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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wohnhaus_von_FAR_frohn_rojas_in_Berlin_6981992.html

02.09.2019

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Vorbild Gewerbehalle

Wohnhaus von FAR frohn+rojas in Berlin


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Zwei Jahre lang hat der Berliner Architekt Marc Frohn, Mitinhaber des Büros FAR frohn&rojas, nach einem Grundstück gesucht, bis er die kriegsbedingte Baulücke im blockrandbebauten Berlin-Moabit für sein radikales Wohnhaus fand. Die Idee: Er wollte er mit Betonfertigteilen bauen, die sonst zur schnellen Errichtung von Gewerbehallen verwendet werden. Denn sein Interesse gilt einer Frage, die Architekten seit Jahrzehnten bewegt: Wie lässt sich das systemische Bauen mit einem großen Freiheitsgrad verbinden?

Der soeben fertiggestellte sechsgeschossige Wohnungsbau mit Büroflächen im Erdgeschoss ist zugleich eine Antwort auf die virulente Frage, wie die Rohbaukosten minimiert werden können. Die Nettobaukosten berechnet auf die Bruttogrundfläche geben die Architekten mit 1.500 Euro pro Quadratmeter an, das Planungshonorar ist darin allerdings nicht eingeschlossen. Lange vor Entwurfsbeginn haben sie die Fertigungsprozesse im Betonteilwerk studiert, haben gelernt, dass man sich unter anderem über die Abmessungen des Schalungstisches nähern muss, dass es rund 40.000 Euro kosten würde, den dort vorgegebenen Achsabstand anzupassen, dass es darauf ankommt, herauszufinden, wie man ohne Zusatzkosten Veränderungen an den Elementen vornehmen und zugleich das Grundstück optimal ausnutzen kann.

Die Fertigteile spannen nun 13 Meter über die gesamte Tiefe des Hauses. Oder anders: Frohn hat für das Haus sechs mal eine Gewerbehalle übereinander gestapelt. Das ermöglicht maximal flexible Grundrisse für Mietwohnungen und Wohnateliers zwischen 30 und 110 Quadratmetern. Durch die Unterzüge entsteht eine ganz eigene Ästhetik, die durch die Glashülle hindurch wie eine Art Oberlichtband wirkt. Im Sinne des systemischen Ansatzes ist auch die Fassade ein Standardelement, ebenso wie das Trapezblech für den Dachaufbau, der an ein Gewächshaus erinnert und der der oberen Wohnung als Austritt dient.

Ein Jahr lang haben Marc Frohn und Mario Rojas Toledo mit ihrem Büro geplant, ein Jahr lang gebaut. Der Rohbau war in sechs Wochen fertig. „So etwas kann man nicht nach den Leistungsphasen durcharbeiten“, sagt Frohn auf der Vorstellung des Projekts im Rahmen einer Arch+-Veranstaltung Mitte August. Und kommt damit an einen entscheidenden Punkt der Architekturdebatte. Einerseits brauchen wir dringend derartig experimentelle Projekte, bei denen die Architekten quer denken und sich über konventionelle Wege hinwegsetzen. Möglich ist das meist nur, wenn sie selbst als Bauherr auftreten und damit das finanzielle Risiko tragen. Wichtig ist andererseits aber auch, dass diese Pioniertaten in den großen Maßstab übertragen werden. Dafür braucht es mutige Auftraggeber, gerade in Zeiten des Baubooms. (fm)


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Kommentare

52

Andreas Tischler | 06.09.2019 21:14 Uhr

Baukosten

Niemand hier weiß, was das Grundstück gekostet hat, den Bodenrichtwert zu nehmen ist wohl eher Wunschdenken und wenn es einen „versteckten“ Kostentreiber gibt ist es der Grund und Boden.

Darüber hinaus kennen wir die Preise für die anderen WE nicht – vielleicht ist es einfach eine Mischkalkulation.

Und selbst wenn der Architekt und Entwickler für alle Einheiten die genannten Preise nimmt – so what? Es ist ein kein Riesenprojekt, das wegen der neuen Mieter auf einmal SojaMatchaBoutiquen® aufpoppen werden. Die Zielgruppe, die mit der Gestaltung angesprochen wird, sollte es hinkriegen und Moabit wird es aushalten.

Auch Architekten dürfen Geld verdienen.

51

g.k. | 06.09.2019 19:10 Uhr

@50


Kennen Sie diese weissen Plastikstühle ?
Die sind stapelbar, abwaschbar und allwettertauglich.
Die gibt es auf der ganzen Welt und die sind auch unschlagbar billig .

50

Barbara | 06.09.2019 17:14 Uhr

@ Peter


„Das große Thema ist bezahlbarer Wohnraum“.

Da stimme ich Ihnen voll zu.
Der Weg dorthin ist komplex, das vorliegende Konzept kann evtl. EIN Baustein von vielen sein auf dem Weg dorthin.

Aus meiner Sicht habe ich das Prinzip der - sich grundsätzlich unterscheidenden - Kosten für die Entwicklung eines Prototyps und die Kosten für eine serielle Herstellung dargestellt, oder?
Stellen wir uns einfach anstatt eines Hauses die Kosten für die Herstellung eines Stuhls vor ... einzeln oder in Serie.

Insofern komme ich nicht - so wie Sie - bereits jetzt schon zu dem Urteil, das Gebäude habe als Prototyp versagt.

49

peter | 06.09.2019 09:10 Uhr

ist mir wirklich...

unerklärlich wie man 16,41 euro kaltmiete auch noch verteidigt.

das große thema ist bezahlbarer wohnraum, für den man keine steuerliche bedienungsanleitung braucht, um sich diesen leisten zu können.

als prototyp dafür hat das gebäude ganz offensichtlich versagt.

48

Barbara | 05.09.2019 22:40 Uhr

Zur Sache, Teil 2

Baukosten und Mietpreise:

„Das Planungshonorar ist darin allerdings nicht eingeschlossen“ (Artikel Baunetz, 02.09.2019).

Dies erklärt die grundsätzlich niedrigen „Nettobaukosten“ von 1500 Euro (im Kommentar Nr. 46 differenzierter aufgeschlüsselt).

Die Planungsphase wird als intensiv und lang beschrieben und wird - verständlich- bei Verkauf und Vermietung berücksichtigt bei der Erstellung eines Prototyps. Zumindest in Teilen. So meine Vermutung.

Bei einem Bau in Serie sähe dies schlagartig anders aus. Die dann insgesamt (relativ) niedrigen Gesamtkosten könnten an Mieter und Käufer weiter gegeben werden und die Zielgruppe der Bewohner erweitern. Dies ist aus meiner Sicht wünschenswert.

Genau dies ist auch eine wesentliche Zielsetzung der planenden Architekten / Bauherrn.
Insofern eine interessante Option für Politik und den „sozialen Wohnungsbau“ bzw. für vergleichbare Konzepte.
Konzepte, welche zwingend gefördert und angekurbelt werden müssen, um Wohnen bezahlbar zu machen und um in Großstädten wie München oder Berlin eine soziale, lebendige und durchmischte Stadtkultur zu fördern bzw. zu erhalten.

Ein weiterer Aspekt zum Thema „Kosten“: Die bei Immoscout angebotene Wohnung (im „Prototyp“!) ist als „Teilgewerbe“ nutzbar.
Durch steuerliche Entlastung können in diesem Fall Mietpreis, Wohnnebenkosten (sogar Energiekosten) je nach Nutzung individuell sinken - z.B. durch die steuerlich anerkannte „Absetzung“ eines Arbeitszimmers.

Je nach Bedarf lässt sich sogar die komplette Miete für eigenständige Büroräume an einem anderen Ort einsparen.
Insbesondere Letzteres ist eine keineswegs selbstverständliche - und Kosten senkende - Option beim Anmieten einer Wohnung in diesem Projekt. Kostensenkung durch die Art der individuellen Nutzung.

Das sind meine Gedanken. Aus einem anderen Berufsfeld kommend, interessiere ich mich seit Jahren für Fragen des bezahlbaren Wohnens, für Architektur und für die enorme Lebensqualität, die sich aus gelungener Architektur ergeben kann - wie auch umgekehrt.

Wer darüber mehr lesen möchte, dem sei empfohlen:
Alain de Botton „Glück und Architektur. Von der Kunst, daheim zuhause zu sein.“

47

Barbara | 05.09.2019 22:38 Uhr

Zur Sache, Teil 1

Versuch einer Versachlichung der Debatte...

Zur Wohnqualität und zum Wohlfühlfaktor:

So unterschiedlich wie Menschen sind, so unterschiedlich sind ihre Geschmäcker, Bedürfnisse und Erwartungen an Wohn - und Lebensräume.
Voraussetzung: Grundlegende Funktionen von Wohnungen werden beachtet - wie z.B. Schutz, Privatheit, Sicherheit.
Dies ist gegeben.

Ich selbst kann mir - nach umfassender Besichtigung - sehr gut vorstellen, in einer der Wohnungen zu leben:
Mit funktionellen Grundrissen, Klarheit, viel Licht und Blick ins Grüne, wohltuenden Sichtachsen - insgesamt einem offenen Wohnkonzept mit guten Rückzugsmöglichkeiten.

Ob die Gestaltung des Gebäudes dem Gewerbebau, dem Parkhausbau oder dem Plattenbau angelehnt ist, ist mir persönlich ziemlich egal. Diese Frage sehe ich nicht ideologisch.
Der aktuelle Hype um frühere Industriebauten und deren Umwandlung zu Wohngebäuden mit Lofts zeigt doch bestens, wie sich Funktionen von Gebäuden und Geschmäcker im Laufe der Zeit verändern können, wie ursprüngliche Nutzungsformen sich grundlegend wandeln.
Auch die architektonischen Vorbilder - ob Schinkel oder Scharoun et. al. - interessieren mich persönlich in diesem Zusammenhang kaum.

Einzige Bedingung: Ich möchte mich wohl fühlen mit und in einer Wohnung, in einem Gebäude. Und ich muss sie mir leisten können.

46

mehmet | 05.09.2019 10:26 Uhr

rechenexempel ganz grob

....@45,42

wenn KG 300+400 ca. 1.500.- euro kosten, angenommen netto, sollten davon folgende Kosten abgeleitet werden:
- KG 200: 2%
- KG 500: 6%
- KG 600: 3%
- KG 700: 22%

zusammen 33%, also 1.500.- plus 33% = ca. 2.000.- euro/m² BGF, netto, Baukosten, das ist schon nicht schlecht.

Dazu kommt KG 100, das Grundstück, ca. 500m², mal bodenrichtwert moabit 2.500.- euro ergibt ca. 1.25 mio für das Grundstück.

pro Etage schätze ich 240m² BGF, gesamt oberirdisch dann ca. 1.500m², daraus ergibt sich ca. 800-900 euro pro m² anteiliger Grundstücksanteil.
ca. 40%, völlig normal, München ist über 50%.

d.h. wir kommen auf 2.000+900= 2.900.- euro Herstellungskosten BGF,

umgerechnet auf Nutzfläche, da gibt es verschiedene ansätze, ich würde sagen 75% sind hier nutzbar, wären das ca. 2.900 + 25% also

ca. 3.625.- Euro/m² NF/Wohnfläche.

Die Miete beträgt 16,40€/m² nettokalt, das entspricht einer Jahresnettokalt von 12*16,40= 200€
das multipiliziert mit dem aktuellen Vervielfältiger von Wohnbau in berlin (=30) ergibt ca. 6000.-€ NF
oder ca. 4.500€/m² BGF

macht man also irgendwas zwischen 1.000 und 1.500€ Gewinn pro m² BGF.

ist doch ok. Sehe da kein Enteignungsgrund, obwohl ich da grundsätzlich nicht dagegen bin. Der Bodenwert ist das Problem, da sehe ich lösungen, §176 BauGB wieder durchsetzen, Grundstückspekulation ist nämlich, man staune, gesetzlich verboten.

45

g.k. | 04.09.2019 20:53 Uhr

@42


Und was machen wir nun mit dem wagemutigen neuen Konzept zum günstigen Wohnungsbau ?

16,41 €/qm kalt ist kein Pappenstiel.

Wenn das Frau Lompscher wüsste.

Enteignen ?

Oder gilt das nur für grosse
Wohnungsbauunternehmen ?

44

pedro | 04.09.2019 17:47 Uhr

Fazit:

Beeindruckendes Experiment zum Thema
Kostenminimierung bei Gewinnmaximierung mit Demontage ohne Kompensat.

43

Rolf | 04.09.2019 16:30 Uhr

Less is more (profit)

Der Bauherr (hier auch Architekt) baut Wohnungen zum halben Preis und verlangt das Doppelte. Genial! Wen juckt da die Architektur

42

peter | 04.09.2019 15:51 Uhr

oh yeah!

Architektonisches Highlight mit hoher Sichtbetondecke, Loggia, raumhohen Fenstern und EBK

Waldenser Strasse 25,
10551 Berlin, Tiergarten (Tiergarten)

1.330 € Kaltmiete
3 Zi.
80,65 m² Fläche



16,41 €/m² KALT - vorbildlich!

41

Eiermann | 04.09.2019 15:03 Uhr

top of the comments

40.

40

Frauke | 04.09.2019 14:44 Uhr

Plattenbau Romantik

@Mies
sehr weak, Ok bei dem Spruch "vielleicht haben Sie einfach zu lange im Plattenbau gewohnt" sollten wir das ganze dann vielleicht beenden.

Um das Niveau der Diskussion wieder zu heben und da wir schon bei so vielen lyrischen Kommentaren sind sollte diese Liebeserklärung an die Fertigteil Architektur von Sido doch nicht fehlen:


Mein schöner weißer Plattenbau wird langsam grau
Draufgeschissen! Ich werd' auch alt und grau im MV
Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend
Meine Straße, mein Zuhause, mein Block
Meine Gedanken, mein Herz, mein Leben, meine Welt
Reicht vom ersten bis zum sechzehnten Stock

39

Mathias | 04.09.2019 11:54 Uhr

Thermische Trennung

Ich finde die optik durchaus charmant und zum Wohnen geignet. Wie jedoch ist es Möglich die Betonträger so von außen nach innen rauschen zu lassen? Ich sehe auf den Bildern/Plänen keine Maßnahmen von thermischer Trennung. Die Hallen funtionieren, meines Erachtens, deshalb weil die Kostruktion komplett verkleidet wird.

38

1909041104 | 04.09.2019 11:04 Uhr

nicht immer alles Mies machen

Wenn wir jetzt in den Obstkorb statt Mies und Lacaton Vassal noch Prouvé als Referenz einwerfen, um nicht nur Äpfel und Birnen zu haben, wird die Diskussion sicher noch besser.

Ich verstehe nicht, wie Kollegen immer so wütend werden, nur weil eine gebaute Ästhetik nicht deren eigenem Geschmack entspricht. Auch hier so ähnlich wie beim Wohnhaus von Wolfgang Zeh, ist der Architekt wieder der eigene Bauherr und kann seine ästhetischen Experimente selbstbestimmt umsetzen. Wo ist also das Problem? Ich vermute, er wird keine Schwierigkeiten haben, genug Bewohner für die zehn Wohnungen zu finden.

37

Rolf | 04.09.2019 11:01 Uhr

Miet- oder Eigentumswohnungen

Kann mir jemand sagen ob es sich bei dem Projekt um Miet-, Eigentums-, oder sogar Sozialwohnungen handelt? Ist denn die Miete oder der Kaufpreis jetzt besonders günstig?

36

... | 04.09.2019 11:00 Uhr

...

Eine emotionale Diskussion auf unterstem Niveau ... sollte das in einem "Fachforum" passieren?

Ob man es gut findet, darin wohnen möchte oder nicht... meiner Meinung nach alles Geschmackssache. Ich finde es ist ein berechtigter Beitrag und Versuch, warum nicht?

Einzige Kritik meinerseits: Die Grundrisse der 2-Raum Appartements halte ich für nicht gelungen, keine Eingangszone, keine Garderobe... man steht direkt in der Küche/Wohnraum. Das halte ich für sehr unpraktisch/unangenehm. Aber auch das werden einige anders sehen.

35

Stefan | 04.09.2019 10:25 Uhr

Probieren geht über Studieren

für mich ein schönes Projekt, städtebaulich sehr gute Setzung. Sehr gute Grundrisse. Tolle Fassade. Ich hoffe der aussenliegende Sonnenschutz wird noch so realisiert wie in der Arch+ 233 damals dargestellt.

Wer will, kann es ausprobieren. Auf Immobilienscout sind noch zwei Wohnungen zu haben. Zu mieten direkt vom Bauherren. Die Kaltmiete legt allerdings die Vermutung nahe, dass die übrigen Kostengruppen nicht so günstig waren, wie die 300 und 400...

34

mawa | 03.09.2019 23:27 Uhr

Innenräume

Ich weiß gar nicht, was an den Innenräumen so schlimm sein soll. Hohe Decken, viel Glas, platzsparend angeordnete Heizung und, wie mir scheint, ganz ordentliche Grundrisse. Das im Artikel beschriebene »Oberlichtband« auf Höhe der Unterzüge finde ich auch ganz reizvoll. Die Miniloggia hat vermutlich keinen enormen Nutzwert, ja, aber in Paris gibt es unzählige Hochhauswohnungen mit extrem kleinen Balkonen, auf die nur ein Stuhl, ein Tischchen mit einem Aschenbecher und ein Blumentopf draufpassen, da findet man das geradezu pittoresk.
Was ist genau das Problem? Dass da kein Stuck an der Decke ist? Es wird ja auch wohl nicht verboten sein zu streichen.

33

Fritz | 03.09.2019 19:30 Uhr

Lässig

lässiges Teil - würde ich gerne drin wohnen. Sehr gelungen rund herum! TipTop

32

Mies | 03.09.2019 19:21 Uhr

@Max

"Sie schaden uns alle mehr als alle vermeintlichen Parkhausbauten."

Wenn meinen Sie bitte mit "uns alle"?

Seit wann schadet eine Diskussion mehr als ein misslingendes Wohngebäude? Das Gebäude steht nun da und wird auch noch eine Weile dort stehen bleiben.

Also, bitte lassen Sie mal die Kirche und Dorf. Völlig übertrieben.

Wenn die sachlichen Stilmittel nicht vorhanden sind, oder sich dem Ende nähern, werden solche Keulen rausgeholt.

31

Moritz | 03.09.2019 19:20 Uhr

Versuch

Ich möchte einen Versuch zur Schlichtung vornehmen:Der Diskurs sollte doch sein zu schauen, ob das, was man für 1.500 €/qm bgf netto bekommt denn nun ausreicht. Mies hat ja wie viele andere Protagonisten der Moderne nur mit dem Begriff Funktionalismus gespielt. In Wahrheit hat auch er seine Mittel zur ÜberhÖhung gehabt und konnte nur deswegen einen Kommentar zum Klassizismus bringen. Wie meistens bringt ein Vergleich mit der Moderne wenig, fehlt doch der Kontext, in dem diese Architektur entstand und in dem ihre Protagonisten agierten und an ihren eigenen Mythen geschraubt haben. Unser "Mies" liegt natÜrlich genauso falsch wie Frauke, einzig das Äpfel mit Birnen vergleichen hat einen Funken Wahrheit in sich. Sollte der Versuch von FAR nun Anerkennung finden? Immerhin wird hier das Experiment unternommen durch konsequente Unterwerfung von Maß und Zahl vor der Bauindustrie die Herstellungskosten (erfolgreich) zu reduzieren. So neu ist das jedoch nicht. FAR konnten bei brandlhuber lernen, was man alles weglassen kann. Brandlhuber selbst jedoch ist nun aber auch ein Zauberkünstler im Sinne von Mies und vielleicht wollten FAR dem bewusst hier nicht folgen. Be simple but not simpler. Und hier hakt es. Sieht man sich die Kosten des weitere Lebenszyklus des Gebäudes an wird man feststellen, dass dem geringen invest auf Entwicklerseite höhere Kosten auf Nutzerseiten entgegenstehen. Kein Zauberkünstler kann nämlich am Ende die "BWL-Mittelwerte" austricksen. Als letzter Aspekt bleibt die Qualität des fertigen Werkes. Referenz sollte hier aufgrund des Typus, der Produktionsbedingungen, des Nutzerkreises oder vielleicht einfach des gesunden Menschenverstandes jedoch weder Berliner Schloss noch Farnsworth House sein, eher muss sich die Architektur an ihrem Kontext, an vergleichbaren Wohnungsbauprojekten und an ihren Gebrauchswert messen lassen. Ich komme (nur für mich) zu dem Schluss, dass hier (ganz im Zauberkünstlersinne) etwas Überhöhung gut getan hätte. Aber dann wären wir eben wieder bei 2250 Euro...

30

cavallerio@ | 03.09.2019 18:46 Uhr

Schönes Gedicht

@g.k.

Ein tolles, kurzes Gedicht.
Schöne Zusammenfassung.

Es stimmt mich traurig, dass dieselben Fehler immer und immer wiederholt werden müssen.

Die Architekten wollen einfach nicht lernen. Sie bauen halt immer für ihr eigenes Ego, selten für die Bewohner. Am Ende gibt es noch vom Kollegen Schulterklopfen. "Haste wieder super jemacht. Die Fassade sieht echt dufte aus. Der Inneraum ist ja uch ejal! Sieht doch eh keiner von außen..."

@Max
Ich würde sagen, dass die neue Stasi gleich bei ihnen anfängt. Gibt dann Minuspunkte auf ihrem Sozialkonto.

29

Mies | 03.09.2019 18:06 Uhr

Wer lesen kann ist klar...

"...siehe u. a. Barcelona, Brünn, Farnsworth, Stuttgart usw. "

u. a. = unter anderem

Ich glaube nicht, dass es zielführend ist, hier das gesamte Werk von Mies van der Rohe aufzuführen. Es waren Beispiele, die Ihre Aussagen wiederlegt haben.

Diesen Versuch haben Sie überhaupt nicht verstanden, sowie Sie die Bezüge und Hintergründe der Architektur. Vielleicht haben Sie einfach zu lange in der Platte gewohnt!? Anders kann ich ihre Reaktionen nicht nachvollziehen. Sie fühlen sich ja regelrecht angegriffen! Albern! Es geht hier nicht um Sie, es geht um Architektur.

28

g.k. | 03.09.2019 17:19 Uhr

Wohnen


Kaninchenstall, Kaninchenstall,
Du bist so schön,
du bist so kahl.

Nur ein Kaninchen bin ich nicht,
statt dessen so ein armer Wicht,
der wohnen muss in dem Gehäuse,
zu einem wahrlich stolzen Preise.

Der Architekt jedoch versichert,
- und hat dabei auch noch gekichert,
dass das des Wohnens Zukunft wär´,
ich sollts geniessen, bittesehr.

27

Frauke | 03.09.2019 16:54 Uhr

Parkhaus

@Mies
mal eine Frage da sie mit Bauhaus nicht BAUHAUS meinen, meinen Sie mit Parkhaus auch nicht PARKHAUS ?
Hier muss doch irgendein grundsätzliches Miesverständnis vorliegen. Meinen Sie ein HAUS im PARK und daher auch das Beispiel Haus Farnsworth?

Also Parkhaus als negativ Beispiel darstellen und dann L&V wiederum als Gegenbeispiel ??
Ein Architekurbüro, welches selber als Konzept sagt sie setzen ein Gewächshaus auf ein Parkhaus ( 23 Viviendas En Trignac)?
Die Escuela de Arquitectura de Nantes hat ja sogar noch eine Rampe mit dabei.

Aber im Ernst es würde mich wirklich mal interessieren, was Ihnen denn nun genau so stark an dem Projekt Miesfällt? Liegt es an den Fertigteilen oder den Schiebelementen? Nach ihrem letzten Kommentar zu lacaton Vassal kann es nur an der Parkhaus ähnlichen Betonstruktur ja nicht liegen.

26

Max | 03.09.2019 16:44 Uhr

@Mies@Rudi@solong

Sie alle sollten bei Ihrem Stil, Ihrer Rechtsschreibung, Ihrer Interpunktion und Ihren dürftigen Allgemeinplätzen wirklich nicht so beleidigend sein. Da ich davon ausgehen muss, dass auch Sie Kollegen sind, muss es auch in Ihrem Interesse sein, dass der interessierte Laie beim Durchlesen dieser Seite den Eindruck bekommt, in unserer Disziplin wird professionell gearbeitet und gedacht. Sie haben jedoch weder Mies verstanden, noch Lacaton & Vassal, nicht mal die neue Rechtschreibung. Sie schaden uns alle mehr als alle vermeintlichen Parkhausbauten. Sie unterbinden den Diskurs, Sie fahren das Niveau herunter, Sie schüren den Hass. Sie sind alle so falsch hier, dass ich mir wünsche, die Redaktion würde endlich eine Qualitätskontrolle der Kommentare einführen.

25

Dr. Yikes | 03.09.2019 16:21 Uhr

Mustergültig

Genau so wird es an deutschen Architekturfakultäten gelehrt. Von daher: alles richtig gemacht.

In Zukunft aber: Architekturfakultäten schließen, Architektenkammern auflösen, HOAI abschaf- never mind.

24

Frauke | 03.09.2019 15:56 Uhr

Miesepeter

@Mies
Chapeau, auf die Idee diese Diskussion mit lauter Beispielen für eingeschossige Villentypologien fortzusetzen muss man auch erstmal kommen.

Ich helfe Ihnen gerne auf die Sprünge: Neben Barcelona, Brünn, Farnworth (es heißt übrigens Farnsworth), Stuttgart wurden von Mies van der Rohe auch Wohnhochhäuser in Stahlbeton realisiert: zB. Promontory Apartments in Chicago oder auch Highfield House in Baltimore. Ein Beispiel für eine ähnliche Beschäftigung mit der Typologie ist auch der Bürohaus Entwurf von 1923.

Wahrscheinlich haben Sie diese Häuser aber einfach mit Parkhäusern verwechselt und deshalb nicht dem Werk zugeordnet...

@Bert Berlin
Gegenüber der WBS70 bevorzuge ich auch die WHHGT 18 und schreibe diesen Kommentar grade sehr zufrieden aus diesem Plattenbau.

23

Mies | 03.09.2019 15:20 Uhr

Wie kann man bitte Äpfel mir Birnen vergleichen

Ich weiß nicht ob ich laut lachen soll oder total entsetzt sein sollte. Wie kann man dieses Parkhaus mit der Architektursprache von Lacaton & Vassal vergleichen?

Kann nur mit dem Kopf schüttel.

Frauke, ich empfehle ihnen dringend (!) die Projekte von Lacaton & Vassal anzusehen. Sie wissen nicht wo von sie sprechen.

Ich kenne NICHT ein Gebäude von Lacaton & Vassal, welches so kühl, so grusselig usw. wirkt. Lacaton & Vassal beziehen immer den Menschen, den Nutzer mit ein!!

22

Bert Berlin | 03.09.2019 14:54 Uhr

Kosten?

hier wird sehr mit Kosten legitimiert,

reine Baukosten der KG 300 und 400 sind aber ganz
und gar nicht ausreichend,

Kosten der KG 200, 500, 600, 700 machen aus
1.500,-€ schnell 3.000,-€/m² und vielleicht kommen
auch noch 19% Mwst. dazu,

in der Vergangenheit haben sich die bisher zahlreich
realisierten Fertigteilprojekte der letzen 60 Jahre
ganz und gar nicht als kostengünstiger erwiesen,
wenn nur ein Gebäude gebaut wird,

erst in Serie ergibt sich ein Einspareffekt,

aber diese Serie (z.B. WBS70) möchte man
städtebaulich aus gutem Grund nicht mehr haben,

insofern ist dieses Projekt sehr antiquiert,
insbesondere wenn man bedenkt, dass die moderne
digital gesteuerte Fertigungsindustrie sehr vielfältige
Flexibilisierungsmöglichkeiten bietet,

derartige Legitimationsstrategien sind eher Marketing als Innovation,

es ist auch nicht förderlich, wenn Architekten ihren Entwurf mit den Worten begründen: "ich wollte schon immer etwas machen mit ...",
und dann findet sich endlich ein Grundstück,
passen muss es dann gar nicht mehr,

aber Architektur ist vor allem eine Kontextkunst,







21

Frauke | 03.09.2019 14:48 Uhr

Grüße aus der Fickzelle

an Ben Toni und Peter. Wohne nämlich selbst im Plattenbau.

Spaß beiseite:

Erschreckend, gruselig , Hasenstall und Fickzelle, Schlaffabrik und Arbeitslager sind das die neuen Kategorien im Architekturdiskurs?
Habe ich wohl verpasst. Meine Lieblingsvokabel "entmenschlicht" Wollen Sie mir jetzt das Menschsein absprechen wenn ich mich in diesen Räumen wohlfühle? Schreiben Sie doch bitte gleich entartet.

Wer selber mal im Plattenbau gewohnt hat, weiß das die Wohnungen eben mit der Zeit total unterschiedlich werden wie auch die Bewohner selbst.

Genauso auch bei diesem Gebäude. Kann sich doch jeder Blümchentapete reinmachen, Vorhänge vor die Betonbalken und Biedermaier Möbel reinstellen und Parkett reinlegen. Das ist doch grade das schöne an einem so offenen Konzept.

Wenn einem als Architekten selbst dazu die Vorstellungskraft fehlt , weiß ich auch nicht mehr weiter.
Empfehle hierzu auch mal die Projekte von Lacaton Vassal anzuschauen, die viele Fotos der fertig eingerichteten Räume zeigen und man ist sehr erstaunt wie individuell diese aufgrund der guten und flexiblen Grundriss bewohnt werden können.

20

Rudi | 03.09.2019 14:40 Uhr

@Ben @Mies

die wenigen die die rosa rote Brille abnehmen und diesen in Beton eingefangen Unort ehrlich bewerten.

ich kann diese heuchlerischen Architekten nicht mehr ernst nehmen, die den Bürgern kalte Parkhäuser als was innovatives verkaufen aber selber in Altbauten, die eine tatsächliche Lebensqualität bieten, wohnen.

19

Mies | 03.09.2019 14:09 Uhr

@Frauke

Ich denke, dass sie sich mal ganz schnell mit Mies van der Rohe beschäftigen/auseinander sollten.

Mehr als den Namen haben sie wohl noch nicht gehört. Und nein, wenn ich von Bauhaus spreche, meine ich NICHT den Baumarkt.

Ich finde es mehr als bedenklich, dass dieses Parkhaus mit den Wohnungsbauten von Mies verglichen wird. Mies hat es geschafft eine moderne Form- und Raumsprache (weit seiner Zeit vorraus, siehe z.B. das Automobil in der Zeit, die Autos sehen neben den Gebäuden wie Oldtimer aus) für den Bewohner des 19. Jahrhunderts (Großbürgertum) zu schaffen. Die Akzeptanz erreichte er u. a. mit Möbeln, Teppich, edlen Materialen etc. Dadurch wurde der abstrakte Raum wieder gefasst, siehe u. a. Barcelona, Brünn, Farnworth, Stuttgart usw.

Mies hat den Spagat zwischen der völligen Reduktion des Objekts und gleichzeitig in der Tradtion des Klassizismus zu stehen, geschaft!

Ich kenne von Mies van der Rohe KEIN dunkles und brutales Wohngebäude, welches so stark an ein Parkhaus oder an ein Fabrikgebäude erinnert.
Nur weil es nach Less is More aussieht, heißt es nicht, dass es etwas mir Mies zu tun. So ein Schwachsinn.

Nichts verstanden!

18

peter | 03.09.2019 13:58 Uhr

danke an

ben und toni.

genauso ist es nämlich: absolut gruselig.
aber es ist kein wunder, dass deutsche architekten sowas abfeiern.

17

solong | 03.09.2019 13:35 Uhr

oh ... kAvA ... "bachelors und - loretten"

schlagen in der kommentierung voll durch ... wenn ihr Euch mal die mühe machen würdet ... baukosten zu berechnen ... nicht nach der "bwl-dummi-methode" mit"mittelwert" .. geht zwar schnell + einfach .. passt aber leider nie, nie, nie ... und zu verfolgen ... wüsstet Ihr, das 1500 Euro / m2 BGF (bei einem so bezüglich NGF / BGF optimierten gebäude) mit so einer verglasten fassade ... sehr, sehr sportlich ist ... da hilft nur optimieren was geht und weglassen was geht ... etwas "lieblicher, konventionell" mit hohem fensteranteil sind schnell die 2500 euro grenze geknackt ... also "gelungenes experiement" wenns preiswerter werden muss ... den vergleich mit den ddr-plattenbau kann nur treffen ... wer aus dem "tiefen tal der wissenslosen" kommt.

16

mehmet | 03.09.2019 13:16 Uhr

baukosten

sehr interessant wäre hier eine etwas genauere aufschlüsselung der baukosten nach kostengruppen, anscheinend sind die 1.500.- euro/m² der Preis für KG 300+400, aber netto oder brutto, wie hoch war der Grundstückspreis? Wäre interessant, denn dann könnte man erst aussagen machen ob das tatsächlich eine alternative für kostengünstige mieten wäre.

Was die Ästhetik anbelangt, nun ja, die Räume sind noch sehr leer, wenn es mal bewohnt wird sieht das anders aus. ein akzent mit etwas natürlichen material würde zudem guttun, z.b. holzfussboden.

grundrisse sind aber sehr flexibel und sehen gut aus.

15

Ben | 03.09.2019 11:58 Uhr

Erschreckend

Es ist gruselig, dass ein Gebäude, das den Fotos nach zu urteilen wirklich über null Aufenthaltsqualität zu verfügen scheint, sondern eher an einen Hasenstall aus Beton erinnert, derart abgefeiert wird.

Es ist auch deshalb gruselig, weil dieses Gebäude das Wohnen entmenschlicht. So kalt, so abweisend, so brutal waren nur die Beton-Experimente, die wir überkommen gehofft hatten.

Ein paar Etagenbetten rein und das hier könnte auch eine Schlaffabrik in einem Arbeitslager sein. Lebenswert wohnen geht anders.

Heiner Müller nannte die DDR-Plattenbauten mal "Fickzellen mit Fernwärme" - verglichen mit diesem Projekt war die DDR-Platte ästhetisch von wahrhaftiger Größe.

Dieses Projekt ist eine Beleidigung.

14

g.k. | 03.09.2019 10:53 Uhr

Reduktion.


Ist das Erstellen einer räumlich thermischen Hülle schon ausreichend für ein Wohngebäude ?

13

Toni Tek | 03.09.2019 10:45 Uhr

verheerend

Was soll daran gut sein? Der Städtebau ist nicht gut, weil das Haus nicht um die Ecke kommt und seine eigene Lage an der Kreuzung negiert. Die Architektursprache entspricht etwa dem einer Straßenbrücke, geplant vom Tiefbauamt. Und die Innenräume sind ein Desaster. Wer will sich dort aufhalten?

12

Frauke | 03.09.2019 10:28 Uhr

Kosten

Es ist doch wohl offensichtlich, dass die Kosten in diesem Projekt in der Fassade stecken, durch die einfache Konstruktion haben die Architekten es aber geschafft zu einem Preis von 1.5 k eine komplett offene Fassade mit Schiebeelmenten zu realisieren, wo viele andere Projekte die 1,5k nur auf Kosten der Fensterfläche realisieren können (siehe hierzu zB das letzte HOWOGE Projekt auf Baunetz.)
Insofern lässt sich nicht sagen, dass KEINE Einsparungen erzielt wurden sondern durch geschickten Einsatz der Bauelemente eine architektonische Qualität errreicht wurde, die sonst in diesem Preissegment nicht erreichbar ist.
Nur qm Preise ohne Parameter wie zB den Fenster Anteil zu vergleichen ist mE nach sinnlos.

11

Jeng | 03.09.2019 10:14 Uhr

Ende der Baukultur

Ist es DAS was wir wirklich wollen? In kontextlosen Parkgaragen wohnen? Kann man machen, hat für mich aber nichts mit Nachhaltigkeit oder Bewusstsein zu tun.
Für Architekten sicherlich ganz okay, aber nur für Architekten bauen ist leider keine Lösung.
Den Hype kann ich hierzu leider nicht nach vollziehen.

10

Frauke | 03.09.2019 10:13 Uhr

Sehr gutes Projekt

Ein schönes Projekt, die Mischung aus den grobschlächtigen Betonfertigteilen und der sehr offenen Fassade finde ich ausgesprochen gelungen. Gerne mehr davon, man hat das Gefühl, dass sich hier seit einigen Jahren zwischen Frankreich, Deutschland, Belgien und der Schweiz ein Stil zu formen scheint, erinnert mich in Materialität und Fügung auch an die Projekte von Bruther oder einige Schweizer.

@Mies
Also Ihre Gedankenwelt möchte ich wirklich gerne einmal verstehen, die 3 Gebäude mit mikro Fenstern letzte Woche fanden Sie super aber dieses Projekt macht Sie jetzt sprachlos ?!?

Und dann noch unter dem Pseudonym Mies?!? Also unless das einfach ihr echter Name ist, würde ich mal empfehlen ein Mies Buch zur Hand zu nehmen.

Die Wohnbauten sind in der Quintessenz reine Skelettbauten a la Parkhäuser mit vorgehängter Fassade. Im hier gezeigten Projekt sind ja sogar noch frei stehende Wände mit Schattenfuge zu Boden und Decke verbaut, also in Verbindung mit der sauberen trennung von Fassade und Konstruktion und der Verwendung von Industrieprojekten mit einer fast klassizistischen Logik von Balken und Stütze steckt in diesem Projekt schon ziemlich viel Mies drin.

9

1909031004 | 03.09.2019 10:04 Uhr

Stadtschloss

also ich würde lieber hier wohnen, als im Stadtschloss... toller Prototyp. Interessante Grundrisse.
Ich bin mir mit den Fugen in den Betonfertigteilen nicht sicher, aber das ist vermutlich eher Geschmacksache. Ich bin trotzdem Fan...

8

Christian Richter | 03.09.2019 09:54 Uhr

Kosten oder Ästhetik?

Es fehlt bedauerlicherweise der Vergleich, was das Gebäude in konventioneller Bauweise gekostet hätte. Reine Baukosten von 1.500,- netto je Quadratmeter erscheinen mir keineswegs ein Sonderangebot zu sein. Es wäre doch sinnvoll und dennoch keineswegs schädlich für das Projekt, wenn man wüsste, ob dieser Prototyp trotz sparsam eingesetzter Materialien und vorgefertigter Bauweise eben KEINE Einsparung auf der finanziellen Seite bringt. Und diese vielleicht nur für eine serielle Zukunft verspricht, oder eben doch ein vielmehr bautechnisch-ästhetisches Experiment darstellt. Was ebenso berechtigt wie gelungen wäre.

7

Lars K | 03.09.2019 08:31 Uhr

Qualität

Ein interessantes Experiment. Aber ist es mehr als das? Mich interessiert, wie sich die BEwohner damit und darin zurecht finden werden. Welches architekturmedium geht in drei Jahren noch einmal hin und zeigt dann Fotos und spricht mit den Bewohnern?

Bei den Schiebeelementen stimme ich @Tine zu. Mehr Schwierigkeiten als Vorteile. Was wären hier die Alternativen gewesen und wer hat wieso die Entschediung getroffen?
Außerdem zweifele ich an den kleinen Loggias. Ist das eine Verlegenheitslösung mit Resträumen, für die es keine andere IDee gab? Ich sehe nciht, wie man diesen zwei Winzräumen Qualität abgewinnen kann. Vielleicht wäre ein Wandschrank dort praktischer gewesen...

Aber es lohtn sich immerhin, darüber zu diskutieren. Das kann man von vielen anderen aktuellen Wohnbauten nicht sagen. War jemand zuletzt mal im Europaviertel???

6

Jones | 03.09.2019 07:26 Uhr

Nice

Durch und durch ein saubere Sache.
Schließe mich da einstimmig den vorigen positiven Kommentaren an.
@ Tine Wittler: Zur Grundrissausrichtung, glaube, ich ist da ein Fehler in den Plänen. Im Lageplan ist der Nordpfeil noch richtig. Habe es noch auf maps geprüft. Heißt also die Wohnungen haben Ost/West Ausrichtung. Und das Treppenhaus ist nach Norden.

5

Tine Wittler | 02.09.2019 21:26 Uhr

flood pant time

@contra: für Menschen, die Stadtschlösser mögen: Die Fragen der Gegenwart mit der Architektur der Vergangenheit zu beantworten ist in etwas so, als wolle man den Karren direkt in die Grütze fahren obwohl die Straße frei ist...
@pro, stimme voll zu, ohne Mut und Experiment keine Innovation, ohne Projekte wie diese wird der Wohnungsbau der Gegenwart nicht weiterkommen.
Die Welt ist voller Möglichkeiten, dieses Beispiel ist eine davon - im Ansatz plausibel, leider aber mit den üblichen Schönheitsfehlern: Wohnungen mit Nordausrichtungen bleiben halt Wohnungen mit Nordausrichtung - soll das so? wer klärt mich auf, dass dies Sinn macht? Große Fensterschiebeelemente sehen in der Ansicht immer geil aus, nur leider lässt sich soetwas bis in die Gegenwart nur mit technischer Hilfe reinigen, ganz zu Schweigen von der Schwergängkeit und Dauerhaftigkeit der Öffnungsflügel bis hin zur Lüftung, Betriebswirtschaftlicher vermeidbarer Balast für die Bewohner. Schade bei solcherlei hier sichtbaren Details ist, dass der ambitionierte Ansatz und des modularen, konstruktiven nicht ganzheitlich zu Ende gedacht wurde...

4

jojo | 02.09.2019 19:30 Uhr

Konzepte vor

Direkte Formensprache, gute Grundrisse und vor allem mal ein konzeptionell stringent umgesetzter Entwurf.

Eine Fallstudie und wie schon im Artikel erwähnt, bitte mehr davon!

3

Marc | 02.09.2019 19:20 Uhr

Laugier

Staedtebau staedtisch.
Tektonik technisch.
Grundrisse gruendlich.
Raeumlich relevant.

Trotz allem kein Heimatschutz-Gemuckel.
Super!!!

2

Mies | 02.09.2019 18:44 Uhr

Parkhaus 90ziger...

Parkhaus?!
Ich bin sprachlos...
Und dann muss man sicht nicht wundern, dass viele sich die alten Zeiten (Berliner Schloß usw.) zurück wünschen...

1

zoio | 02.09.2019 16:32 Uhr

...

auf den ersten blick: sehr schön!

natürlich ist das nichts für menschen, die feine detaillierungen usw. wünschen, aber wenn man weiß wie das ganze konzipiert wurde, ist es sehr gut.

top.

 
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Das Wohnhaus in Berlin-Moabit besetzt eine Baulücke an einem Eckgrundstück.

Das Wohnhaus in Berlin-Moabit besetzt eine Baulücke an einem Eckgrundstück.

Es entstand aus Betonfertigteilelementen, die normalerweise im Gewerbebau verwendet werden.

Es entstand aus Betonfertigteilelementen, die normalerweise im Gewerbebau verwendet werden.

Die auffälligen Fugen der Betonträger setzen sich im Innenausbau am Anschluss der Wände an die Decken fort.

Die auffälligen Fugen der Betonträger setzen sich im Innenausbau am Anschluss der Wände an die Decken fort.

Die Fassade ist ebenso ein Standardelement.

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