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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Einweihung_der_neuen_MDR-Zentrale_in_Leipzig_7371.html

13.07.2000

Ein Bildschirm über der Stadt

Einweihung der neuen MDR-Zentrale in Leipzig


Am 13. Juli 2000 hat der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) in Leipzig sein neues Zentralgebäude eröffnet. Auf dem denkmalgeschützten Gelände des ehemaligen Schlachthofs an der Kantstraße entstand ein Neubau nach Plänen der Architektengruppe gps, Gondesen Piachnow Staack (Braunschweig) in Zusammenarbeit mit Struhk & Partner (Dessau).
Im Rahmen der neu geordnete Struktur von Rundfunk und Fernsehen in den neuen Bundesländern bildet die Leipziger Zentrale den „Schlußstein“ zu den bestehenden Landesfunkhäusern in Magdeburg, Erfurt und Dresden. Alle übergeorneten Abteilungen des MDR, die bislang an verteilten Standorten arbeiteten, sind so zusammengefasst. Es entstanden rund 1.000 Arbeitsplätze, unter anderem in Räumen für die Fernsehproduktion, übergeordneten Verwaltungsabteilungen und dem zentralen Fuhrpark. Im benachbarten Medienzentrum sind Werkstätten und Lager für Dekorationen untergebracht.
Nach dem Architekturwettbewerb von 1994, mehreren Überarbeitungsphasen und in Konkurrenz zu drei anderen Preisträgern erhielt das zweitplatzierte Büro gps den Zuschlag für den Bau. Das Projekt geht in seiner städtebaulichen Konzeption von einer Erschließungsachse aus, die in einen zentralen Platz mündet. Mit Respekt vor der zweigeschossigen Altbausubstanz am ehemaligen Schlachthofgelände hielten sich die Architekten in großen Teilen an die Materialien und Höhenausdehnungen der Umgebung und brachen nur an einer Stelle - mit dem Hochhaus - aus der gegebenen Struktur aus. Dieser Bauteil beherbergt die Fernsehredaktionen und ist auf Fernwirkung ausgelegt - sinnbildlich steht er wie ein riesiger Bildschirm über der Stadt. Die räumliche Struktur gliedert sich im Hochhaus in eine lineare Nordspange und ein nach Süden gerichtetes Kreissegment. Der Dachabschluss ist als Konferenzgeschoss mit 80 Sitzplätzen konzipiert. Nach Angaben der Architekten ist der Komplex ein "Lowtech"-Gebäude, das mit verschlankter Haustechnik auskommt. So wurde nur in unbedingt notwendigen Maßen Klimatisierung eingesetzt, so senken zum Beispiel Wasserbecken in den Höfen mit ihrer Verdunstungskälte das Temperaturniveau ab. Für den gesamten Bau betrug die Investitionssumme 450 Millionen Mark, darin enthalten sind 150 Millionen Mark für die Studiotechnik.

Eine Nachtansicht und eine Innenraumaufnahme sind als weitere Zoom-Bilder hinterlegt (alle Fotos: Klemens Ortmeyer, Braunschweig).

Weitere Informationen über den Neubau finden Sie in den BauNetz-Meldungen zur Grundsteinlegung vom 27.10.1997 und zum Richtfest vom 28.10.1998. Außerdem auf der Website der Architektengruppe gps und beim Mitteldeutschen Rundfunk.


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