Bauhaus Museum Dessau
Alle Entwürfe der zweiten Phase
Mit ihrem Wettbewerbsergebnis sorgt die Stiftung Bauhaus Dessau für Irritationen: Dass zwei grundverschiedene Entwürfe – eine spanische Kiste und ein „Sofakissen“, wie die Dessauer das Projekt des New Yorker Studios Young & Ayata nennen, gewonnen haben, offenbart die Unstimmigkeiten der dreizehnköpfigen Jury (in der zusätzlich weitere elf ständig anwesende Stellvertreter saßen). Es ist ein Verfahren, bei dem man keine Fehler machen möchte.
Was aber verrät die Liste der zweiten Phase? Aus den 831 Einreichungen wurden 30 für die weitere Bearbeitung ausgewählt und davon sieben prämiert. Abgesehen von den Preisträgern befinden sich auch unter den weiteren 23 Entwürfen unterschiedlichste Ideen und Ansätze für die Typologie Museum: Sou Fujimoto schlägt für das Bauhaus Museum in Dessau ein von weitem sichtbares, transparentes Hochhaus vor, das Berliner Studio Stefan Blaas stapelt langgestreckte containerähnliche Boxen übereinander und das Lissaboner Büro Ricardo Moreno Arquitectos zeichnet einen gläsernen Blob auf die Wiese, der an die Formensprache von SANAA erinnert – während Junya Ishigami die Museumsbesucher in einer weißen Struktur über der Parklandschaft schweben lässt.
Diese Diversität der 30 Entwürfe spiegelt die Schwierigkeiten eines solchen Wettbewerbsverfahrens – vor allem, wenn es international ist. Die Stiftung Bauhaus Dessau ist stolz auf die Bandbreite der 831 Beiträgen, die aus über 60 Ländern stammen – es war sicher nicht leicht, eine Shortlist zu wählen, die auf bekannte Namen fast ganz verzichtet. Chipperfield, Dudler und Staab haben in Deutschland doch schon genügend hervorragende Museumsbauten realisiert.
Wie aber sollen sich internationale Büros aus Japan, Brasilien oder Uruguay, aus China, Mexiko oder Litauen ein Bild von der Situation vor Ort machen können? Und welchen Eindruck haben sie überhaupt von dem Standort Dessau-Roßlau, einer 88.000-Einwohner-Stadt in Sachsen-Anhalt? Oder braucht man den als Architekt gar nicht, da schon Walter Gropius mit seinem Bauhaus-Gebäude vor fast 100 Jahren in Dessau einen Fremdling gebaut hat, der heute die Bauhaus-Touristen aus aller Welt anlockt? Auf die endgültige Entscheidung zum Jahresende darf man gespannt sein. (jk)
Es wäre gut, wenn nicht die ersten Preisträger, sondern andere Büros der zweiten Runde zur Überarbeitung aufgefordert werden würden. (Entspricht die Voraussetzung zum Führen des Architektentitels der internationalen Preisträger wirklich der gleichen Voraussetzung zur Teilnahemmöglichkeit der inländischen Entwerfer? Stichwort Restriktionen Kammerzulassung, etc.? Ein Studentenwettbewerb war es doch nicht?) Installiert eine Jury, die sowohl mit ausgezeichneten Museumsarchitekten als auch mit ausgewiesenen (Bauhaus-)Architekturhistorikern besetzt wird. Die Jury unter Dr. Perren (auch keine Kennerin des Bauhauses) war gekennzeichnet von themenfremden Juroren.
So so. Ich stelle auch hier erneut fest, dass das Wissen über das "Bauhaus" in keiner Weise von denen eines Studenten des Erstsemesters unterscheidet. Was war denn so groß "visionär und zukunftsweisend"? Oder war es im Wirklichkeit nur ein anderes Label einer Bewegung, die schon einige Jahre zuvor in den Niederlanden und in Russland gab! Das Bauhaus hat zum damaligen Zeitpunkt keine Rolle in Deutschland gespielt. In den Jahren wurden im Grunde nur einige wenige Prototypen gebaut. Die normale Bevölkerung konnte damit nicht viel anfangen. Nicht erst seit heute wissen wir, das die Moderne komplett gescheitert ist. Jetzt meine Frage an Sie, was meinen Sie mit "visionär und zukunftsweisend"? Ich glaube, dass das Bauhaus nie eine Antwort auf die Probleme gefunden hat, die es lösen wollte. Zumindest in der Architektur. Im Industriedesign hat das Bauhaus sicherlich neue Akzente setzen können und bis heute nicht an seiner Gültigkeit verloren. Architektur ist eben kein Design! Zum Wettbewerb Es sind viele spannende Arbeiten dabei!! Dieses ganze pseudo Getue, wie schlecht die ganzen Entwürfe sein und wie wenig "Bauhaus" darin zu finden sei..., kann ich nicht teilen. Nach den ganzen Aufregungen, Blobs usw. der letzten 10-15 Jahre finde ich eine ruhige und elegante Form eine gute Antwort auf die Aufgabenstellung.
Vielleicht wäre es wirklich bauhäuslerisch, die Bausumme statt in Betonkuben oder -kissen in eine sensationelle neue Architekturausbildung zu investieren? Es müsste ja nicht in Dessau sein...
und wie äussert sich das baulich eurer meinung nach ???? offensichtlich sieht das ja jeder anders und das ist gut so. es müssen nicht zwangsläufig die weissen kisten sein. ich verstehe dieses ganze geschwurbel nicht....