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01.12.2022

Haus mit Schopf in Andelsbuch

Wohnbau von Bernardo Bader Architekten


Das Wälderhaus ist eine typische historische Wohnform im Bregenzerwald. In diesen Gebäuden reihten sich alle Funktionen eines Bauernhofs linear aneinander – inklusive Viehhaltung. Das macht die große Flächeneffizient dieser Bauten aus, die teils auch drei oder vier Stockwerke erreichten. Bei ihrem jüngsten Projekt, einem kompakten Einfamilienhaus im Vorarlberger Andelsbuch, haben sich Architekt Bernardo Bader (Bregenz) und sein Team von diesem Vorbild inspirieren lassen.

Der Holzbau ohne Keller – so konnte der Einsatz von Beton verringert werden – steht am Rand des Ortes mit Blick auf sanfte Hügel und steile Berge. Erschlossen wird das Haus über eine der Stirnseiten, wobei sich die Garage angenehm unauffällig versteckt. Zwei Schiebetüren kaschieren außerdem den eigentlichen Eingang sowie einen direkten Zugang zu einer südlich gelegenen Veranda. Letztere bezeichnen die Architekt*innen in Anlehnung an das historische Bregenzerwaldhaus als Schopf. Dazu passt, dass die Schiebetüren dem Bau einen scheunenartigen Akzent geben.

Insgesamt umfasst das Wohnhaus eine Nutzfläche von knapp 160 Quadratmetern. Erschlossen wird es durch einen breiten Flur, der in einen Wohn- und Küchenbereich mündet. Dank großflächiger Verglasung bieten sich von hier aus weite Blicke ins Tal. Die südlich des Flurs gereihten Schlafzimmer öffnen sich wiederum zum bereits erwähnten, geschützten Schopf. Gerade im Sommer kann sich das Familienleben dadurch nach draußen verlagern. Als zusätzliche Raumreserve, beispielsweise für winterliches Spiel, bietet sich außerdem der Dachboden an.

Die Innenräume zeichnen sich durch eine gelungene Mischung aus mineralischen und hölzernen Oberflächen aus. Der vergleichsweise dunkle Beton, der das strukturelle Rückgrat des Hauses bildet, zeigt dabei filigrane Schalungsspuren. Die Verkleidung der Wände und Decken erfolgte in feinjähriger Fichte. Nicht nur die Form des Hauses, sondern auch seine Materialien lassen also eine Rückkehr Baders zu Themen erkennen, die ihn schon früher beschäftigt haben. (sb)

Fotos: Gustav Willeit


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