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17.03.2022

Im Zeichen der Mobilitätswende

15 Beispiele aus dem öffentlichen Nahverkehr


Die hohen Benzinpreise stellen aktuell nicht nur ein ökonomisches Problem dar. Für viele ist es auch ein moralisches Dilemma, in unserer alltäglichen Mobilität von Energielieferanten abhängig zu sein, die in einen Krieg verwickelt sein können. Aber auch in friedlichen Zeiten weisen Luftverschmutzung, Lärm und die Belastung des öffentlichen Raums in die gleiche Richtung: Der über Jahrzehnte geförderte Individualverkehr auf Basis fossilen Kraftstoffs muss von anderen Mobilitätskonzepten abgelöst werden.

Die Wege hin zur Verkehrswende sind vielfältig. Geht es darum, eine gute Alternative zum PKW zu schaffen, liegen große Städte mit ihrem bestehenden Netz aus Stadt-, U-Bahn- und Tramlinien im Vorteil. Berlin, Kopenhagen oder Moskau erweitern es einfach und sprechen damit noch mehr Alltagspendler an. In Wien wird voraussichtlich 2026 mit der U5 eine ganz neue Strecke eingeweiht. Ihre Bahnhöfe gestalten nach einem internationalen Wettbewerb YF architekten und Franz&Sue.

In Paris hingegen hat man schon in den 1990er Jahren die neue Linie 13 eingeführt, aber erst kürzlich mit vier U-Bahnhöfen von Atelier Zündel Cristea auch über die Stadt hinaus, in die Banlieue erweitert. Etwas ungewöhnlich ist, dass auch die mittelgroße Stadt Karlsruhe zur Entlastung des Innenstadtgebiets den Schienenverkehr in den Untergrund verlegte. Erst kürzlich wurde der Stadtbahntunnel mit Stationen von Allmann Sattler Wappner und Ingo Maurer eingeweiht. Noch viel ungewöhnlicher ist eine U-Bahnlinie im Wüstenstaat Doha, wo UNStudio die Stationen für den ersten staatlichen Vorstoß planten, das Auto durch den elektrisierten ÖPNV zu ersetzen. In der Provinz ist es nach wie vor der Bus, der auch abgelegene Orte anbinden kann. In Krumbach oder Landshut machen die Busstationen das Warten direkt zu einem Kulturerlebnis.

Einen eher restriktiven Ansatz, den Autoverkehr einzudämmen, zeigen Arup und COBE mit ihrem Wettbewerbsgewinn für eine viel befahrene Brücke in Berlin: Die dreispurige Autostraße lässt sich sukzessive auf eine einspurige reduzieren, während Fahrrad, Fußgänger und Tram mehr Platz erhalten. Dabei sei Kooperation einer der wichtigsten Faktoren für die Entwicklung und Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte, so die Direktorin der Urban Standards GmbH Sophie Stigliano 2018 in einer Baunetzwoche zur Mobilität. Vernetzung zwischen Stadtplanungs- und Verkehrsplanungsamt beispielsweise, aber auch der Austausch mit der Industrie seien wichtig. Zum Beispiel mit der Sport- und Unterhaltungsindustrie: BIG etwa planten für das US-amerikanische Oakland ein Baseballstadion mit einer Seilbahn über die Stadt zu verbinden. Ohnehin scheinen Seilbahnen einen besonders großen Kooperationswillen hervorzurufen: In Amsterdam machte eine Bürgerinitiative erfolgreich die Idee einer Seilbahn über dem Fluss IJ zu einem öffentlichen Projekt der Stadt, und im Osten Asiens wollen sich eine russische und eine chinesische Gemeinde für einen schwebenden Grenzübergang über dem Fluss Amur zusammentun. (sj)

Visualisierung: Stadion-Projekt von BIG für Oakland.


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