Plié! Tendue! Relevé!
Ballettschule von gmp in Berlin eingeweiht
Morgen wird in Berlin-Prenzlauer Berg der erste Bauabschnitt der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik an den Nutzer übergeben. Entworfen und realisiert wurde der Um- und Neubau von den Architekten von Gerkan, Marg und Partner (siehe BauNetz-Meldung zum Wettbewerbsentscheid vom 28. Februar 2006). Der über 8.800 Quadratmeter große Bauabschnitt (BGF) wurde nach zweieinhalb Jahren fertig gestellt und umfasst einen neuen Saalbau mit zehn Tanzsälen sowie die Sanierung des bestehenden Schulbaus aus den sechziger Jahren. Hinzu kommt bis Ende 2011 ein viergeschossiges Internat für 70 Schüler auf demselben Gelände. Die Freiraumplanung stammt von dem Berliner Büro Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten.
Die architektonische Idee von gmp thematisiert die Besonderheit der Schule: den ständigen Wechsel der Schüler zwischen der kreativen Welt des Tanzes und dem klassischen Betrieb einer Ganztagsschule. Eine geschwungene mehrgeschossige Halle, an der sich die viergeschossige Schule und die Ballettsäle gegenüberliegen, durchzieht den Schulkomplex an der Erich-Weinert-Straße. Über diesen verknüpfenden Raum werden die unterschiedlichen Bereiche des Ensembles in Beziehung gesetzt und im zweiten Obergeschoss über eine Brücke erschlossen. Große kreisförmige Oberlichter sollen hier für natürliches und stimmungsvolles Licht sorgen.
Im Innenraum soll eine zurückhaltende Farbgestaltung in Schwarz und Weiß die charakteristische Form des Gebäudes betonen. Farbige Leibungen der Öffnungen zwischen öffentlichen Bereichen und Tanzsälen kontrastieren damit. Große schaufensterähnliche Öffnungen in der Fassade schaffen Transparenz und Außenraumbezug für die Tänzer und ermöglichen Passanten Einblicke in die Ballettsäle und die Tanzausbildung. Doch was von außen so schön und so leicht aussieht, ist harte Arbeit, die von kurzen, lauten Kommandos begleitet wird. „Plié! Tendue! Relevé!“ peitscht es ab jetzt durch die neuen Räume.
bitte mehr mit HdeM beschäftigen, die anmerkung ist schlichtweg falsch. wie ich an anderer stelle schon sagte: leider zu viele schwarzweiss-denker hier. das gegenteil des werkes von gmp MUSS natürlich die immergleiche einheitshülle sein!
der hier gezeigte innenraum ist doch in ordnung, die fassade ist eben banal, was soll's. das, was die leute ärgerlich macht, ist, dass sich gmp international als deutschlands großes architekturbüro be-wirbt, in wirklichkeit aber abgesehen von gut umgesetzten details keine besonders hochwertige architektur (mehr?) planen kann. ich denke, dass eine zu lange geschichte, ein zu fester sattel und zu viele mitarbeiter einem büro auch schaden können. hier sieht man mal wieder sehr schön, dass zumindest teile von gmp (es gibt auch andere aktuelle gmp-projekte, die ich gerne mag) ganz klar in der 3. liga kicken. da kann man als kleiner, womöglich talentierter architekt zumindest die faust im sack ballen, wenn man ohne aufträge dasteht und etablierte fabriken wie gmp derart mittelmäßige architektur produzieren und sich noch für die großen meister halten...
Hadid kann nur schräg, respektiert nach eigenen Worten absolut nichts. Ist das besser? Bauwerke können gar nicht jedem gefallen, sollen sie auch nicht. Aber die von gm auch in Voträgen geäußerte Haltung zur Architektur ist mir jedenfalls eine der nächsten.