SCAVI POMPEJI

Ein Eingangsbauwerk für die Ausgrabungsstätte

Lorenz Heide / Technische Universität Darmstadt
„Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, des den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte. Ich weiß nicht leicht etwas Interessanteres.“ - J. W. v. Goethe
 
Der Ausbruch des Vesuvs 79. n.Chr. hat die Stadt Pompei vollständig begraben und nahezu alle Einwohner in der Tod gerissen. Was auch heute noch als Tragödie gilt, ist für uns aber auch die Faszination einer antiken Stadt, die knapp 1700 Jahre von einem Aschehügel verschüttet war, dadurch aber erhalten blieb und konserviert wurde.
Die Ruinen ziehen Besucher aus der ganzen Welt an, die das Schicksal der antiken Stadt betrachten wollen. Ein Eingangsgebäude, das dem Ort gerecht wird und den Besucher zu den Ruinen leitet, fehlt allerdings bis heute.
Der Entwurf basiert auf der Idee eines Daches: Es spannt zwischen zwei Hügeln parallel zu den Ruinen, entlang der Straße und stellt in seiner Höhenlage den Aschepegel nach dem Ausbruch des Vesuvs dar. Ein Aussichtsturm am Ende des Daches bildet einen Hochpunkt und bietet einen Blick auf die Ausgrabungsstätte.
Das räumliche Konzept und die innere Organisation verfolgen das Thema des Weges und machen die Zeitschichten erlebbar: Der Besucher erschließt das Gebäude und das lineare Foyer auf der Seite des Aussichtsturms. Vorbei an Ticketschalter, Museumsshop und einem hohen Luftraum, der den Blick zur Ausstellungsfläche im Untergeschoss freigibt, läuft man auf den gegenüberliegenden Aschehügel zu. Eine zweiläufige Freitreppe inszeniert diese Situation, an der die einzelnen Schichten der Asche und Verschüttung ablesbar sind.
Die Ausstellung im Untergeschoss ist als fließender Raum konzipiert. An Stellwänden, punktuell tragenden Wandscheiben und Sockeln werden Wandbilder und Gipsfiguren ausgestellt. ‚Der Weg nach Pompei‘ führt schließlich über eine zweigeschossige Treppe entlang der Glasfassade hinauf auf das „Aschedach“. Das begehbare Dach suggeriert das Gefühl, sich auf über Pompeji kurz nach Ausbruch des Vesuvs zu befinden. Das Konzept des Weges führt sich im Aussichtsturm fort. Von oben verschafft sich der Besucher einen Überblick über die Figur und die Dimensionen der Ausgrabungsstätte. Ein zweiter Turm auf der gegenüberliegenden Seite der ausgegrabenen Stadt markiert einen weiteren Hochpunkt und steckt die Größe des Areals ab. Vom Aussichtsturm führt der Weg schließlich zu den Ruinen; final über die große Freitreppe am seinem Fuß, die beim Antritt bereits den Blick auf die Porta Marina – den Eingangstorbogen Pompeis – frei gibt.

Campus Masters Wettbewerb


November / Dezember 2018

Facts

Hochschule:
Technische Universität Darmstadt

Lehrstuhl:
FG Entwerfen und Baugestaltung/Prof. Wolfgang

Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
ArchiCad, Photoshop, Cinema4D + VRay

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