Visioning - Gaskessel Stuttgart

Gaskessel Stuttgart

Max Schäfer / Fachhochschule Kaiserslautern
Im Zuge des vorangetriebenen Netzwerkausbaus durch das städtische Gaswerk Stuttgart benötigte man in den späten 1920er Jahren einen außerordentlich geräumigen Gasspeicher. Laut historischen Quellen herrschte zu dieser Zeit in Stuttgart der höchste Pro-Kopf-Gasverbrauch in Deutschland. So fungierte das hochmoderne Gaswerk neben dem technischen Nutzen auch als Prestigeobjekt.
1929 wurde der bis heute größte Scheibengasbehälter Europas errichtet.
Im zweiten Weltkrieg wurde die visionäre Anlage zerstört. Man begann 1948 mit dem Neuaufbau. Seit 1949 ist der Gaskessel durchgehend in Betrieb. Auch heute ist der Gaskessel mit seiner Höhe von über 100 Metern weithin aus allen Richtungen sichtbar und hat sich somit als Landmarke etabliert. Seit 1998 ist der Kessel in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg aufgeführt.

Da ein Ende des Betriebs in Sicht ist, wird mittel- bis langfristig die Revitalisierung des Objekts erwogen. Neben dem Denkmalschutz ist auch die hohe Standortqualität maßgebend für diese Option. Es befinden sich der direkte Anschluss an die B10 sowie optimale Bus- und Bahnanbindung in unmittelbarer Nähe. Zudem bietet das Grundstück die nötige Fläche zur erforderlichen Infrastruktur.

Um das Technikdenkmal auch in Zukunft als gefragte Adresse zu etablieren, ist im unteren Teil des Kessels eine Arena zur multifunktionalen Nutzung geplant. Sie kann als Sporthalle, für Konzerte oder vergleichbare Aktivitäten dienen. Durch die eingeschossige Anhebung der Halle bietet das Erdgeschoss geräumige Foyer-Flächen sowie den nötigen Platz für andienende Räume.
Ergänzt werden die großflächigen Eingangssituationen durch eine über der Tiefgarage angelegte Wasserfläche sowie großzügige Vorplätze, welche der Anlage eine ganzheitliche Atmosphäre verleihen. Der Vorplatz zum Nordfoyer eignet sich in direkter Verbindung mit der großflächigen Wiese ideal für Open-Air-Events.

Über dem die Arena überspannenden Tragwerk dienen zwei Türme als eigenständige Gebäude - jeweils mit großzügigen Wohn- beziehungsweise Büroflächen - welche über ein separates Foyer erschlossen werden und über eine erhöhte Außenfläche mit weitreichendem Ausblick verfügen. Auch die Innenräume bieten durch die rückversetzte Fassade und den dadurch entstandenen Abstand zur Kesselkonstruktion einen hervorragenden Ausblick.

Bei der Gestaltung der Außenfassade des Gaskessels gibt es drei zu erfüllende Kriterien: Erhaltung der denkmalgeschützten äußeren Hülle, großzügige Belichtung der Innenräume und funktionierender Sonnenschutz. Dies gelingt durch notwendige Entnahme der bestehenden Plattensegmente der Außenhülle des Führungsgerüstes und die anschließende gekippte Wiederanbringung. Dadurch entstehen Lamellen, die als Sonnenschutz fungieren und gleichzeitig nicht erheblich in das äußere Erscheinungsbild eingreifen.

Campus Masters Wettbewerb


Mai / Juni 2018

Facts

Hochschule:
Fachhochschule Kaiserslautern

Lehrstuhl:
Prof. Wolfgang Kergaßner

Präsentation:
16.01.2018



Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Freizeit- und Sportbauten

Software:
ArchiCad, Affinity Photo, Google Earth Pro

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