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24.03.2011
Ideal der Formschönheit
Zum Tod von Alexander von Branca
Er gehörte zu den prägenden Architekten der Münchener Nachkriegsmoderne, doch Viele verbinden ihn hauptsächlich mit seinem postmodern angehauchten Hauptwerk, der Neuen Pinakothek in der Münchener Maxvorstadt (Wettbewerb 1967, Bau 1975-81). Auf Kritik an dem Entwurf angesprochen, sagte Branca vor zwei Jahren altersmild: „Wenn ich noch einmal daran herumradieren würde, würde ich vielleicht ein paar Bögen weglassen.“ Alexander Freiherr von Branca ist am Montag im Alter von 92 Jahren auf seinem Bauernhof in Miesbach gestorben.
Alexander von Branca hat ab 1946 an der TH München und an der ETH Zürich studiert. 1951 machte er sich mit einem eigenen Büro in München selbständig. Zu seinen Werken zählten neben der Neuen Pinakothek mehrere wichtige U-Bahnhöfe in der Münchener Innenstadt sowie rund 30 Kirchenbauten für beide Konfessionen. Branca war protestantisch getauft worden, dann jedoch zum Katholizismus konvertiert. Besondere Bedeutung hat die frühe Klosterkirche Herz Jesu in München (1953-55, zusammen mit Herbert Groethuysen). Dieser Kirche attestierte Gottfried Knapp „hyperschlanke Betonpfeiler und surreal dünne, unverkleidete Betonschalen“. Überhaupt habe der Architekt dem „zeitweilig in Architektenkreisen arg verpönten Ideal der Formschönheit gehuldigt“, so Knapp weiter – und zielt damit wohl auf die vom „technisch Machbaren“ geprägten sechziger und siebziger Jahre, in denen Branca gleichwohl an einem „südländischen Schönheitsideal“ festgehalten habe. Eines seiner letzten größeren Werke war das 1996-2000 errichtete Gebäude des Internationalen Seegerichtshofs in Hamburg (siehe BauNetz-Meldung vom 4. Juli 2000).
Alexander von Branca ist im Jahr 2005 mit der Leo-von-Klenze-Medaille geehrt worden, mit der Ingenieure und Architekten ausgezeichnet werden, die sich durch ihre beruflichen Leistungen in hervorragender Weise für das staatliche Bauwesen in Bayern verdient gemacht haben (siehe BauNetz-Meldung vom 1. März 2005).
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Neue Pinakothek (1981)

Neue Pinakothek

U-Bahnhof Marienplatz (1971), Erweiterung (2006)
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