Wien Museum Neu

Am Karlsplatz

Fabian Lackinger / Technische Universität Wien
Der Entwurf bringt Altes und Neues bei der Umgestaltung und Erweiterung des Wien Museums in eine gestalterische Symmetrie, die sich an zwei Orientierungsprinzipen materialisiert: einerseits werden die Beziehungen transparent gemacht, andererseits wird die jeweilige Präsenz gestärkt. Die architektonische Lösung sieht eine Erweiterung in die Fläche bei gleichzeitiger Erweiterung in die Tiefevor, ohne Alt und Neu in einer Hierarchie zu fassen.

Durch die Setzung raumbildender Elementegelingt das Ziel der wahrnehmbarenIntegration: die Errichtung eines Portals zwischen den Otto Wagner Pavillons als Eröffnung des Karlsplatzes, die Etablierung eines Leitsystems zur Orientierung zwischen den Kulturinstitutionen am Kunstplatz Karlsplatz, die Situierung von Kunst im öffentlichen Raum (KÖR) durch die Anlagevon Skulpturengärten, die Setzung der neuen Museumspavillons als Museumsvorplatz unddie Scherenstiege im Museumsgebäude -allsamt architektonische Ausformulierungen von Schwellenübertritten.

Das Konzept sieht ein Ensemble aus dem (an aktuelle Erfordernisse adaptierten) Bestandsgebäude und den neu gestaltetenMuseumspavillons vor. Der Brückenanbau zum Winterthur-Gebäude wird wieder rückgebaut, um das Bestandsgebäude als Solitärfreizustellen. Der Zugang zum Museum (inklusive Eingangsstiege und Rampe) wird rückgebaut, damit der Museumsplatz mit einer geraden Fassade abgeschlossen wird. Die Setzung der neuen Museumsvolumina, als archaische Baukörper vor demBestandsgebäude, ergeben eine neueEingangssituation. Als Leitgedanke gilt die architektonische Ausformulierung einer

durchlässigen und transparenten Partizipation des neuen Museumsensembles mit seiner Umgebung.

Die Pavillons sind Schlüssel zur Stadt und fungieren als visuelle und räumlicheSchwellenübergänge zwischen der Stadt und dem Wien-Museum. Die räumliche Ausrichtung der Museumspavillons erfolgt an bestehendenAchsen um mehr Präsenz am KunstplatzKarlsplatz zu verwirklichen. Sichtbares Stein- und Ziegelwerk kontrastieren als rohe Ausformulierungen zum Inneren des Museums und der bestehenden filigranen Fassade. Damit wird Identität und Atmosphäre geschaffen und für die Besuchenden ein Wiedererkennungseffekt verankert. Die neuen Museumskuben am Museumsvorplatz spannen ein Kreativfeld auf und fungieren mit ihrem integrierten Gastronomiebereich als Katalysatoren für den gesamten Karlsplatz.

Die Museumspavillons bieten Zwischenräume, sogenannte Möglichkeitsräume, die integrierten Außensitzbänke manifestieren Kommunikationsmöglichkeiten im sozialen Raum und bieten Gelegenheit zur vertikalen und horizontalen Interaktion zwischen den einzelnen Räumen. Der Museumsplatz wird als Ort der Begegnung inszeniert und hier laden wind- und sonnengeschützte Flächen zu einem längeren Verweilen ein. So entsteht ein starker Bezug zum

Gegebenen, der über die versunkenen Skulpturengärten neue Sichtbeziehungen zwischen dem Museumsplatz und den Ausstellungsflächen etabliert.

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Facts

Hochschule:
Technische Universität Wien

Lehrstuhl:
Abteilung für Hochbau und Entwerfen, Thomas Hasler, Univ.Prof. Dr.sc.techn. & Astrid Staufer, Univ.Prof. Dipl.-Arch.

Präsentation:
23.10.2018



Abschluss:
Diplom

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
ArchiCAD, Cinema 4D, Photoshop

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