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14.02.2018

Türme für die Nordspitze

Wohnkomplex auf Zeeburgereiland von Studioninedots in Amsterdam


Das Fassadenraster bestimmt nicht nur die Architektur in deutschen Städten, selbst wenn es mit dem Neubau des BND auf 280 Metern Länge hierzulande bislang ein Höchstmaß erreicht hat. Im Stadtwachstum von Amsterdam etwa taucht diese strenge Form der äußeren Gestaltung ebenfalls auf. So hat auch Studioninedots für seine beiden Wohntürme auf der Stadtinsel Zeeburgereiland, die derzeit in ein dichtes Wohngebiet umgewandelt wird, zwei Varianten des klaren Fassadenmusters gewählt: das gestreckte, der Industriearchitektur entnommene Raster und die auch am BND so prominent eingesetzte Schießscharte. Doch zeigt das Amsterdamer Büro, dass ein Raster nicht immer gleich visuelle Wiederholung bedeuten muss, sondern ein optisches Spiel hervorrufen kann.

Anstatt ein massives Gebäude an die Nordspitze der Insel zu setzen, entwickelten Studioninedots zwei unterschiedlich hohe Türme: den acht Etagen hohen De General und den vierzehn Stockwerke zählenden Akropolis. Beide zusammen beherbergen 142 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe und sind unterirdisch über ein gemeinsames Parkhaus verbunden. Oberirdisch formulieren die Architekten einen öffentlichen Platz, der den städtebaulich besonderen Standort für die Allgemeinheit öffnet. Zugleich – ganz praktisch – stellt die Pflasterung des Platzes die Überdeckung der Tiefgarage dar.

De General und Akropolis sind zwei kompakte, schlanke Volumen, die nach Aussage der Architekten in den ursprünglichen Plänen des Investors de Alliantie Huizen | Lingotto Amsterdam höher und breiter vorgesehen waren. Studioninedots konnten jedoch mit ihrem Entwurf zweier gestaffelter Gebäudefiguren eine bessere Durchlüftung, mehr Sonneneinstrahlung sowie für möglichst viele Bewohner einen Blick aufs Wasser durchsetzen. Schließlich spiegelt auch die Backsteinfassade diese schön unregelmäßigen Gebäudekörper wider. Die zwei Raster alternieren je Staffelung. Die scharf aus der Fassade stechenden, unterschiedlich großen Balkone widersetzen sich diesem System und scheinen wie frei auf die Fassade verteilt. Das optische Ergebnis ist schließlich alles andere als streng. (sj)

Fotos: Peter Cuypers, Luuk Kramer


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