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24.11.2020

Nicht auf Linie

Wohnhaus in Oberbayern von gerstmeir inic architekten


Die Eltern haben ihr Haus im oberbayrischen Feldkirchen ihren Kindern überlassen und setzen sich nebenan zur Ruhe. Gerstmeir inić architekten planten ihnen das neue Heim, welches direkt an das Haupthaus anschließt.


Schon 2019 konzipierte das Münchner Büro ein Wohnhaus in Oberbayern als Hommage an Robert Venturi. In Feldkirchen orientierten sie sich aber an bayrischen Bauernhäusern: ein großes, sanft geneigtes Dach mit Überstand, ein zentraler Schornstein mit Öfen, niedrige Balkendecken und ein vorgesehene Eckbank in der Stube. Dennoch wirkt es wenig traditionell und urig. Das hat drei Gründe. Erstens: schief stehende Wände. Sie schaffen überraschende Ausblicke in Garten und Hof und geben jedem Raum eine ganz eigene Form. Diese lässt sich mit der statischen Kamera kaum erfassen.

Zweitens: drei Konstruktionsarten. An das gemauerte Nachbarhaus wird gleichfalls mit Stein angebaut. Im Kern um den Schornstein gibt es außerdem Stützen und Balken aus Beton. Zum im Süden gelegenen Garten hin ist alles aus Holz – bis auf den Sockel, der gegen die Bodenfeuchtigkeit schützt, und die Dachkonstruktion.

Damit zum dritten Grund, dem Prinzip des Unregelmäßigen. Fast nichts ist auf einer Linie: die Fenster verspringen, die Sockel haben unterschiedliche Höhen, die Holzverkleidung tritt hervor, Deckenbalken liegen über Fenstern und nicht über Stützen, das Geländer befindet sich nicht am Rand der Stufen. Dadurch wird immer wieder die Konstruktion in den Fokus gerückt, auf ungewöhnliche Art und an offensichtlichen Stellen.

Die Wände machen dieses Wohnhaus untypisch, die Konstruktion sorgt für Abwechslung, und die Versprünge – sie liegen fast jedem Detail und jedem Raum zugrunde – vereinen alle Kuriositäten zu einem unkonventionellen Haus, das behagliche Räume birgt.

Text: Heinrich Geißendörfer
Fotos: Henning Koepke


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Die Eltern ziehen vom Haupthaus in den Neubau.

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Der Schornstein ist das Herz des Hauses. Ein Ofen fehlt noch.

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Betonskelett, Mauerwerk und Holzkonstruktion wechseln sich gegenseitig ab.

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