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29.11.2018

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Top-Lage im Wedding

Wohnhaus in Berlin von roedig.schop und sieglundalbert architekten


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„Lage, Lage, Lage“ – das ist nicht nur eine alte Weisheit und irgendwie auch ein ewiger Kalauer der Immobilienbranche, es ist vielleicht auch das entscheidende Merkmal des kürzlich fertiggestellten Wohnhauses der beiden Berliner Büros roedig.schop architekten und sieglundalbert architekten in Berlin-Wedding. Und zwar nicht deswegen, weil die Bewohner der 36 Wohnungen im klassischen Sinne privilegiert, sondern weil sie äußerst urban und interessant wohnen. Man muss es natürlich mögen, aber die Lage ist einmalig: Vorne ein alter Flakbunker, hinten Arno Brandlhubers viel diskutiertes Terrassenhaus, links und rechts zwei tief eingeschnittene Bahntrassen, dazu ein paar echte Gewerbebauten. Und das Ganze in Laufweite des Bahnhofs Gesundbrunnen, also mit ICE-Anschluss.

„Laut, städtisch, aussichtsreich und gut besonnt, verlangte das Grundstück nach einer kraftvollen baulichen Lösung,“ schreiben die Architekten. Kantig und massiv steht der sechsgeschossige Riegel nun auf dem dreieckigen Grundstück. Es habe erstaunlich wenig Interesse an der ehemaligen Bahnfläche gegeben, betonen die Architekten – da ist sie wieder: die Lage! Der Kauf des Grundstücks im Jahr 2014 war deswegen kein Problem. Und auch zu den Kosten können die Architekten Erfreuliches vermerken: Mit 2.900 Euro (inklusive Grundstück) bzw. 1.900 Euro (ohne Grundstück) pro Quadratmeter Nutzfläche lagen die Baukosten unter den Vorgaben der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, für die roedig.schop auch immer wieder bauen. Erreicht wurden diese guten Zahlen laut Roedig vor allem durch Einzelvergabe und Nachverhandlungen mit den Firmen. Insgesamt hat das Haus 3.380 Quadratmeter Nutzfläche.

Errichtet wurde der Riegel in der Hochstraße 6 als Baugruppenhaus, wobei die Baugruppe hier in erster Linie pragmatische Institution war und kein langwieriges, partizipatives Selbstverwirklichungsprojekt. 60 bis 115 Quadratmeter Fläche haben die Wohnungen. Alle sind durchgesteckt und orientieren sich mit Schlaf- und Arbeitszimmern nach Norden zur breiten Bahntrasse. Der Wohnbereich mit Loggia blickt nach Süden auf die zwei Gleise der S-Bahn. Um die erforderliche Gebäudemasse gegen Lärm und Erschütterung zu erreichen, setzten die Architekten auf eine solide und vorgefertigte Beton-Sandwichfassade. (gh)

Fotos: Till Budde, Nils Koenning


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Kommentare

10

Siegl, Architektin | 06.12.2018 12:21 Uhr

Fragen zu Baukosten und Gründach

Die Kostenangabe 1.900 €/m² steht für die Kosten der KG 300 und 400.

Und das Dach ist tatsächlich ein Gründach (Retensionsdach mit extensiver Begrünung) - mittlerweile vom Humboldthain aus zu erkennen.

9

.,- | 04.12.2018 09:41 Uhr

Kosten

Sorry, aber ich kann mir gerade nicht vorstellen das das Gebäude 200-700 KG nur 1900,- EUR pro Nutzfläche kosten. Wie soll das heute gehen? Vielleicht pro BGF oder 300/400er Kosten aber komplett? Zumal 2 spänner mit großem Aufzug und Betonfassade?

Über eine kurze Antwort seitens der Architekten würde ich mich freuen :)

8

Christian Richter | 30.11.2018 14:30 Uhr

Erklärungsbedürftige Grundrisse

Die Grundrisse sind in der Tat eigenwillig, und wären erklärungsbedürftig. Auch wenn das Gebäude nicht rechtwinklig abschließt, erscheint es merkwürdig, diesen geometrischen "Nachteil" auf ALLE Grundrisse umzulegen. Dies entsteht dadurch, dass die gesamte Wohnungsaufteilung diagonal im Grundriss liegt. Und ja, die dreieckigen Loggien sind auch nicht besonders nutzerfreundlich. Die kleinteilige Erschließung über drei Treppenräume ist nicht sonderlich effizient - ob man das als Kriterium für eine gelungene Planung anlegen möchte, bleibt dem Betrachter überlassen. In jedem Fall wäre es interessant gewesen, hierzu etwas mehr in der Meldung zu erfahren.

7

Moppelhuhn | 30.11.2018 14:03 Uhr

Dachbegrünung u.a.?

Soweit ich im Artikel gelesen habe, handelt es sich um eine Baugruppe. Die Zweispänner-Erschließung wird also vermutlich dem Wunsch der Bewohner entsprechen. Klar wäre auch eine wintergartenartige Laubengang-Erschließung möglich, die zugleich den Schallschutz gegen die Ringbahn verbessern würde, aber ich vermute mal, die Bewohner wollten das so wie es jetzt ist.

Ist bzw. wird das Dach denn wirklich nicht begrünt? Im Artikel steht dazu nichts, und das einzige Foto, das das Dach zeigt, ist noch vom Bauzustand.

Über die spitzwinkligen Zuschnitte habe ich mich beim Vorbeifahren auch schon gewundert, jetzt wo ich die Grundrisse sehe, erscheint mir das eine sinnvolle Möglichkeit, aus dem gegebenen Grundstück möglichst viel rauszuholen.

Rein äußerlich finde ich das Gebäude angenehm unaufdringlich.

6

Mr.I | 30.11.2018 10:45 Uhr

@T.C.

ich würde gerne eine ausführliche Kritik von Ihnen hören. Was meinen Sie mit vermurksten Balkonen (doch nicht etwa die dreieckige Form?). Ich finde die Fassade tatsächlich auch ziemlich ausdrucksstark. Ich frage mich zwar, wie die Fassade altern wird, aber es ist auf jeden Fall eine Abwechslung zu WDVS. Großformatige Öffnungen an dem Bauplatz sind meiner Meinung nach schwierig (Schallschutz, Einblick etc.). Bodentief muss auch einfach nicht immer sein. Ein Treppenhaus erschließt 10 Wohnungen... auch hier finde ich das absolut akzeptabel. Wo ich Sie voll und ganz verstehen kann, ist die Dachbegrünung. Wenn schon eine Dachterrasse angeboten wird, muss diese eine gewisse Qualität haben und nach dem Luftbild zu beurteilen, hat es diese sicher nicht! Teilen Sie meine Meinung oder wie sehen Sie das (aufrichtiges Interesse)?

Die Grundrisse sind meiner Meinung gewöhnungsbedürftig. Mit den spitzen Ecken tut man sich kein Gefallen aber sie funktionieren dennoch überraschend gut.

Schade, dass es kein Foto von der gesamten Nord- und Südfassade gibt. Ist wahrscheinlich den Bäumen geschuldet.

5

Rudi | 30.11.2018 09:21 Uhr

@T.C.

nicht der Entwurfsverfasser, aber ich kann Ihnen versichern dass LJ da involviert war ;)

4

T.C. | 29.11.2018 23:39 Uhr

@JL

....sind Sie selbst der Entwurfsverfasser? Anders kann ich mir Ihren Kommentar nicht erklären. Selten so vermurkste Balkone gesehen und die Grundrissvariationen der einzelnen Geschosse sind wirklich sehr ausdrucksstark! Offenbar ein Gebäude an dem Nichts innovativ ist, keine Dachbegrünung, keine großformatigen Fassadenöffnungungen und mit einem Kern maximal zwei Wohnungen erschlossen...

3

Jirout | 29.11.2018 19:49 Uhr

Großartig!

War schon bei der Eröffnung des Terrassenhauses gegenüber ganz begeistert. Hier können roedigschop das Thema Wohnen an Verkehrsanlagen ganz wunderbar fortsetzen.

2

ernst | 29.11.2018 18:34 Uhr

lärm

schöne Kiste, frage mich nur wie die Schlafzimmer zur Lärmquelle in Bezug auf Nachtlüftung funktionieren?!

1

L J | 29.11.2018 16:00 Uhr

Wedding

Ich bin schon oft mit dem Rad vorbeigefahren und jedesmal aufs Neue begeistert! Ausdrucksstark, Qualitätsvoll und gut durchdacht - mehr davon im Wedding! Ein Hoffnungsschimmer für den Berliner Wohnungsbau.

 
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