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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wiedereroeffnung_von_Mies_van_der_Rohes_-Haus_Lange-_und_-Haus_Esters-_in_Krefeld_7217.html

16.06.2000

Zwei Villen

Wiedereröffnung von Mies van der Rohes „Haus Lange“ und „Haus Esters“ in Krefeld


In Krefeld werden am 17. Juni 2000 nach zweijähriger Restaurierung die 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe erbauten Privatvillen „Haus Lange“ und „Haus Esters“ als Museen für zeitgenössische Kunst wieder eröffnet.
Die denkmalgerechte rund 4,5 Millionen Mark teure Restaurierung dieses herausragenden Architekturensembles der klassischen Moderne übernahm das Krefelder Büro Reymann Architekten.
Haus Lange und Haus Esters, die zu den Inkunabeln der modernen Architektur zählen, gehören zu den wenigen Projekten, die Mies van der Rohe in Deutschland realisierte. Er plante die zweigeschossigen Backsteinbauten am Krefelder Stadtrand für die Direktoren der Krefelder Vereinigten Seidenwebereien. Die Villen, die einen L-förmigen Grundriss variieren, verfügen über große repräsentative Gesellschaftsräume im Erdgeschoss. Im Obergeschoss wurden die Privatbereiche untergebracht. Die Häuser beziehen ihre Qualität vor allem aus den fließenden Übergängen zwischen innen und außen, die in der Abfolge der Innenräume ihre Fortsetzung finden. Bereits seit 1955 werden die Häuser als Museen genutzt. Dabei bilden sie den Rahmen für die Präsentation zeitgenössischer Kunst und wurden auch selbst zu Anschauungsobjekten.
Die Architekten legten bei der Restaurierung der Bauten die Prämisse auf den Erhalt der bestehenden Bausubstanz. Wo dies nicht möglich war, glichen sie die Reparaturen soweit möglich dem bauzeitlichen Stil an. Sie rekonstruierten die verklinkerten Stahlskelettbauten bis ins Detail und ersetzten im Zuge dessen auch angerostete Stahlarmierungen in Decken und Mauerwerk.
Anlässlich der "Euroga 2002plus" sollen auch die Gartenanlagen denkmalgerecht restauriert werden. Die dringend notwendige Instandsetzung der Häuser geht auf eine Privatinitiative des Architekten Klaus Reymann zurück, der zu diesem Zweck bereits 1995 die Krefelder Baudenkmalstiftung gründete. Unterstützt wurde die Privatinitiative vom Förderkreis Krefelder Kunstmuseen. Die Sanierungskosten von rund 4,5 Millionen Mark wurden zu 80 % vom Land Nordrhein-Westfalen getragen, der Rest durch private Spenden finanziert.
Zur Wiedereröffnung der Villen wird eine Ausstellung mit Arbeiten des international bekannten Künstlers Thomas Ruff gezeigt, der sich in einer Fotoserie mit der Architektur Mies van der Rohes auseinander gesetzt hat. Zum ersten Mal wird auch das aus den frühen 20er Jahren stammende Gartenhaus von "Haus Esters" als Ausstellungsort genutzt, hier sollen in Zukunft jährlich wechselnde Installationen gezeigt werden.
Am 18. Juni 2000 haben Besucher die Gelegenheit, in einem Tag der Offenen Tür die Architektur Mies van der Rohes erstmals wieder im "Urzustand" zu erleben. Gleichzeitig werden an diesem Tag auch die Ausstellungen der beiden Künstler Thomas Ruff und Hannelore Reuen (alias Gregor Schneider) eröffnet und in der Dokumentation "Zwei Villen" erfahren die Besucher Wissenswertes über die Krefelder Bauten und ihren Architekten.

Eine weitere Aufnahme der beiden Villen ist als Zoom-Bild hinterlegt (Quelle: Strücken, Krefeld).


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