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29.08.2017

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Backstein für Brasilia

Wohnhaus von Atelier Bloco


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Gleich mehrere Ikonen der Moderne scheinen in diesem brasilianischen Neubau vereint. Zunächst einmal nehmen Atelier Bloco (Brasília) – die Architekten der Vila Rica – Elemente von Ludwig Mies van de Rohes berühmtem Farnsworth House auf: Auf einer angehobenen Grundplatte befinden sich neben einigen scheinbar schwebenden Wandscheiben vor allem raumhohe Glaselemente, die die Trennung zwischen Innenraum und brasilianischer Savanne optisch aufheben. Das Wohnhaus besteht aus zwei im Winkel positionierten Pavillons, die durch Stege und Treppen miteinander sowie mit einem offenen Poolbereich verbunden sind.

Einer der beiden Gebäudeteile beinhaltet gemeinschaftlich genutzte Räume wie Küche, Wohnzimmer und Veranda. Der zweite Teil mit den Schlafräumen zeigt sich etwas geschlossener und begegnet so der Kritik an der „unbewohnbaren“ Durchsichtigkeit vieler moderner Vorbilder. Die von Atelier Bloco gewählte Materialität lässt an ein weiteres bedeutendes Werk moderner Architektur denken. Um auf „aufwendige Handarbeiten“ wie „Verputzen und Anstreichen“ verzichten zu können, setzten die Architekten auf „wartungsarme“ Baustoffe wie rohen Beton, unbehandelten Backstein und schwarzen Stahl. Dahingehend könnte sie also gut von Alison and Peter Smithson inspiriert sein, deren Hunstanton High School vielen als erstes Beispiel einer brutalistischen Entwurfshaltung gilt.

Zu gute kommt dem Projekt und seiner leichten Konstruktion ein Klima, das sich das ganze Jahr hindurch konstant um eine angenehme Zimmertemperatur bewegt. Die typischen Probleme vieler Nachkriegsbauten hierzulande hat das Haus bei Brasília also nicht. Trotz aller modernistischer Reduktion kommt das malerische Wohnhaus allerdings nicht ohne eine Reihe von gestalterischen Spielereien aus. Der Open-Air-Küche mit freistehendem Kamin mutet etwas Dekoratives an, ebenso wie die kleinen Patios, die jedem der zahlreichen Bäder in Form eines Lichthofes zugeordnet sind. Das „Schweben“ der Grundplatte hat aber tatsächlich einen Zweck: es soll helfen, Insekten und Echsen fernzuhalten, die in der weiten Landschaft zu Hause sind. (dd)

Fotos: Haruo Mikami


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