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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Zwoelf_Architekturen_fuer_Mensch_und_Tier_7629563.html

10.06.2021

Von Zooanlage bis Katzencafé

Zwölf Architekturen für Mensch und Tier


Die Pinguinanlage von Tecton im Londoner Zoo aus dem Jahr 1934 gehört zu den bekanntesten Bauten für Tiere. Damals war die Verwendung von Stahlbeton neu und innovativ, sodass dem Becken mit den schwungvollen Rampen viel Aufmerksamkeit zuteil wurde. Das Projekt zählte zu den ersten Aufträgen des russischen Architekten Berthold Lubetkin, der 1931 nach England emigrierte und dort als Pionier der Moderne galt. Doch so spektakulär die Konstruktion auch war, die Bedürfnisse der Tiere erfüllte sie nicht, die Pinguine mochten einfach nicht drauf sitzen. 2004 baute man ihnen ein neues Zuhause und stellte Tectons Gehege unter Denkmalschutz.

Hat man aus dieser Erfahrung gelernt? Das BauNetz-Archiv versammelt eine Reihe jüngerer Bauten, die Architekt*innen für Tiere konzipiert haben, um sie zum Beispiel im Zoo beobachten oder als Haustiere halten zu können. Wessen Interessen – die der Menschen oder die der Tiere – dabei im Vordergrund stehen, ist klar. Erst ein genauer zweiter Blick wird beantworten, ob die planerischen Ideen auch bei den Tieren gut ankommen. Ob beispielsweise die Panda-Anlage von BIG im Kopenhagener Zoo wirklich das Einzelgängertum der Bären berücksichtigt, ob im Café von Davidson Rafailidis in Buffalo tatsächlich Katzen an Besucher*innen vermittelt werden und ob in der von Henning Larsen geplanten Holzsiedlung in Kopenhagen künftig Menschen und Tiere harmonisch zusammenleben.

Einmal mehr hat die Pandemie deutlich gemacht, wohin die Ausbeutung der Natur durch die Menschen führen kann und dass Städte dabei eine zentrale Rolle spielen. Wie eine Planung aussehen muss, die das Tierbedürfnis in die Gestaltung einbezieht und so Räume schafft, die allen Lebewesen zugutekommen, das Stadtklima verbessern und die Artenvielfalt erhöhen, zeigten wir in der Baunetzwoche#544 „Mehr Wildnis in der Stadt“. Auch die Ausstellung „Cohabitation“, die aktuell in Berlin zu sehen ist, regt dazu an, das Zusammenleben von menschlichen und nicht-menschlichen Lebewesen in urbanen Räumen neu zu denken. Die Debatte um den Zusammenhang von Biodiversität, Klimaschutz und Zivilisation ist in vollem Gange. (fm)

Titelbild: Panda-Anlage von BIG im Zoo Kopenhagen, Foto von 
Rasmus Hjortshoj


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