Hotel Königshof am Stachus
Zuschlag für Nieto Sobejano in München
Der Königshof am Münchner Stachus ist nicht nur eine gesellschaftliche Institution, auch städtebaulich kommt dem Hotel in mittiger Lage gegenüber dem Karlstor eine besondere Rolle zu. Für die Eigentümer, eine Münchner Hotelgruppe, war darum klar, dass hier, als Ersatz des bunkerartigen Bestandsgebäudes aus der Nachkriegszeit, ein architektonisch außergewöhnlicher Neubau entstehen soll.
Aus einem Wettbewerb im Oktober 2013 gingen Nieto Sobejano Arquitectos, Sauerbruch Hutton und Wandel Hoefer Lorch als gleichberechtigte Preisträger hervor. Die Entscheidung der Eigentümer fiel nun zugunsten von Nieto Sobejano. Von den drei Siegerprojekten verfügt ihr Entwurf mit dem wasserfallartigen Fassadeneinschnitt am deutlichsten über jene ikonographisch-spektakuläre Architektur, die man heute von einer Luxusherberge erwartet.
Kein Wunder also, dass die lokalen Zeitungen schon über das „ungläubige Kopfschütteln“ spekulieren, das der Neubau bei der Bevölkerung hervorrufen wird. Mit dem Gebäude versöhnen könnte die Öffentlichkeit aber zumindest das Restaurant auf dem Dach, das dank zweier zusätzlicher Stockwerke im Vergleich zum Bestand möglich wird und das einen spektakulärer Rundumblick bieten wird. Abriss und Neubau des Königshofs sind für 2017 geplant.
Der Karlsplatz ist aufgrund seiner Dimensionen, seiner Funktion als "Gelenk" bzw. Mittler zw. den Quartieren und den bereits vorhandenen Gebäuden sowie der Zergliederung durch den Verkehr ohnehin ein schwieriger Ort zu bebauen. Ich fürchte, dass der Siegerentwurf nur ein untergeordnetes Gebäude am Platz sein wird, ohne die selbstbewussten Gesten der ehem. Börse, des Karlsplatz-Rondells oder des Kaufhof-Gebäudes erwidern zu können. Und dass, obwohl es durch seine zentrale Lage den wichtigsten Ort überhaupt einnimmt. Besser als das bestehende Gebäude ist es aber allemal. a_C
Wasserfallartige Fassade.....so ein Blödsinn!!! Der Vorschlag von Sauerbruch Hutton ist ganz klar mein Favorit; große Geste und Zurückhaltung zugleich. Was sagen die Münchner Bürger dazu?