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05.08.2014

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Shabby Chic am Rhein

Wohnensemble in Düsseldorf-Pempelfort


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Düsseldorf-Pempelfort ist sowas von trendy – besonders bei Immobilienscout-Beschreibungen mit „trendigen Eigentumswohnungen in zentraler Lage“ oder der „trendigen Umgebung“ mit gründerzeitlichen, majestätischen Häuserblocks. Einwohner beschreiben das am Rhein gelegene Quartier in der Lokalpresse als „schönster Stadtteil Düsseldorfs“. New York–The Village – das jetzt fertig gestellte Wohnungsbauprojekt des Büros msm meyer schmitz-morkramer Architekten – erfüllt hier also bestens die Kriterien der Attraktivität: Die Architekten schwärmen von der „Eleganz und Wertigkeit des alten Wohnviertels“, wo „das Lebendige, Kreative, mit Gebrauchsspuren und Geschichte Behaftete das Lifestyle-Viertel verkörpert“.

Das aus fünf Häusern bestehende Wohnungsbauprojekt mit insgesamt 55 Wohnungen nahm sich ein Beispiel an Lower Manhattan. Beim Entwerfen hatten die Düsseldorfer Architekten den „Shabby Chic“ New Yorks im Sinn. Dieser lässt sich in den Details tatsächlich wiedererkennen, etwa an den „in Anthrazit und Eisenoptik“ ausgeführten Balkonen oder den Backsteinfassaden. Jedes Haus besitzt seinen eigenen Stil, doch vereint alle das brav geratene Improvisieren über das Thema des Big-Apple-Feelings.

Die großzügigen Grundrisse von 140 bis 270 Quadratmeter stehen dem Äußeren in nichts nach. Man spielt auch hier mit Loft-Assoziationen aus  US-Filmen. In den Wohnungen findet man drei Meter hohe Fenster und hochwertiges Ausstattungsmaterial wie Naturstein oder Eichenholzparkett: alles, was das Herz begehrt.

Die Architekten setzen bei dem Assoziationsspiel beständig auf den persönlichen Charakter des Ensembles: „Dazu trägt unter anderem der Klinker bei, der bei aller Unterschiedlichkeit gut harmoniert. Er wirkt handgefertigt oder gar gebraucht, Ergebnis einer aufwändigen Nachbearbeitung.“ Erinnert irgendwie an Jeans im Used-Look. (pg)

Fotos: Stefan Schilling


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Kommentare

5

msm meyer schmitz-morkramer; S. Waßmer | 07.08.2014 09:25 Uhr

Herausforderung liegt im Detail

Wir als verantwortliche Architekten freuen uns sehr über Ihre Kommentare. Und natürlich haben Sie vollkommen recht, wenn Sie anmerken, dass die Klinkerfassade in Teilen auch aus Riemchen besteht. Gerne möchten wir dazu erläutern, dass alle vier unterschiedlichen Klinker, die wir für das Objekt ausgewählt haben, speziell für das Bauvorhaben gebrannt wurden und natürlich neben dem klassischen Vollstein auch Formteile hergestellt wurden. Da die Fassade in Teilen sehr geschichtet ist, mussten wir aufgrund der nach DIN zulässigen maximalen Aufbaustärken in Teilen auch auf ein spezielles Wärmedämmverbundsystem mit aufgeklebten Riemchen zurückgreifen. Die Riemchen wurden bei diesem Bauvorhaben speziell aus dem Vollstein geschnitten und der Anteil der Riemchen liegt bei etwa 30%. Alles in allem war gerade die Gestaltung der Fassade und die intensive Detaillierung der Klinkerfassade für uns die größte – aber natürlich auch die schönste Herausforderung.

4

Hex | 06.08.2014 14:19 Uhr

pro

Ich verstehe die Kritik nicht. Das Projekt hat gelungene "echte" Proportionen, mal keine zu gedrückte Retro-Quetschkiste.
Großzügige Grundrisse, wertige Materialien und seien es nur Riemchen, auch das will gekonnt sein!) -und schöne Fassaden, die nicht billig wirken. Das ist alles eine ziemliche Leistung.

Athmosphärische Füllbauten - das haben sie gut hinbekommen! - und das braucht es dringend.

3

serdika | 06.08.2014 13:08 Uhr

fragwürdig....Investorensache..

Verständlich aber fragwürdig,
Warum einen Geschosswohnungsbau nem "New Yorker" Loft als Neubau "nachempfinden"? Das spiegelt vielleicht die Unentschlossenheit und Gestaltungsunsicherheit in der heutigen Zeit wieder...und den Drang der Individualisten..Hipstarchitektur...

2

Maketheworldabetterplace | 05.08.2014 20:33 Uhr

Riemchen auf WDVS ...

... sind das, nur 5% davon ist aus ganzen Steinen gemauert. Will damit die Freude an der Handwerkskunst aber nicht schmälern.

1

Hans | 05.08.2014 16:09 Uhr

Vorurteilsfrei

...bevor gleich wieder die erwartbaren Kitsch- und Retro-Vorwürfe kommen, möge man mal einen Blick auf die Details werfen: Das Ding ist handwerklich einfach gut gemacht, man achte nur mal auf die fein profilierte Ziegelfassade auf Bild 9. Das muss man erstmal so hinkriegen.

Und davon mal abgesehen: Wieso sollte man nicht auch das New York der 20er zitieren dürfen, wenn hierzulande doch permanent die weiße Moderne der gleichen Zeit reproduziert wird, und zwar oft in deutlich schlechterer Qualität?

 
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