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25.01.2023

Altern in der Bronx

Wohnhäuser in New York von Shakespeare Gordon Vlado Architects


Bezahlbarer Wohnraum für eine alternde Gesellschaft gehört auch in New York zu den dringenden Bauaufgaben. Einen Beitrag leistet der 2020 fertiggestellte Wohnkomplex Tres Puentes von Shakespeare Gordon Vlado Architects (New York) in der Bronx, der auf circa 15.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche Wohnraum für einkommensschwache, ältere Menschen bietet.

Bereits während der Sanierung und Modernisierung des Bestandsgebäudes auf dem Eckgrundstück im Stadtteil Mott Haven im Südwesten der Bronx ab 2011 gab es Überlegungen, dieses zu erweitern. Weil daraus eine deutliche Verdichtung des Baufeldes folgte, war laut Aussage der Architekten eine Änderung des Bebaungsplans notwendig. In diesem Zusammenhang entstanden zeitliche Verzögerungen, in die unter anderem auch die Umfirmierung des verantwortlichen Büros fielen. Aus Redtop Architects wurden in Folge eines Partnerwechsels 2017 Shakespeare Gordon Vlado Architects (SGVA).

2020 konnten SGVA den Wohnkomplex schließlich fertigstellen. Der Name Tres Puentes  – auf Deutsch „drei Brücken“ – spielt auf das dreiteilige Ensemble an, das sich aus den zwei Neubauten und dem mittig gelegenen Bestandsgebäude zusammensetzt, das über seinen Sockel alle Häuser miteinander verbindet. Der sogenannte Borinquen Court wurde 1981 nach Plänen von Sanchez & Figueroa Architects erbaut. Verantwortlich für die zwischen 2011 und 2014 durchgeführte Sanierung und Modernisierung des Bestands zeichnen ebenfalls Shakespeare Gordon Vlado Architects. In den beiden neuen Häusern sind insgesamt 174 Studio- und Einzimmerwohnungen untergebracht. Das Bestandsgebäude beherbergt zusätzlich 145 Wohneinheiten.

Bauherrin, Bestandshalterin wie auch Betreiberin von Tres Puentes ist die West Side Federation for Senior and Supportive Living (WSFSSH) – eine gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mit Sitz in New York, die sich 1976 nach eigenen Aussagen aus einem Zusammenschluss von sozialen Trägern, religiösen Einrichtungen und weiteren Organisationen des Gemeinwesens gründete. Die WSFSSH hat seit ihrer Gründung bereits eine Vielzahl von Gebäuden in Manhattan und der Bronx renoviert oder neu gebaut – alle mit dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum für jene zur Verfügung zu schaffen, die durch ihr Alter, durch Krankheit, Behinderung oder Obdachlosigkeit gesellschaftlich marginalisiert sind und aufgrund dessen keine Chancen auf dem freien Wohnungsmarkt haben.

Architektonisch bemüht sich das Projekt um Integration in die heterogene Nachbarschaft. Durch die Abstufung des westlichen Gebäudes von elf auf fünf Geschosse nimmt es den Maßstab der viel befahrenen Straßenkreuzung auf und schließt nördlich an die dreigeschossige Wohnbebauung an. Auch die straßenseitige, rote Klinkerfassade fügt sich in das Gesamtbild der umgebenden Bebauung ein. Im Erdgeschoss öffnet sie sich mit Einrichtungen der Gesundheitsversorgung. In dem Bemühen, Gebäude und Bewohner*innen miteinander zu vernetzen und großstädtischer Anonymität entgegenzuwirken, wurden Aufenthalts- und Sitzmöglichkeiten in den Außenflächen sowie den innenliegenden Verkehrsflächen vorgesehen. Versätze in den Geschossen des Westgebäudes generieren zusätzliche Terrassen. (sbm)

Fotos: Alexander Severin, Andrew Rugge



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