Abwechslung für Elefanten
Langhof plant Hochhaus am Berliner Zoo
Noch vor wenigen Jahren befürchtete man, dass in der Berliner City West bald die Großstadtlichter ausgehen – das hat sich inzwischen gründlich geändert. Rund um den Zoo wird umgebaut, neugeplant, und ein Hochhaus nach dem anderen scheint aus dem Boden zu schießen. Baubeginn für das Projekt Upper West war letztes Jahr, und dessen Architekt Christoph Langhof legt jetzt noch einmal per Konzeptentwurf für ein weiteres Hochhaus am Hardenbergplatz nach.
„Hardenberg“ nennt sich denn auch seine Studie für einen kombinierten Hotel-, Büro- und Wohnturm auf dem Platz vor dem Bahnhof Zoo, der nach dem einstigen preußischen Politiker benannt ist. Geplant sind 209 Meter mit 52 gezackten Geschossen, die – jeweils leicht verschoben – über zahlreiche begrünte Balkone verfügen. Der geplante Gehry-Turm am Alexanderplatz wäre damit in der Höhe überboten, ebenso der Estrel-Tower von Barkow Leibinger am S-Bahn-Ring.
Entstanden ist die Studie allerdings nicht im Auftrag eines Investors, sondern in Zusammenarbeit mit der AG City, in der die Gewerbetreibenden der Gegend organisiert sind. Das neue Hochhaus sehen sie als „städtebauliches Ausrufezeichen“, das den Übergang von der Joachimsthaler Straße zum Tiergarten markieren soll. Ziel ist die Aufwertung des ungeliebten Platzes, der sich heute vor allem durch eine undurchschaubare Verkehrsführung auszeichnet.
Das Interesse „internationaler Investoren“ gebe es, außerdem schreie das Gebiet nach Hochhäusern, so Langhof. Das gilt allerdings nicht für die Politiker von Bezirk und Senat, die das Projekt eher kritisch sehen. Die Elefanten im Gehege daneben dürfte es dagegen weniger stören, denn eine Abwechslung von so stattlichem Format kommt ihnen wahrscheinlich ganz gelegen. (sb)
Darüberhinaus kann ich solche primitiven Renderings einfach nur noch mit Abscheu sehen : Hier werden wieder Bäume suggeriert, wo keine hinkommen, im Maßstab viel zu klein hineinkopiert, pfui ! Dann doch lieber gleich ehrlicherweise die Geranientöpfe an die Glasbrüstungen hängen.. Was bleibt, wenn man über diese Frechheit hinwegsieht und sich die ganze Veganer-Deko wegdenkt ? Eine kleinteilige Kistenstapelei, die durch Ihre Versatze und Verdrehungen die Architektur jedoch auch nicht "städtebaulich gemütlicher" macht. Die Berliner sind zum Glück schlagfertiger als ich und werden bestimmt wieder ein passendes Stichwort finden, sollte dieser Schrummelturm so gebaut werden...
im wettbewerb geplant wurde. natürlich ist das auch eine gezielte provokation. gut so! endlich kommt die diskussion in schwung, auf allen titelseiten. das kann nur gut sein. @mehmet: ja, sehe ich auch so. man könnte in einer idealen welt das genau so nehmen wie es ist.
1) Kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Hochhaus den Platz, an dem es steht, attraktiver macht, denn durch die Größe wird der Bezug zum Menschen konterkariert und eher abweisend. Da kann man sich doch gar nicht wohlfühlen – außer dies wird durch Kleinteiligkeit am Fuß des Turms wieder relativiert. 2) Wie bitte schön schafft es ein Hochhaus, die verquere Verkehrswegesituation zu verbessern?