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Holzbaupreis 2011
Aus 190 Einreichungen wurde der Fachhochschule Salzburg in Kuchl von Dietrich | Untertrifaller Architekten die Auszeichnung "Holzbaupreis Salzburg-Tirol 2011" verliehen.
Festspiel- und Kongresshaus Bregenz
Die Erweiterung und Transformation des eher verschlossen wirkenden Gebäudes von 1979 in eine vielgestaltige, einladende Anlage gehorcht nicht etwa formalistischer Spielerei, sondern durchdachter Entflechtung scheinbar unlösbarer betrieblicher Problemknoten. Den Befreiungsschlag brachte das lange, hoch aufgestelzte, zweigeschossige Trägerbauwerk mit Büros für Verwaltung und Produktion. So konnten darunter wichtige, großräumige Querverbindungen gewahrt oder neu geschaffen werden. Als signifikantes Zeichen mit Fernwirkung bietet es eindrückliche Ausblicke auf die Bregenzer Hausberge und den Bodensee. Auf das eine ausgreifende Großelement antwortet ein zweites langes Prisma ähnlicher Dimension, das zwischen Seetribüne und großem Saal durchgesteckt scheint. Platzseitig kragt es frei über den Haupteingang hinaus und enthält den prominenten Propter-Homines-Saal mit gläserner Stirnwand. Im anderen Ende befindet sich das Seefoyer, dessen großzügiger Ausblick durch eine breite Glasfront dem Raum den Namen gab. Zwischen diesen räumlichen Polen befindet sich das mehrgliedrige Foyer, das enorme Besucherzahlen zu bewältigen vermag. Die beiden auffälligen, überdimensional stabförmigen Gebäudeelemente gliedern die ausgedehnte Anlage in drei Hauptabschnitte: Studio- und Werkstattbühnenbereich, großer Saal sowie Seetribüne. Vom Platz abgewandt, gruppieren sich die quaderförmigen Baukörper der innovativen, großräumigen Werkstattbühne und des Seestudios, deren zurückhaltende Fassaden vom nahen Auwald gerahmt werden. Unter dem Trägerbauwerk liegen Werkräume sowie Seitenbühnen der Werkstatt- und der Hauptbühne, die miteinander verbundenen sind. Zwischen Trägerbauwerk und Foyerprisma erhebt sich der Bühnenturm, dahinter liegt der große Saal. Beide sind eingefasst von einem niedrigeren Baukörper, der die Hinterbühne, Künstlerräume, Säle, das Restaurant sowie das Entree mit den Garderoben enthält und dessen Fassade sich geöffnet dem Platz zuwendet. Über dem Ufersaum steigen als dritter Teil die Ränge der Seetribüne in vier Segmenten in
die Höhe, überragt von der neuen Festspiellounge, deren breites Fensterband sich ohne blickstörende Steher hochklappen lässt. Ein weiteres Geschoss enthält die Seeregie und VIP-Räume. Unter den Rängen befinden sich umfangreiche Serviceräume für Besucher sowie der Ticketverkauf. Diese funktional logische Gliederung bietet zu jeder Seite ein anderes, sprechendes Bild: markant und Interesse weckend die Ankunftsseite; einladend urban die Platz- und Eingangsseite; zum See hin nicht nur mit den Zuschauerrampen, sondern auch als Gebäude wirksam; zum benachbarten Park hin zurückhaltend im Ausdruck, jedoch nicht abweisend, eher geheimnisvoll anregend. Das Innere wurde komplett erneuert: der Saal technisch und akustisch bestmöglich ausgerüstet und mit einem Rang um 594 Sitzplätze erweitert. Mit edlen Hölzern, zurückhaltender Farbgebung und sensibler Lichtgestaltung wird eine stimmige Atmosphäre geschaffen, die als großzügige räumliche Fassung den Hintergrund nicht nur für vielköpfige Besuchermassen bietet, sondern ebensofür festlich gekleidete Teilnehmer besonderer Anlässe. Der Platz vor der Eingangsfassade ist halb urban, halb Lichtung am See. Mit Splitmastix gefestigt, wird er südseitig von einem Wäldchen begrenzt, in dem nach dem Konzept des Zürcher Landschaftsarchitekten Günter Vogt Auwaldbäume, zu Gruppen zusammengefasst, einen anmutigen Flanierhain bilden. Aus dieser Spannung gewinnt er Identität, die in der aufragenden Skulptur von Gottfried Bechtold kulminiert. Ein gegabelter Baumstamm, in Bronze abgeformt und kopfüber in einer flachen Senke aufgestellt, mutiert zum weiblichen Torso. Nach einem Regenguss schafft ein Teich Distanz, um alsbald wieder leer, als minimal definierter Raum das Spannungsfeld des Kunstwerks, dem man nahe treten darf, anzudeuten. Damit nicht vergessen wird, wo man sich befindet, öffnet sich der Platzraum an der Kante des letzten Tribünensegments vorbei wie durch ein Fenster auf den See.
Text: Walter Zschokke
Fotos: Bruno Klomfar
Stadthalle Wien
Die Wiener Stadthalle gilt zu Recht als einzigartiges Monumentalbauwerk, das in der Wiederaufbauzeit der 1950er-Jahre errichtet wurde. Roland Rainer hatte mit seinem Entwurf nicht bloß ein sehr großes Gebäude im Sinne eines linear vergrößerten Hauses vorgeschlagen; vielmehr gelang ihm eine Großform, die dem riesigen Volumen maßstäblich gerecht wird und als eigenständige städtebauliche Figur wirkt. Nach gewonnenem Wettbewerb an städtebaulicher Schlüsselstelle errichtet, markiert die Halle F angemessen die Eckposition und definiert angrenzende Straßen- und Platzräume. Dabei wird der Dialog mit dem beachtlichen Bestand gesucht und klug geführt. Der rational und dicht gepackte Komplex steckt in einem geometrisch exakt geformten Volumen, das auch in der Dachaufsicht nicht an Klarheit einbüßt. Seine östliche, zum Gürtel gerichtete Stirnseite kragt als Empfangsgeste etwa zwölf Meter aus und beschirmt den Eingangsvorbereich. Die auch als Medienwand bespielbare Stirnseite ist geschlossen, die schräg zurückweichenden Flanken hingegen sind vollflächig verglast. Dahinter befinden sich jeweils die Pausenfoyers. Während die südexponierte Seite parallel zur Hütteldorfer Straße verläuft und dem Stadtgefüge folgt, sodass das Bauwerk hier Stadtreparatur betreibt, gerät die dazu symmetrische Nordseite in die Nähe der schrägen Tribünenstützen und den weiteren Schrägen an der großen Halle. So kommt es zu einem interessanten Dialog windschief im Raum verlaufender Kanten und Linien. Der Neubau überlässt der älteren Halle hinsichtlich Höhe und Instrumentierung den Vorrang. Die Lautstärke der Architektursprache ist zurückgenommen und die glatten Aluminiumtafeln der Fassade halten ausreichend Distanz zum profilierten Blech an der großen Halle. Am Tag spiegelt sich deren besonnte Südfassade in der Glaswand, nachts öffnet sich das beleuchtete Pausenfoyer und dialogisiert mit dem Raum unter den hochgezogenen Rängen des Rainer-Baus. In dieser spannungsreichen Situation führen nicht etwa harte Kontraste, sondern kalkulierte eine Annäherung bei den Volumen und respektvolle Distanz in den Details zum optimalen Resultat. Das Innere ist aufgrund kurzer Wege und direkter Zugänge klar und übersichtlich strukturiert: Im keilförmigen Raum unter den Zuschauerrampen fühlen sich Eintretende in die Foyerhalle hineingezogen. Zwei breite Treppen führen zu beiden Seiten hinauf in die Pausenfoyers, deren ansteigender Boden mit den Sitzreihen im Saal korrespondiert, sodass keine Stufen anfallen. Boden und Wände sind mit Robinienholz belegt, ein robustes Material von dunkel-warmer Anmutung. Durch die hohen Glaswände sind die Pausenfoyers weit geöffnet und abends einsehbar wie riesige Schaufenster. Das Geschehen im Inneren wird gezeigt und belebt den öffentlichen Raum. Der Saal seinerseits ist ganz in hellem Rot gehalten. Eine Trennung der Zuschauermasse durch Ränge wurde vermieden, nur ein breiter Querweg, Catwalk genannt, unterbricht die Sitzreihen, und bildet zugleich einen ausgelagerten Teil der Bühne. Zuhinterst schließt sich der VIP-Bereich an, von dem kurze Treppchen zu den Lounges hinter der Saalrückwand führen. Auf die verschiedenen Veranstaltungen abgestimmt, ist die Akustik mit Beschallungsanlagen auf kurze Nachhallzeiten ausgelegt. Sie sichert eine gute Sprachverständlichkeit und lässt den Toningenieuren freie Hand. Die Ebenen des Backstagebereichs werden von Treppen erschlossen, die, komplementär zum Saalrot, eine hellgrüne Wandfarbe aufweisen. Sie sind optimal organisiert und auf kurzem Weg mit der Anlieferung verbunden. In den rückseitigen Gebäudeecken befindet sich je ein Saal für Proben oder Bankette, beispielsweise bei Kongressen. Von den Pausenfoyers sind sie direkt zugänglich. Darüber liegt ein Geschoss mit Büros für Verwaltung und Produktion.
Text: Walter Zschokke
Fotos: Bruno Klomfar
ETH Sport Center Science City, Zürich
Die “Science City” wuchs in mehreren Etappen zur jetzigen Größe heran. Das städtebauliche Konzept für die neue Hochschulsportanlage thematisiert die Lage am Übergang vom verdichteten Campus zum offenen Erholungsgebiet. Den Abschluss einer leichten Senke bildend, ist der flache Baukörper tief in den sanft auslaufenden Hang geschoben, sodass das natürliche Terrain gleitend in die begrünte Dachfläche übergeht. Zum Campus hin tritt das Bauwerk hingegen mit einer breit gelagerten Fassade in Erscheinung, wobei die markanten Gebäudekanten oben und seitlich angeschrägt sind. Dadurch wirkt es einerseits niedriger und ist andererseits moderat dem Geländeverlauf angepasst. Damit wird sowohl der Qualität des
Orts als auch den spezifischen Funktionen Ausdruck verliehen. Der flache Baukörper von grün-kristalliner Anmutung enthält eine Dreifachturnhalle mit Tribüne und Garderoben sowie Tanz- und Gymnastiksäle, Krafträume und einen Regenerationsbereich.
Um die Halle herum sind allseitig auf mehreren Geschossen Erschließungszonen, Nebenräume und weitere Nutzungen angelagert. Eine teils opake, teils transparente Fassade aus grünem Wärmeschutzglas evoziert den Eindruck eines unregelmäßig angeschliffenen, kristallinen Körpers. Der von außen kommende Bewegungsstrom wird einerseits aufgefangen, geteilt und den verschiedenen Funktionen zugeleitet, andererseits wird dessen räumliche Fortsetzung in einen Grünraum umgedeutet. Eine zweite, nördlich gelegene Grünrampe verzahnt das Bauwerk ein weiteres Mal mit dem Außenraum. Die Deckenkonstruktion über der Halle spannt sich auch über Tribüne und Foyer. Sie vereinigt unter ihrem Dach eine in Höhe und Raumzonen differenzierte Topografie: einen großmaßstäblichen “Raumplan”, der über den Alltag der sportlichen Nutzung hinaus für festliche Anlässe einen würdigen Rahmen bietet. Äußere Form sowie innere Gliederung und Zonierung stehen damit in einem spannungsvollen Verhältnis von Übereinstimmung und Überlagerung, das für den individuellen Nachvollzug Anregung, Überraschung und architektonischen Genuss bietet.
(Walter Zschokke, 2008)
Bauherr ETH Zürich
Planung Dietrich | Untertrifaller | Stäheli
Projektleitung P. Nußbaumer
Wettbewerb 2004
Bauzeit 2006 - 2009
Standort CH-8093 Zürich, Schaffmattstrasse 33
Nutzfläche 5.450 m²
Kubatur 52.300 m³
Baukosten 17 Mio Euro
Auszeichnungen 2010 Minergie ECO ZH-001, u.a.
Partner Statik: Mader Flatz Rissi, Bregenz ; SHP, Zürich | Haustechnik: GMI, Dornbirn | Elektro-Licht: Hecht, Rankweil | Akustik: Brüstle, Dornbirn | Bauphysik: Weithas, Hard | Geologe: Andres, St. Gallen | Fassadenplanung: Mosbacher, Schwarzach | Kostenplanung: Baudata, Schaan
Feriendorf REKA, Urnäsch (CH)
Im hügeligen Voralpengebiet der Ostschweiz, das von tief eingeschnittenen Tälern durchfurcht ist, befindet sich auf cirka 800 Metern über dem Meeresspiegel das Dorf Urnäsch am gleichnamigen Flüsschen, das durch den hier etwas breiteren Talgrund mäandriert. Östlich des Bahnhofs der Appenzellerbahn liegt auf einem sanft abfallenden Gelände das Feriendorf. Die 50 Einheiten für Familien mit Kindern sind in drei winkelförmigen Trakten zusammengefasst, die kammartig an einer Basis bestehend aus vier Häusern mit Gemeinschaftseinrichtungen andocken.
Im Süden führt die Kantonsstraße an der Siedlung vorbei. Hier schirmen die vier dem Gelände folgenden Gemeinschaftshäuser die dahinterliegenden Wohngebäude und -höfe von Lärm und Staub ab. Eine Unterführung erlaubt den gefahrlosen Zugang zu den Spielflächen und zum Badeplatz an der Urnäsch. Die Zufahrt zum Feriendorf erfolgt an der Ostseite, wo der Parkplatz und unter dem ersten Wohntrakt ein Parkdeck angeordnet sind. Die Zeile der Gemeinschaftsbauten weist ebenerdig im Osten den Haupteingang mit der Rezeption auf. Daneben befindet sich der Jugendraum, ein multifunktionaler Saal mit der Gemeinschaftsküche, der für Veranstaltungen vorgesehen ist. Im nächstliegenden Haus sind der Kindergarten, die Schulküche, die Bibliothek und der Fernsehraum untergebracht; im Untergeschoss liegen die Garderoben für das Schwimmbad, das im dritten Haus zugänglich ist. Im vierten Haus ist für fünf Kleintierarten in ihren Ställen Platz. Der Kontakt mit diesen Tieren und ihre Betreuung gehören zum Konzept des Feriendorfes. Hinter den vier Gemeinschaftshäusern verläuft über Rampen die interne Hauptachse der Siedlung. Die Wege zu den Ferienwohnungen zweigen davon rechtwinklig ab. Daran reihen sich in drei abgewinkelten, zweigeschossigen Baukörpern die Wohnungen mit zwei, drei, vier und fünf Zimmern, sodass zwei weitgehend geschlossene und ein halb offener Wohnhof gebildet werden. An einem Treppenhaus liegen im Erdgeschoss und im Obergeschoss je zwei Wohnungen. Ihre Grundrisse sind flächenmäßig optimiert, entsprechen aber in der Struktur normalen Familienwohnungen, die an der West- bzw. Südseite über breite Sonnenterrassen verfügen. Über den Untergeschossen und Gebäudesockeln aus Stahlbeton erhebt sich eine Holzkonstruktion, wobei dem Brandschutz großes Gewicht beigemessen wurde. Die Flachdächer sind extensiv begrünt, sodass die Siedlung, die meist schräg von oben zu sehen ist, gut in die Umgebung integriert wird.
Text: Walter Zschokke
Hypo Landesbank ZentraleBregenz
Der gesamte Gebäudekomplex – Altbau und Umbau – wird zur Zentrale einer Landesbank. Aufgrund der jüngsten Baugeschichte in die zweite Reihe und an den Kreuzungspunkt von einer Fußgängerzone und einer Hauptverkehrsstraße gerückt, schließt sich der Komplex zu einer viergeschossigen Randbebauung mit verglastem Erdgeschoss. Der Eingang öffnet sich zur Fußgängerzone mit einer einspringenden Ecke und einem großzügigen Foyer. Dem architektonischen Konflikt des ehemaligen Landtags als romantisierender Solitär innerhalb einer Blockrandbebauung wurde nun durch eine vollständige Ablösung und historisierende Ergänzung der Innenfassade Rechnung getragen. Hinter seinen denkmalgeschützten Fassaden wurde der Bereich für Geschäftskunden untergebracht, der über Brücken erreicht wird. Im Neubau sind auf Straßeniveau Beratungsund Serviceflächen eingerichtet. Im Kern verbleibt ein ebenso extern nutzbarer, doppelt hoher Innenhof mit Glasdach, von dem aus auch der ehemalige Landtagssaal im Altbau betreten wird. Das Erdgeschoss schließt rückseitig mit einer öffentlichen Bar, die auf einen kleinen Platz mit einer Skulptur führt. In den Geschossen darüber sind interne Büros untergebracht.Im obersten Geschoss, das durch den Umbau von einem Dach- in ein Vollgeschoss verwandelt wurde, sind die Räumlichkeiten des Vorstandes eingerichtet. Haustechnik und Klimaanlage finden schließlich in einem zurückgesetzten Dachaufbau Platz. Die neue Fassade zeigt sich als ruhiges, gleichmäßiges Raster mit großen, vorspringenden Fensterkörpern.Anthrazitfarbene Metallrahmen, die die Fenster umgeben, ragen etwa 25 Zentimete aus weißen Glasfaserbetonplatten hervor und zeigen sich im Inneren als tiefe, umlaufende Eichenholzrahmen.Ganz außen beruhigen zusätzliche Einscheiben-Verglasungen das Erscheinungsbild des Gebäudes. Ihre Reflexionen verwandeln die für Bankgebäude sonst übliche Abschottung durch Rollläden und Sichtschutzelemente zu einem diskreten gläsernen Schleier.
Text: Walter Zschokke
Erweiterung des Fachhochschulgebäudes am Campus Kuchl als moderner Holzbau in Passivhausstandard.
Diese wurden in den vergangenen Jahren in den „Holzstandort Kuchl“ erfolgreich integriert und genießen einen überregionalen Zulauf Aufgrund der dynamischen Entwicklung (die Anzahl der Studierenden beträgt momentan allein am Campus Kuchl mehr als 400) wurde die Erweiterung des 2003 in Betrieb gegangenen Bestandsgebäudes um ca. 1.500 m² Nutzfläche erforderlich.
Diese Erweiterung sollte sowohl den Anforderungen des Standortes mit dem Ausbildungsschwerpunkt Holz und Design qualitativ gerecht werden, als auch dem Ziel des Fördergebers Land Salzburg, das Gebäude im Passivhausstandard zu errichten, entsprechen.
Die FHS setzte sich daher zum Ziel, ein funktionierendes und authentisches Gebäudekonzept für einen mehrgeschossigen, konstruktiven Holzbau in Passivhausstandard mit einem Energieverbrauch von weniger als 15 kWh/m² p.a umzusetzen.
Der Fokus wurde vor allem auf die Bedürfnisse des Hochschulbetriebs gesetzt. Die Nutzer des Gebäudes - die Studierenden und Lehrenden der FH Salzburg - sollten an einem Hochschulstandort aktiv sein, der den Inhalten der wissenschaftlichen Lehre „Holz, Design und Nachhaltigkeit“ in den beiden Studiengängen entspricht und auch den berufsorientierten Ansprüchen gerecht wird. Das eigene Gebäude sollte sozusagen als „Best Practice Beispiel“ für Lehre und Forschung am Standort Kuchl dienen.
Eine Kernfrage der FHS lautete: „Wie muss das Gebäude in Passivhausstandard funktionieren, damit der einzelne Nutzer davon profitiert, sich darin wohlfühlt und tagtäglich die Vorteile selbst erleben kann?“ Die FH Salzburg setzte sich bei der Ausschreibung als Ziel, das Potential von 400 Studierenden als Multiplikatoren zu nutzen. Der Passivhausstandard soll sinnvoll und positiv bewertet, sprichwörtlich begriffen und dessen Vorteile nach außen hin weitergetragen werden.
Die FH Salzburg strebte zudem eine deutliche Positionierung gegenüber den Mitbewerbern im hochschulischen Bereich sowie der Wissenschaftscommunity im Sinne eines USP an, mit der Nebenwirkung, die Attraktivität der Studiengänge bei potentiellen StudiumsbewerberInnen zu erhöhen.
Methodik und Umsetzung:
Geladener Architektenwettbewerb mit ausgewiesenen Spezialisten für Holzbau und Passivhausstandard.
Es folgte ein intensiver Planungsprozess der FH Salzburg mit dem Planungsteam, um die Charakteristika und Herausforderungen eines Hochschulbetriebs (hohe Besucherfrequenz, empfindliche und kostenintensive Forschungseinrichtungen am Standort Kuchl bestmöglich umzusetzen.
In diesem Zusammenhang wurde ein Intensives Nachhaltigkeitsmarketing durch ein für den einzelnen Nutzer funktionierendes Passivhaus in entsprechend hochwertiger Architektur betrieben. In diesem Sinne folgte eine intensive Kommunikation mit den Nutzern und Möglichkeiten der Rückkoppelung, z.B. durch Einbindung der gesamten Thematik des Passivhauses in Lehrveranstaltungen.
Ergebnisse:
Das Gebäude konnte im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen in der von der FHS geforderten Qualität errichtet und den Nutzern mit Beginn des Wintersemetsers 2009/10 zur Verfügung gestellt werden. Die Rückmeldung der Studierenden, des Lehr- und Verwaltungspersonals sowie der externen Besucher ist bisher ausschließlich sehr positiv.
Studierende evaluieren zurzeit als Teil des gesamten Qualitätsmanagementskonzepts der FH Salzburg in Lehrveranstalten die Akzeptanz des Gebäudes bei den Nutzergruppen.
Der bisherige Betrieb zeigt, dass der geforderte Energieverbrauch von max. 15 kWh/m² p.a erreicht wird (Die Zahlen basieren auf einer Hochrechnung, da das Gebäude noch kein Jahr in Betrieb ist.)
Angelika Kauffmann MuseumSchwarzenberg
Am ansteigenden Hang westlich des Dorfkerns befinden sich zwei kleine Museen in einem historischen und sorgfältig gepflegten Wälderhaus. Der ehemalige Wohnteil dient als Heimatmuseum und weist den typischen, laubenartigen Vorraum auf, den die Bregenzerwälder „Schopf“ nennen, der, ungeheizt, mit von der Decke herunterklappbaren Läden oder Fenstern gegen Wind und Wetter abschließbar ist. Es ist ein Raumtypus, der von Dietrich I Untertrifaller gern verwendet wird. Das neue Angelika Kauffmann Museum füllt den früheren Wirtschaftstrakt und wird über dessen Tenne betreten.
Eine breite Schiebewand lässt sich beiseite schieben, und das Haus ist geöffnet. Das bis unters Dach hinaufreichende Foyer liegt hinter einer breiten Glaswand. Dagegen sind die Türen, der zu öffnende Teil, massiv in Holz gehalten und geschlossen. Das frische Blassgelb des Weißtannenholzes von Wänden und Möbeln kontrastiert mit der altersdunklen Blockwand des Wohnteils, die unverkleidet blieb. Neue Träger sind zum Abfangen der Dachlasten erforderlich und bestehen zur Unterscheidung vom alten Zimmermannswerk aus Stahlprofilen. Der Boden, sägeraue Tannenbretter, begeht sich sanft wie ein Teppich. Er zieht sich in den Ausstellungssaal hinein, dessen Seitenwände in drei flache Nischen gegliedert sind, unterteilt von schmalen, verglasten Zwischenräumen, in denen die Stahlprofilböcke zu sehen sind, die die Dachlasten der alten Holzbinder abfangen.
Hier wurde jedoch nicht ein „Haus im Haus“ gebaut – ein beliebtes Thema der Postmoderne. Vielmehr definieren die raumbildenden Elemente zwar den Ausstellungssaal, lassen aber trotzdem die Erinnerung an das schirmende, ehemalige Wirtschaftsgebäude zu, das mehr als die Hälfte des früheren Bauernhofs ausmacht. Die Porträts der großartigen, aus Schwarzenberg stammenden Künstlerin Angelika Kauffmann (1741–1807) kommen, mild beleuchtet, vor den weißen Hängeflächen bestens zur Geltung. Kleine und große Welt, Tradition und Innovation werden in diesem Bauwerk auf zurückhaltende Art und Weise geschickt miteinander verknüpft.
Text: Walter Zschokke
Passivhausanlage MühlwegWien
Im Nordwesten Wiens, vor den Weingärten des Bisambergs, beginnt eine weite Ebene nordöstlich der Donau. Die Antwort der Planer war eine offene Struktur von vier Baukörpern, an die andere, ebenfalls offene Baustrukturen anschließen könnten. Die kompakten, vierstöckigen Häuser mit einem Attikageschoss sind Teil einer größeren, in Holzbauweise errichteten Wohnanlage nahe dem Marchfeldkanal.
Die Anordnung ist lapidar. Während drei Häuser parallel angeordnet sind, ist das vierte um 90 Grad gedreht, sodass die Mittelzone, in der sich ein Spielplatz befindet, nach Süden etwas mehr geöffnet ist. In jedem Hauptgeschoss reihen sich vier Wohnungen um das innen liegende Treppenhaus. Je eine großzügige Loggia erlaubt ein komfortables Außenwohnen. Das zurückgesetzte Attikageschoss teilen sich zwei Wohnungen.
Im Gegensatz zu anderen in Stabwerke aufgelösten Holzbauweisen wurde bei diesen Gebäuden Holz in Form massiver Platten und Scheiben aus Brettsperrholz verwendet, die um das in Stahlbeton hochgeführte Treppenhaus die Tragstruktur bilden. Hauptvorteil ist die schnelle Montage aufgrund der vorgefertigten konstruktiven Teile. Die Fassade wurde elementweise im Werk hergestellt. Der Deckputz wurde nach der Montage am Rohbau angebracht, sodass der Kernbaukörper massiv wirkt und nur die angehängten Loggien und das Attikageschoss sichtbar aus Holz sind. Dies ist kein Widerspruch, denn die dicke Wärmedämmung auf ökologisch unbedenklicher Holzfaserbasis ist gut und kostensparend.
Die konsequente Beachtung aktueller bauphysikalischer Erkenntnisse sichert der Anlage den Passivhausstandard. Sonnenkollektoren auf dem Dach sorgen für die Warmwasserversorgung. Insgesamt wurden zahlreiche Forderungen an den Wohnungsbau der Gegenwart und der Zukunft erfüllt, ohne die Grenzen des geförderten Wohnungsbaus zu sprengen.
Text: Walter Zschokke
Haus A. - Einfamilienhaus Alge (Kehlegg)
Bevor der Weg aus dem Dorf heraus in die offene Landschaft ausläuft, ist das Haus unterhalb der schmalen Fahrspur hangparallel an die Kante der steil nach Südwesten abfallenden Wiese gesetzt. Die Einfachheit des Baukörpers betont diese Setzung als primäre architektonische Geste. Von ihr geht alle Ordnung aus, außen- wie innenräumliche, die Polarität zwischen der eingeschossigen Straßen- und der zweigeschossigen Talfassade ebenso wie die funktionale Gliederung des Hausinneren in ein obenliegendes Wohn- und ein darunterliegendes Schlafgeschoß, das seinerseits ebenerdig zum Garten liegt.
Straßenseitig läßt der Hauskörper Raum für einen dreieckigen Eingangshof. Durch ein flachgedecktes Nebengebäude, quer zum First des Hauses gestellt, und von dessen hölzernem Körper als Sichtbetonbau unterschieden, wird dieser Hof baulich gefaßt.
Das Wohnhaus eröffnet erst dem Eintretenden, daß seine Holzfassade lediglich die äußerste Schicht einer raumhaltigen Fassadenkonzeption ist. Der Schirm aus horizontalen Weißtannelatten, der den Baukörper vereinheitlicht, indem er einen Kranz von Terrassen und Außentreppen mitumschließt, überlagert sich mit innenseitigen, raumhohen Glas- oder Holzwandflächen. So entsteht ein Spektrum abgestufter Licht- und Blickdurchlässigkeiten, das die Räume gemäß ihrem Intimitätsgrad vor Einblick schützt und den talseitigen Ausblick in die Rappenlochschlucht zum allgegenwärtigen Begleiter des Wohnens werden läßt.
Konzerthaus Strassburg
Omicron Campus
Zentrale der Schertler-Alge Gruppe, Lauterach
Feuerwehr Thal, Sulzberg
Flachgasse, Wien
Festspielhaus, Bregenz
Stadthalle, Wien





