noch das Publikum unterhalten. Bei der diesjährigen Ausgabe in Berlin, die von der Architektenkammer Berlin und der Bundesarchitektenkammer gemeinsam organisiert wird und am Donnerstag, den 14. September stattfindet, dürfte es tatsächlich hoch hergehen. Das Thema ist Wohnungbau. Unter der Schlagzeile „Gewohnt wird in der letzten Lücke! Was bedeutet das für Berlin und wie sieht Stadtreparatur in der Hauptstadt aus?“, stehen drei aktuelle Projekte zur Diskussion.
Da ist erstens Dennewitz Eins, ein Wohnhaus für 39 Eigentümer, das nach Plänen der Arge D1: DMSW architektur, sieglundalbert architekten, roedig.schop architekten am Gleisdreieckpark entstand. Zweitens steht ein Wohnungsbau am Schillerpark zur Diskussion, den Bruno Fioretti Marquez Architekten geplant haben. Und drittens wird über Sapphire gesprochen, ein Haus mit 73 Appartments in der Chausseestraße, dessen Projektentwickler mit der Popularität des Architekten Daniel Libeskind wirbt.
Nachdem Christian Welzbacher die Bauten dem Publikum vorgestellt hat, werden die Schriftstellerin Katja Lange-Müller, der Journalist Gerhard Matzig, der ehem. Direktor des Architekturzentrums Wien Dietmar Steiner und der Stadtforscher Kai Vöckler ins Wortgefecht einsteigen.
Termin: Donnerstag, 14. September 2017, 17 Uhr
Ort: Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin
Besser also - morgen nochmal kommentieren! Oder erst mal zuhören, bevor über angebliche oder tatsächliche Behinderungen losgeschrien wird.
Und zum anderen, und das ist viel wichtiger, wer hier ernsthaft die "Natürlichkeit" der Geschlechterverteilung bei den Architekten argumentiert, der braucht mal ganz schnell richtige Nachhilfestunde, wo man quasi bei Null anfängt, die mal nicht eben in den Kommentaren zu leisten ist.
Und wenn es beispielsweise Herr Papatekt auch nur ansatzweise ernst meint, wenn er hier Gründe wissen will: Google is your friend. Anstatt hier zu schwadronieren, lieber etwas Eigenfortbildung betreiben. Und wenn Herr Papatekt darauf leider keine Lust hat nach seinem langen Tag als Selbsständiger, dann ist das im Wesentlichen die Antwort auf die Frage, warum es immer noch Benachteiligung gibt: Weil nämlich viele Menschen nicht bereit sind, ihre Privilegien überhaupt anzuerkennen.
Innerhalb von Unternehmen kann ich diesen Standpunkt in gewisser Weise durchaus nachvollziehen, jedoch nicht im Bereich einer Selbsttändigkeit.
Ich würde Sie bitten, einmal zu überlegen, welche Freundinnen, Bekannte, Studienkolleginnen es nach dem Studium ernsthaft versucht haben, selbstständig zu sein um sich mit Wettbewerben, Ausführungsplanung, DIN Normen Sucherei etc. den Lebensunterhalt zu verdienen.
Welches Architektinnenbüro kennen Sie, dass jahrelang einen Wettbewerb nach dem anderen schrubbt?
Wenn einem dieser Schritt in die Selbstständigkeit schwer fällt, dann mag das vielleicht auch damit zusammen hängen, dass er für alle, also auch für die männlichen Kollegen, sehr schwer ist und der Job bisweilen fast schon brutale Züge aufweist.
Im Gegenzug dazu erscheint eine Lehrtätigkeit an der Uni oder Tätigkeiten im Bereich des szenographischen Gestaltens oder der journalistischen Arbeit für viele Architektinnen weitaus attraktiver.
Jetzt kann man sich natürlich darüber steiten, ob dieser Schwerpunkt frei gewählt wurde, oder ob die Machowelt die Frauen in diese Positionen gedrängt hat.
Vielleicht kann an dieser Stelle festgestellt werden, dass der Beruf auch für Männer sehr hart ist und dass es nicht nur Frauen sind, die angeblich unterrepräsentiert sind wenn man z.B. an die Zulassungsbeschränkungen von Wettbewerben denkt.
Dies ist in erster Linie ein allgemeiner Mangel des Berufsbildes, der aber absolut unisex ist.
Interessant zu sehen, dass es in unserer angeblich enttabuisierten Welt offenbar doch noch (oder wieder?) Tabus zu geben scheint.
Da mein Kommentar ja so unsäglich unfassbar unterirdisch und dumm war, würde ich mich doch sehr über etwas Nachhilfe und Aufklärung freuen. Bitte, liebe Kollegen und Leser, sagen Sie mir doch mal, WARUM gefühlte 85% der Büroinhaber männlich sind und WAS wir dagegen an der Basis tun können? Soweit ich weiß, ist das Geschlechterverhältnis bei ArchitekurstudentInnen seit einigen Jahrzehnten ziemlich ausgeglichen.
Und interessant hier fürs Forum: Was ist an der Situation berufsgruppenspezifisch?