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http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Sporthalle_von_Chiangmai_Life_Construction_in_Thailand_5128768.html

28.08.2017

Gebogener Bambus

Sporthalle von Chiangmai Life Construction in Thailand


Manchmal ist es überraschend, wieviel sich mit relativ einfachen Mitteln erreichen lässt. Zum Beispiel, welch komplexe Konstruktionen mit einem nachwachsenden Rohstoff wie Bambus möglich sind: Im Fall der Multifunktionshalle von Chiangmai Life Construction (Chiang Mai) kommen die hölzernen Stangen gebogen, ineinander geschoben und zu einem raffinierten Baukörper zusammengefügt daher – und das mit einer Leichtigkeit, die dem warmen, thailändischen Klima in Chaing Mai höchst angemessen erscheint und sich harmonisch in das Ensemble der Panyaden International School fügt.

Fußball, Basketball, Volleyball, Badminton, eine Hebebühne für Theateraufführungen und Platz für 300 Schüler umfasst die ovale Bambushalle. An den Seiten steht die Turnhalle offen, das rund gewölbte Dach ist jedoch weit nach unten gezogen. Es sorgt für Schutz vor monsunartigen Regenfällen – bei gleichzeitig natürlicher Belüftung. Inspiriation lieferte den Architekten Markus Roselieb und Tosapon Sittiwong, die viel und oft auf Naturmaterialien wie Bambus oder Lehm bauen, die Lotusblüte: Aufgeständerte Emporen an den Längsseiten erinnern an deren Blätter und bieten Zuschauern Platz bei Schulveranstaltungen. Sportequipment und Theaterrequisiten verbirgt der einzig abgeschlossene Part am Kopf der Halle.

Möglich machen die 782 Quadratmeter große Konstruktion, die mitten in einem kleinen Reisfeld platziert wurde, allein die Bambusstangen mit einer Spannweite von 17 Metern. Es gibt weder ein stützendes Stahlgerüst noch andere Hilfsmittel. Trotzdem erfüllt die Sporthalle alle sicherheitsrelevanten Vorgaben, um Sturm oder Erdbeben standzuhalten. Längere Haltbarkeit verleiht dem Bambus eine Behandlung mit Borax, einem natürlichen Mineralsalz. Auf chemische Stoffe wurde bewusst verzichtet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 300.000 US-Dollar.

Die fast vollständig in Handarbeit errichtete Bambus-Turnhalle hinterlässt keinen nennenswerten ökologischen Fußabdruck, weil der eingesparte Kohlenstoff während ihrer Lebensdauer – sie ist auf 50 Jahre ausgelegt – den Ausstoß bei Transport und Bau sogar wieder wett macht. Damit kommt die Panyaden School ihrem Nachhaltigkeitsziel einer „Grüne Schule“ wieder ein Stück näher. (kat)

Fotos: Markus Roselieb, Alberto Cosi




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