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20.08.2020

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Dörfchen im Kiefernwald

Wohnhaus von HofmanDujardin in den Niederlanden


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Es sollte ein kleiner Rückzugsort entstehen mitten in einem Kiefernwäldchen in der flachen Landschaft rund um Tonden, einer kleinen Gemeinde in der Provinz Gelderland im Süden der Niederlande. Gerade so groß war das Grundstück, dass das Gehölz die von industrieller Landwirtschaft geprägte Umgebung und damit auch die Mühen das Alltags ausblenden würde. Mit dem Entwurf wurde das bei Amsterdam ansässige Büro HofmanDujardin betraut, das vor kurzem schon eine Villa in einem Kiefernwald fertigstellen konnte.

Hinsichtlich räumlicher Bezugspunkte verhält es sich in einem flachen Wäldchen allerdings ähnlich wie auf der grünen Wiese – sie sind rar. Die Architekt*innen schlugen daher gleich drei verbundene Volumen vor, die aus manchen Perspektiven als Spieldorf durchgehen. Das westliche Volumen nimmt den Eingangsbereich, das Elternschlafzimmer und unter dem Dach zwei Gästeschlafplätze auf, im nördlichen befindet sich neben einem Abstellraum ein Kinderzimmer, im südlichen schlussendlich der Wohnraum mit offenem Dach.

Sämtliche Außenflächen inklusive der Dächer sind einheitlich mit einer Holzlattung verkleidet. Die Ausgestaltung der Volumen wurde soweit reduziert, dass die im Wohnraum sichtbare Dachkontruktion dazu schon fast in Widerspruch steht. Auch alle Öffnungen wurden zurückhaltend und präzise gesetzt; so gibt es nie mehr als eine, meist asymetrisch ausgeführte pro Wand- oder Dachfläche. Der Übergang zwischen Wohn- und Außenraum gestaltet sich dank großflächiger Schiebetüren nahezu schwellenlos. Andere Fensteröffnungen sind übergroß und als Fixverglasung verbaut. Wo notwendig, wurden außerdem Lüftungsklappen integriert.

Ihr Zugang zu Architektur fokussiere auf das Wohlbefinden des Menschen in seiner Umgebung, so das Büro auf seiner Website, das seine Erfahrungen vor einiger Zeit in einer Shaping Intuition betitelten Publikation veröffentlicht hat. Auch das verschlafene Kiefernwäldchen fühlt sich mit seinen neuen Einwohnern hoffentlich gut. (hn)

Fotos: Matthijs van Roon


Kommentare

2

ol_wei | 26.08.2020 08:32 Uhr

meine güte...

....wenn dachziegel, regenrinnen und regenfallrohre der qualitätsmaßstab für einen guten entwurf sind, ist es mit dem berufsstand des architekturschaffenden doch noch schlechter bestelllt als vermutet.
ob das dach dauerhaft funktioniert? ohne details bilde ich mir dazu jedenfalls kein urteil.

1

joscic | 21.08.2020 09:19 Uhr

Zugang zur Architektur

merkwürdig, geradezu verdächtig, daß eine Selbstverständlichkeit, "fokussieren auf das Wohlbefinden des Menschen", noch extra erwähnt werden muß. Elementare Voraussetzungen dafür schenen mir bei diesem Haus dann auch außer Acht gelassen worden zu sein, zum Beispiel ein funktionierendes Dach. Dachziegel, Regenrinnen und Regenfallrohre stehen doch eigentlich dem Wohlbefinden in keiner Weise entgegen, wohl aber einer bestimmten Entwurfs Ideologie. Die Mücken des verschlafenen Kiefernwäldchens werden sich sicher mit den neuen Einwohnern gerne anfreunden.

 
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