Vinetabrücke

Entwurf einer Seebrücke für das Ostseebad Zinnowitz

Isabell Ruschmeier / Technische Universität Dortmund
Der Entwurf basiert auf dem Konzept einen fest im Meer stehenden, massiven Körper aus dem Wasser herauswachsen zu lassen. Dabei folgt die genauere Differenzierung zunächst einer regelmäßigen Grundform von 4 Kuben, die durch ihre leicht versetzten Anordnungen einen Platz in ihrer Mitte bilden. Das Schaffen einer Sichtachse von der Brücke aus auf das offene Meer unterbricht die regelmäßige Struktur der Gebäude und lässt den Entwurf mit dem Ort verschmelzen.  Spannungsreich ist außerdem das Zusammenspiel von Turm, der sich in die Höhe streckt,  von Riegel, der die Länge betont, und von Quader,  der sich auf den Punkt konzentriert – es bildet sich ein ausgewogenes Ensemble.
Durch die Entwicklung dieser drei unterschiedlichen Körper entstand auch eine Trennung der im Raumprogramm vorgesehenen Nutzungen: Im Turm befinden sich kulturelle Einrichtungen, im vorderen und hinteren Teil des Riegels das großzügige Hochzeitszimmer und das Restaurant (bediente Räume) mit dazwischenliegenden Nebenräumen (bedienende Räume) und im Quader einige Einkaufsmöglichkeiten.

Die Eingänge der verschiedenen Gebäude sind dabei so versetzt, dass möglichst der ganzen Platz belaufen wird und sich somit Besucherströme gleichmäßig verteilen.

Das wahrscheinlich Markanteste am ganzen Entwurf ist eine große Freitreppe, die sich im vorderen Bereich des Platzes zum offenen Meer hin abtreppt und die Anlegestelle für Ausflugsschiffe bildet. Dieser tieferliegende Teil des Platzes zieht sich ebenfalls durch die angrenzenden Gebäude, den Turm und den Riegel, und verknüpft Innen und Außen miteinander.

Der Besucher der Vinetabrücke gelangt am Steganfang zunächst zur neu errichteten Rettungswache und einer Treppe, die zum Strand hinunterführt. In der Mitte führt der Steg in Richtung Meer. Dieser ist schmal gehalten, um den Kontrast zur Weite des Meeres noch zu intensivieren. Die hölzerne Laufebene und Brüstung des Steges markieren Anfang und Ende des Weges zum Gebäudeensemble, sodass man bewusst die Unterscheidung von Gehen und Verweilen wahrnimmt.

Linksseitig gelangt der Besucher zunächst zu den Läden im Quader, zur rechten Seite befindet sich der Eingang zum Restaurant. Kurz vor dem Beginn der großen Freitreppe öffnet sich schließlich auch der Weg zum Hochzeitssaal und zum Kulturturm. Trauzimmer und alle dazugehörigen Räume liegen auf der durchgezogenen tieferliegenden Ebene von außen und bieten somit eine ruhige Atmosphäre. Im Kulturturm befindet sich auf dieser Ebene eine Zuschauertreppe mit Blick auf eine Schaubühne und dem Meer im Hintergrund. Im oberen Geschoss des Kulturturmes kann man neben einem großzügigen Ausstellungssaal auch die Aussicht von einer kleinen Loggia zurück auf die Stadt Zinnowitz genießen.

Das Gebäudeensemble ist komplett in feinstem Sichtbeton gehalten, sodass ein starker Kontrast zur Rauheit des Wassers gebildet wird und der Entwurf schließlich als ein Ruhepol im Meer gesehen werden kann.

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Facts

Hochschule:
Technische Universität Dortmund

Lehrstuhl:
Ehem. Lehrstuhl Baukonstruktion - Profs. Dipl.-Ing. Arch. BDA Ansgar und Benedikt Schulz

Präsentation:
08.03.2016

Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Freizeit- und Sportbauten

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