Ayurveda zwischen Weiden und Lehm
Anna Heringer, Martin Rauch und Martin Schaub in Rosenheim
Die traditionelle indische Heilkunst Ayurveda hat es mittlerweile bis ins bayerische Chiemgau geschafft. Dort bietet das Kurzentrum RoSana in Rosenheim Therapien, Diäten und Tagesroutinen an, mit denen mentaler und physischer Stress abgebaut und die Gesundheit gestärkt werden sollen. Vor zwei Jahren wurde das Kurzentrum um ein Gästehaus erweitertet. Geplant und gebaut wurde das Haus von Studio Anna Heringer (Laufen), Martin Rauch (Schlins) und Martin Schaub, der als lokaler Architekt die Umsetzung des Projekts betreute.
In einem kleinen Auwäldchen zwischen Mangfall und Mangfallkanal gelegen, befindet sich die Anlage trotz Bahnhofsnähe in einem ruhigen Umfeld. Das Waldhaus ergänzt die zwei denkmalgeschützten Bestandsbauten eines ehemaligen Steinsägewerks, in denen weitere Gästezimmer, Behandlungs- und Gemeinschaftsräume untergebracht sind.
Auf 235 Quadratmetern befinden sich fünf Gästezimmer, eine Personalwohnung und ein Lager. Der längliche Grundriss zeichnet sich durch orthogonale, schräge und abgerundete Wände aus. Er „schlängelt sich entlang des Auwaldes und schmiegt sich an das wilde Wachstum“, schreiben die Planer*innen.
Das Material korrespondiert mit dem Konzept des Zentrums. Naturbaustoffe wie Holz und Lehm sollen den Geist beruhigen und auch für die Umwelt gut sein. Die Verwendung von Beton, Stahl, Schäumen und Leimen wurden auf ein Minimum reduziert. An der südlichen Stirnseite wird die mit unbehandelten Lärchenlatten verkleidete Fassade durch eine gewebte Weidenstruktur aufgelockert.
In konstruktiver Hinsicht zeigt sich das Gebäude als ein Hybrid aus Holz und Lehm. Die tragende Struktur besteht aus nicht-verleimten Brettsperrholzwänden, die im Inneren durch verschiedene Lehmbautechniken verkleidet wurden. Zum Großteil wurde auf die Flächen zwei bis drei Zentimeter starker Lehmputz mit Schilfmatten als Träger aufgebracht. An anderen Stellen wurde den Innenwänden sieben Zentimeter dicke, vorgefertigte Stampflehmelemente vorgesetzt, was auch deutliche akustische Vorteile bietet.
Nachdem Anna Heringer und Martin Rauch international zusammen Projekte wie ein Therapiezentrum oder eine Schule in Bangladesch realisieren konnten, ist das Gästehaus eines ihrer ersten größeren und gemeinsamen Objekte in Deutschland. (gk)
Fotos: Gabrijela Obert
Literaturtipps zu wiederentdeckten Baustoffen wie Lehm oder Geflecht gibt es im #BookChat bei baunetz CAMPUS
sorry, ich meinte "...also OHNE dass man das mit Überzeugungen nach aussen auflädt (also belehrend oder als Abziehbild wie ein Öko-bau sein sollte)
was ist ein "gutes Projekt"? bezieht das auch "schön" mit ein?
Ich finde es innen gut, aussen ist es mir zu sehr waldschützer-dorf-ähnlich aufgeladen.....
die balkone sind lustig, die hatte der Arno aber in Schwaben auch schon mal an nem Altenheim...
/soll SCHLAWUKI eigentlich von "schlau" kommen?
ich bin der schlawuki.
darf ich "du" sagen?
also:
du hast oft recht.
aber du solltest dich wirklich korrekter ausdrücken.
mit deinem letzten satz:
"also OHNE dass man das mi überzeugungen nach aussen auflädt"
kann keiner was anfangen.
aber ich glaube du schaffst das.
irgendwann.
und du glaubst auch das das ein gutes projekt ist.
oder?
dein schlawuki
jedoch von aussen eher eine seltsame öki-baumbesetzer-atmosphäre....
deswegen ist das "ökologische" bauen ein wenig als müsli-architektur in verruf , obwohl mans ja auch gut und schön machen kann, also OHNE dass man das mi überzeugungen nach aussen auflädt
Speziell die Region um Rosenheim kann mehr davon vertragen.
Fahr mal runter von der Autobahn, Fremder, dann weisst du was ich meine.