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08.08.2003

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Lichtdurchflutete Antike

Tschumis Akropolis-Museum in Athen darf gebaut werden


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Griechenlands Regierung hat den Bau des Akropolis-Museums rechtlich durchgesetzt. Aber der Zeitplan kam durcheinander (BauNetz-Meldung vom 26. 5. 2003).
Der Staatsrat, Griechenlands höchste Verwaltungsinstanz, wies Ende Juli 2003 den letzten aus einer langen Serie von Einsprüchen zurück, die von Verhinderern dieses bedeutendsten Museumsprojekts Griechenlands erhoben wurden. Damit darf das auf das Olympiajahr 2004 hin geplante neue Museum am Fuß der Akropolis gebaut werden.
Die 1994 verstorbene Kulturministerin Melina Mercouri träumte vom „schönsten Museum der Welt“. Ein zweiter Traum: Dort sollen die in Griechenland erhaltenen mit den im British Museum ausgestellten Teile des Parthenonfrieses vereint werden. Vorerst aber könnten endlich alle Funde von der Akropolis gezeigt werden. Sie haben in dem schlichten, überfüllten alten Museum auf dem Akropolis-Felsen keinen ausreichenden Platz.
Seit 26 Jahren wurden immer wieder Wettbewerbe für das Museum ausgeschrieben. Zwei national-griechische blieben ergebnislos. Aus einem dritten Verfahren, das 1998 international ausgeschrieben wurde und an dem sich 438 Architekturbüros beteiligten, gingen 1990 zwar Sieger hervor - doch ihre Projekte wurden nicht verwirklicht.

Schon immer fürchtete sich die Regierung vor dem Widerstand gegen die notwendige Enteignung einer Reihe von Wohnhäusern. Melina Mercouri überließ den Architekten nicht nur den Entwurf, sondern auch die genaue Positionierung des Neubaus - um die Verantwortung von sich abzuschieben. Die Mehrzahl der Archäologen hatte für den gegenwärtigen Standort Makriyanni optiert. Inzwischen wurde in diesem Areal eine neue Station für die U-Bahn ausgeschachtet. Dort wurden 1997 Teile des antiken, spätantiken und frühbyzantinischen Athen freigelegt. Inzwischen ist die Enteignung der umliegenden Häuser weit fortgeschritten, wenn auch noch nicht beendet. Wer noch sein Haus hatte, protestierte laut gegen die zu befürchtende Zerstörung der antiken Kulturschichten darunter.
Eben diesen einfachen Funden will das nun endgültige Architektenteam - der Schweizer Bernard Tschumi mit dem Griechen Michael Photiadis - auf Wunsch des griechischen Kulturministeriums im Museum einen bedeutenden Platz einräumen. Unter gläsernen Öffnungen in den Rampen des Museums, teils unter einem eigenen Schutzdach außerhalb des Museums soll neben den bedeutendsten Artefakten auch das Alltägliche sichtbar bleiben, soll der Bogen vom 7. vorchristlichen bis zum 7. nachchristlichen Jahrhundert gespannt werden.
Der oberste Archäologische Rat hat das Projekt nun gutgeheißen, nachdem eine Reihe von statischen Veränderungen vorgenommen wurden. Der Vorsitzende des Gremiums zum Bau des Neuen Museums, Dimitris Pandermalis: „Die Antike wird nicht in den Keller gesperrt, sondern in lichtdurchfluteten, großzügigen Sälen atmen können.“
Das Museum ruht nun auf 43 statt geplanter 55 Pfeiler. Die Bauarbeiten dürfen seit einer Woche weitergehen. Fraglich bleibt, ob es bis zur Eröffnung der Sommerspiele 2004 fertig wird.


 
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