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04.04.2013

Frankfurt, Hamburg, Kopenhagen

Bücher im BauNetz


Die handlichen, durchgehend farbig bebilderten Architekturführer aus dem Berliner Verlag DOM publishers haben sich inzwischen etabliert und sind zu einer respektablen Reihe angewachsen. Verlegerisches Neuland hatte der Verlag bei der Berücksichtigung von so exotischen Destinationen wie „Rechtsrheinisches Köln“ oder Pjöngjang betreten (für die Hauptstadt Nordkoreas erschien ein zweibändiges Werk: ein zensierter Band, der von den staatlichen Stellen genehmigt wurde, und ein unzensierter Begleitband mit den „wahren“ Infos – siehe unsere amüsierte Rezension).

Wesentlich unspektakulärer sind die drei Orte, zu denen jetzt im März und April 2013 je ein Führer erscheint: Frankfurt am Main, Hamburg und Kopenhagen. Gemeinsam ist ihnen das Konzept der Reihe: Die besprochenen Gebäude sind geografisch nach Stadtteilrundgängen sortiert – das macht Sinn bei einem Führer. Ausführliches Luftbildmaterial, das Verleger Meuser stets persönlich beisteuert, nimmt die Google-Earth-Perspektive ein und macht die Städte so im Zusammenhang erfahrbar. Alle Gebäude werden in anständig korrigierten Architekturaufnahmen gezeigt – stürzende Linien und Laien-Knipsbildchen findet man hier nicht. Und nicht zuletzt verweist ein QR-Code gleich auf die richtige Stelle bei Google Maps – Smartphone-Besitz vorausgesetzt. Das ist alles vorbildlich gemacht und verweist Konkurrenzverlage, in denen immer noch Sammelsurien von unscharfen Schwarzweiß-Fotos das Maß der Dinge darstellen, auf die Plätze.

Der Frankfurter Band zeichnet sich im Besonderen durch seine selbstbewusst-kritische Kommentierung der in Frankfurt herrschenden „rigorosen Abriss- und Baupolitik“ aus, die sich mit „schmerzfreiem Pragmatismus“ für das Stadtbild ebenso häufig schöpferisch wie zerstörerisch ausgewirkt habe. Weniger kritisch ist der Hamburg-Band ausgefallen, vielleicht sind Hanseaten einfach etwas konfliktscheuer. Fehlleistungen wie der Turm des Hanseatic Trade Center werden da allenfalls mal milde als „Fremdkörper“ bekrittelt; im Text zur Elbphilharmonie findet sich nicht der leiseste Hinweis auf das politische Ärgernis der extremen Kostensteigerung, und auch die Bauten der IBA in Wilhelmsburg werden weitgehend kritikfrei erläutert. Der Kopenhagen-Band schließlich wartet mit einer kleinen Besonderheit auf: Hier werden Interviews mit in der Stadt tätigen Architekten eingestreut – ein fast „journalistischer“ Trick, einen Architekturführer aufzulockern. Lediglich bei der Höhe des Trinitatis-Kirchturms hat das Lektorat ein Null zuviel übersehen – 210 Meter sind für einen Achtgeschosser aus dem 17. Jahrhundert ein bisschen viel. (-tze)

Sandra Pappe
Architekturführer Frankfurt am Main
Mit Fotos von Ekkehard Mantel
135 × 240 mm, 256 Seiten,
über 300 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-86922-227-1
28,00 Euro

Insa Reichenau / Adeline Seidel
Architekturführer Kopenhagen
135 × 240 mm, 320 Seiten,
über 250 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-86922-156-4
28,00 Euro

Dominik Schendel
Architekturführer Hamburg
135 × 240 mm, 320 Seiten
über 500 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-86922-242-4
28,00 Euro

www.dom-publishers.com



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