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02.09.2015

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In guter Balance

Wohnbau in Berlin von zanderroth


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Vor Jahren entstand in Berlin-Kreuzberg ein Luxuswohnbau, der damals als extrem unpassend wahrgenommen wurde: Car-Loft nannte sich das Projekt, weil man mitsamt seinem Auto per Fahrstuhl direkt in die Wohnung gelangen konnte. Größer hätte der Kontrast zum Viertel der Hausbesetzer und Migranten nicht sein können.

Andere machen es da viel sensibler. Auch beim neuen Wohnbau cb19 im Prenzlauer Berg spielen Aufzüge als primäre Erschließung eine wichtige Rolle. Doch seine Architekten, das Berliner Büro zanderroth, haben hier, wo vorwiegend die gehobene Mittelklasse lebt, den sozialen Kontext und die Features ihrer Architektur in eine bessere Balance gebracht: Zwar fährt man mit dem Aufzug direkt in die eigene Wohnung, der Wagen jedoch kommt nicht mit.

Für eine Bauherrengemeinschaft haben die Berliner Architekten Sascha Zander und Christian Roth das elegante cb19 realisiert. Aus zwei nahezu identischen Baukörpern mit sechs Obergeschossen besteht ihr Neubau, verbunden sind sie über einen gemeinsamen Innenhof und ein Untergeschoss. In die Blockrandbebauung der Altbau-Umgebung eingefügt, legten die Architekten den Neubau für 27 Wohnparteien mit einer Schauseite zur Straße und einer abgewandten Hofseite an.

Nicht als moderner Fremdkörper, sondern als Bestandteil seiner Umgebung soll der Neubau wirken. Dezent heben zanderroth die Schauseite von dem umliegenden Altbaubestand ab. Große Festverglasungen in zwei Formaten, schmale, eloxierte Einbuchtungen und die starke Etagengliederung durch Gesimse bilden ein minimalistisches Fassadenmuster in leicht changierenden Farben. Auch im Hof setzen zanderroth den Akzent aufs Horizontale: Die Balkone mit Sichtbetonbrüstungen durchlaufen eine glatte Aluminium-Glas-Fassade.

Die Raumaufteilung der Wohnungen ist flexibel. Die Architekten konstruierten den Bau als Pfosten-Riegel-Konstruktion mit weit spannenden Decken und verzichteten dabei auf tragende Wände und Stützen. Einzig festgelegt sind die Lage der Schächte, der Sicherheitstreppe und der Aufzüge. Flexibilität passt auch zum Lifestyle im Prenzlauer Berg, denn hier leben mit Vorliebe Jungunternehmer und die Erfolgreichen der Kreativwirtschaft, so zumindest das Klischee. Ob Alt- oder Neubau, anders als in Kreuzberg stoßen sie in diesem Bezirk eher auf ihresgleichen. (sj)

Fotos: Simon Menges


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Kommentare

18

Kein Spam | 14.09.2015 16:27 Uhr

Endlich ein Gardinenstudio in der Straße!

Endlich ein Gardinenstudio in der Straße! ;-)
Mit viel Glas habe ich bisher immer viel Licht in Verbindung gebracht. Aber so muss man wohl die schummrige Atmosphäre mögen oder als Alternative die peinliche Hofansicht genießen.
Darüber hinaus sehen die fleckigen Verblendungen an der Vorderfront eher wie Murks aus.

Insgesamt erinnert mich das Haus an einen Sparkassenbau der 80er Jahre!

17

solong | 07.09.2015 10:17 Uhr

...mehr schein...

...als sein... entspricht dem "status quo" ...der gesellschaft ... nach facebook + co. ...

16

stefan | 07.09.2015 10:03 Uhr

ja und?

wo ist denn das problem? genug raum, mir meine wohnung so zu machen, wie ich das möchte. kompakte sanitärflächen (will ja nicht darin tanzen) und die küche ist mit fast 5 lfm. meiner meinung nach auch ausreichend. 2. fluchtweg über den "laubengang" (treppe benutzt doch sowieso niemand), wer große glasflächen nicht mag, bezieht halt eine andere wohnung. ich finds gelungen. wahrscheinlich ist der miet-/kaufpreis aber nicht ganz meine liga. naja, schade.

15

Oma | 03.09.2015 15:02 Uhr

2. Rettungsweg

Sicherheitstreppenhaus....
(der einfachen Form - über Außenraum)

14

M.v.Rohe | 03.09.2015 13:34 Uhr

Flexibilität

Super schöne Straßenfassade und endlich mal ein klarer Grundriss. Das Tolle ist doch die beschriebene Flexibilität des Grundrisses. Um mehr Sturaum zu erzeugen, muss man lediglich ein zwei Wände anders stellen.

Persönlich hätte ich das Bad und die Küchenzeile vergößert und die Türposition so angepasst, dass man hinter der Tür noch etwas abstellen kann.

Naja und bodentiefe Fenster in der Stadt ist halt ne "Typ - Sache"...für mich kein Problem

Zum Innenhof fällt mir auber auch nicht soviel positives ein. Vielleicht ein schlechtes Foto...;)

13

joscic | 03.09.2015 13:01 Uhr

Besser als das meiste in Berlin

Bad und Küche mittig und Erschließung drumherum ist doch sehr effizient. Die Grundrisse sind mE nicht zu knapp bemessen und ins Bad passt sogar eine Waschmaschine. Die Fassade hat sehr subtile Bezüge zur Nachbarbebauung ohne zu historisieren.

Aber
Auch wenn die Vorderseiten nach Norden blicken, finde ich dann doch den Aussenbezug fehlend. Ich sitze grade in einem derartigen Aquarium und nach der Arbeit ein ebensolches heimzukehren mag ich mir nicht vorstellen.
Die unschönen Stufen in Bild 5 sind aus dem Schnitt nicht nachzuvollziehen. Der Dachaufbau ist wohl doch etwas größer ausgefallen.

Aber
Man schaue sich nur mal das nagelneue Gründerzeit Haus gegenüber an.

12

maestrow | 03.09.2015 11:29 Uhr

Detailfragen

Nicht nur der Zugang von der Lifttür aus und ins Treppenhaus über einen ebenso verkrampften und hässlichen Laubengang wäre einen Lokalaugenschein wert. Wie kommt Atemluft straßenseitig ins Innere? Verlassen sich die vollverglasten Bewohner auf die Zwangslüftung des Niedrigenergiegebläses? Herr Corbusier konnte das schon mal eleganter. Obwohl es schon damals nicht wirklich funktioniert hat...

11

prenzelwixer | 03.09.2015 11:00 Uhr

zwanghaft

wir wollen ja nicht so spießig sein - aber die bäder sind für die wohnungsgröße doch sehr klein geraten - und nur in der wanne zu duschen ist auch nicht wirklich zeitgemäß - gleiches gilt für die zwanghaft positionierten küchen die wohl der plangrafik geschuldet sind
es wäre interessant zu erfahren wie der alleinige wohnungszugang über den aufzug geregelt ist und im alltag bei besuch funktioniert .-)
und wie funktioniert der 2.rettungsweg - im vorderhaus krabbelt oma aus der fensterklappe im hinterhaus bleibt sie einfach drin .-)
...aber besser als der investorenkram ist es allemal

10

Genius_loci | 03.09.2015 02:16 Uhr

"Vorne fix, hinten nix"


Wie mein Vorredner (Nr. 3) bereits treffend bemerkte, fällt der große qualitative Bruch zwischen Straßen- und Hoffassade auf. Das immerhin führt die Tradition der meisten Gründerzeitbauten fort, zu denen der Neubau in direkter Nachbarschaft steht. Ist "hinten" das Geld ausgegangen, die Lust am Gestalten - oder womöglich beides?

Noch was: "Dezent heben zanderroth die Schauseite von dem umliegenden Altbaubestand ab". Ein wunderbarer Euphemismus, liebe BauNetz-Redaktion!

Ansonsten ein durchaus gelungenes Projekt. Und bestimmt findet sich bei Manufactum etc. auch ein passender Designer-Vorhang zur Wiederherstellung der Privatsphäre im Loftschlafgemach.

9

jojo | 02.09.2015 21:14 Uhr

an der Straße hui, im Hofe pfui

Tolle Fassade auf der Straßenseite, aber die Grundrisse und die Hofansicht sind nicht wirklich überzeugend. So ein durchgesteckter Typ kann viel mehr Qualität liefern, als beispielsweise ein innenliegendes Bad, was zudem im Zentrum der Wohnung liegt (?). Bei der 3 Zimmer Wohnung hat man sich mit zwei annehmbaren und einem schlauchförmigen dritten Individualraum begnügt, da hätte man noch ein wenig mehr zeit in die Planung investieren müssen!

8

bensavall | 02.09.2015 18:49 Uhr

auf's bett geschaut

Die Verglasung ist sicherlich eine Attraktion für junge und erfolgreiche Menschen die sich gerne in allen Lebenslagen und ohne Scham darstellen möchten oder gut geeignet für Vorhangfetischisten.

Vor dreißig Jahre waren in Kreuzberg unter den jungen Wilden ja auch Vorhänge verpönt und spießig! Ich gehe aber mal davon aus, dass die Durchsicht sich mit der Zeit ganz von allein reguliert, denn mir ist nicht ganz klar, wie Festverglasung von außen gereinigt werden kann!

7

api | 02.09.2015 18:04 Uhr

Erschließung

Wie kommt man aus der Wohnung ins Treppenhaus ?

6

Mario Mertens | 02.09.2015 17:34 Uhr

Genau

Da mus ich meine Vorredner zustimmen. Architekten scheinen nicht viel zu besitzen :)...Aber bei der Belichtung und Einsicht vom Haus gegenüber wird auch jeder immer aufräumen. Leider gilt für die Strassen und Hofseite: Vorne hui, Hinten *ui.

5

serdika | 02.09.2015 17:28 Uhr

Bodentiefe Verglasung

Bodentiefe Verglasung wollen doch Alle! Französische Fenster mal zeitgenössisch interpretiert. Klasse! und eine Gardine. Warum denn nicht?
Die Straßenfassade wirkt fast wie das Invers der umliegenden Bebauung von Geschlossen zu Glas.

Endlich mal ein wenig Mut in Bunker-Berlin.

Bild 6 ist super...im Bestand ist da nicht viel weniger Glas.

4

H. Roth | 02.09.2015 17:19 Uhr

Sensibilität

"Andere machen es da sensibler" ... aber der sensible Beobachter merkt, dass es städtebaulich genau so wenig passt.

3

Designer | 02.09.2015 16:09 Uhr

unters Bett geschaut

Liebe Architekten!

Egal wo, viel Licht steigert die Wohn- und Arbeitsqualität - keine Frage. Bodentiefe Verglasung geht aber nun mal immer zu Lasten der Privatsspäre. So auch hier. Ich will partout nicht dass mir die Nachbarn auf's oder sogar unters Bett schauen können.

Wenn ich dort wohnen würde wäre ein Sichtschutz das Erste was ich anbringen würde. Und da finde mal einen schönen der Licht rein aber Blicke draussen lässt.

Eindeutig, sieht hübsch aus - brauchbar ist das aber nicht.

Und bei der Rückansicht entfällt sogar der erste Teil des Satzes.

... aber ich bin ja nur ein Designer ... ;-)

2

pozzo | 02.09.2015 16:08 Uhr

Erschließungsthema ...

… kann ich nicht erkennen; jedenfalls ist's auf den Bildern nicht zu sehen. Und überhaupt: was hat das ganze mit diesem merkwürdigen Carloft zu tun? Irgendwie waren die Meldungen auch schonmal pointierter.

1

Mr. Riös | 02.09.2015 16:04 Uhr

schön!

schöne Strassenfassade und auch innen sauber detailiert.

Aber bei den Grundrissen, darf man ja wirklich nicht viel besitzen. Weder mehr als die gezeichneten Möbel noch das ganz normale Hab und Gut finden hier Platz :(

 
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