Traffic Transformation Centre

Infrastrukturelle Architektur

Fabian Singler, Ioannis Tekeoglou / Universität Stuttgart
Vom Santiago de Chile Platz auf die Stadt blickend, wirken die „Lichterketten“ der Staus auf den Straßen und die kleinbürgerlichen Häuser an den Hängen des Kessels fast schon poetisch.  Es scheint als gehöre es zur gut bürgerlichen Pflicht den Mercedes Stern vor dem Haus zu präsentieren. Sobald man sich jedoch fußläufig in Richtung Zentrum des Kessels bewegt und die ersten Partikel des Feinstaubs in der Nase eine Art Beißen entwickeln, verfällt jeglicher Gedanke der Poesie. Der beißende Schleier aus Feinstaub, der wie Nebel über dem Kessel schwebt und ein Produkt des Automobils ist zeigt, dass das Massenverkehrsmittel im Zuge der Konsumsphäre die Stadt an sich gerissen hat.

Nicht das Auto hat dem Menschen die Stadt zurückgegeben, sondern es hat sie ihm wahrlich, wie ein Parasit, über die letzten Jahrzehnte genommen.
Die Autostadt, die Vorreiter für Automobilität sein sollte, wirkt als könnte sie ihrer eigenen Strategie nicht mehr folgen.
Die zunehmende Masse an Individualverkehr überflutet die Stadt und reizt die Infrastruktur.

Wir stellten uns die Frage, inwieweit hierbei eine konkretes, infrastrukturelles Bauwerk zur Problemlösung beitragen kann?

Hierbei entstand zunächst ein Masterplan für die Region Stuttgart, welche potenzielle Standorte für sogenannte Traffic-Transformation-Centres aufzeigt. Ein Traffic-Transformation-Center ist ein Ort, an dem der Mensch vom PKW in das öffentliche Verkehrsnetz umsteigt. Somit wird der PKW der Stadt selektiv entzogen und schafft dem Menschen ein neues, effektiveres Mobilitätsangebot. Gleichzeitig gibt es dem Menschen die an das Auto verlorenen Stadträume zurück.
Bei den Plänen der folgenden Seiten handelt es sich um einen konkreten Entwurf eines solchen Centers für den Standort S-Österfeld. Dies ist ein infrastruktureller Knotenpunkt vor den Toren Stuttgarts. Ein suburbaner Raum an dem mehrere Verkehrsadern aufeinander treffen.

Der Fokus lag hierbei auf dem Entwurf des infrastrukturellen Teils des Gebäudes. Der Gebäudeteil oberhalb davon ist als Platzhalter für eine später Wohnnutzung zu interpretieren.

Unterhalb davon dockt das Gebäude an die bestehenden Infrastrukturen, wie beispielsweise S-Bahn Linie oder Autobahn, an. Die verschiedenen Teilbereiche werden über einen in der Mitte liegenden Raum des Umstiegs miteinander verbunden. Dieser wird durch die sich kreuzenden Rolltreppen, welche die verschiedenen Abfahrtsstationen miteinander verbinden, dominiert. Die Ankunft und Abfahrt mit dem PKW erfolgt über die plastisch, additiv angeordneten Rampen. Um möglichst wenigst Zeit zu verlieren, werden die Autos in einer Box abgestellt und über den raumbildenden, 4700 Autos fassenden Parkroboter verteilt. Sollte es dazu kommen, dass es keine PKWs mehr geben wird, können die Räume des Parkroboters als Serverfarmen dienen.

Campus Masters Wettbewerb


Juli / August 2019

Facts

Hochschule:
Universität Stuttgart

Lehrstuhl:
Prof. Dr. phil. Stephan Trüby, Tobias Hönig (c/o now) & Matteo Trentini

Präsentation:
11.02.2019

Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Verkehrsbauten

Software:
Vectorworks

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