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08.09.2020

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Prominente Netzerweiterung

Wettbewerb für zwei Moskauer Metrostationen entschieden


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Mit rund 400 Kilometer unterirdischen Gleisen, aktuell 269 Stationen und neun Millionen Fahrgästen täglich gehört die Moskauer Metro zu den größten U-Bahn-Systemen der Welt. Das 1935 in Betrieb gegangene unterirdische Transportsystem hat zudem die tiefsten Tunnel und Bahnhöfe. Die sehr prunkvoll ausgestatteten und teilweise welterbegeschützten Stationen, die sich unter Stalin die Zuschreibung „unterirdische Paläste für das Volk“ verdienten, sind der ganze Stolz der Moskauer. Verständlich, dass der kontinuierliche Ausbau des Metronetzes in schwierigen politischen und wirtschaftlichen Zeiten vielen als Zeichen der Hoffnung gilt.

Die Bauaktivitäten sind in der Tat umfangreich. Seit 2011 wurden 98 Streckenkilometer und 48 Stationen neu gebaut. Seit 2014 gab es bereits vier internationale Architekturwettbewerbe für die Gestaltung von neun neuen U-Bahn-Stationen. Beim Ende August entschiedenen, fünften Wettbewerb ging es um zwei Stationen am zweiten Moskauer Ring: Die Umsteigestation „Prospekt Marshala Zhukova“ koppelt ganz im Osten die „Bolshaya Koltsevaya“-Linie an die „Rublyovo-Arkhangelskaya“-Linie. Die Umsteigestation „Klenovy Bulvar 2“ im Süden auf der Strecke „Bolshaya Koltsevaya“ verbindet zur neuen „Biryulevskaya“-Linie.

Damit der Wettbewerb weltweite Strahlkraft entwickeln kann, hat das auslobende Bauunternehmen Mosinzhproekt mit Unterstützung der Stadt und Stadtarchitekt Sergei Kuznetsov die bei internationalen Wettbewerben erfahrende Agentur Center mit der Organisation beauftragt. Zum zweistufigen Verfahren waren Teams von Architekten, Ingenieuren, Planern und  Projektsteuerern aufgerufen. 113 Bewerbungen aus 12 Ländern waren eingegangen, jeweils fünf Finalisten wurden für die zweite Runde ausgewählt. Die Teilnehmer sollten sowohl Ideen für die Eingangsgebäude als auch ein unterirdisches Gestaltungskonzept vorlegen. Die 11-köpfige, ausschließlich russisch besetzte Jury unter Vorsitz des stellvertretenden Moskauer Bürgermeisters Andrey Bochkarev entschied folgendes Ergebnis:

„Klenovy Bulvar 2“


  • 1. Preis Team Zaha Hadid Architects (London), A-project, Krost (Moscow); Arup Lighting (London); Systematica s.l.r (Mailand)
  • 2. Preis Architectural Bureau KPLN LLC (Moskau)
  • 3. Preis Blank Architects CJSC (Moskau)
  • 4. Preis Team Buro Vozduh (Moskau), WP ARC Plan GmbH (Hannover)
  • 5. Preis ABTB LLC (Moskau)


„Prospekt Marshala Zhukova“

  • 1. Preis ASADOV Architectural Bureau (Moskau)
  • 2. Preis MAParchitects LLC (Moskau)
  • 3. Preis Team NOWADAYS LLC (Moskau), Architects of Invention (London)
  • 4. Preis ABTB LLC (Moskau)
  • 5. Preis Blank Architects CJSC (Moskau)


Mit der Wahl des Teams um Zaha Hadid Architects zum Sieger der „Klenovy Bulvar 2“-Station hat der Wettbewerb nun auch die gewünschte internationale Schlagzeile bekommen. Elegant, schwerelos, transparent, voller Licht und klarer Linien biete die Station Komfort und reduziere den Stress, der mit dem Leben in einer Metropole verbunden ist – heißt es in der Presseerklärung. Neben der für das Büro typischen Formensprache konzentriert sich der Beitrag auf Licht und Beleuchtung für Sicherheit und Orientierung. Ein dynamisches System zur Regulierung des Lichtfarbtons soll ankommende Züge ankündigen.

Deutlich mehr Pathos und Symbolik findet sich in der Beschreibung des Entwurfs von ASADOV Architectural Bureau. Mit rubinrotem Licht, goldenen Akzenten und scharfen geometrischen Mustern soll er an den Großen Vaterländischen Krieg und die damit verbundene Tapferkeit des sowjetischen Volkes erinnern. Die Eingangspavillons sind wie riesige rote Dreiecke geformt. Dunkle Wände sollen die Tragödie des Krieges symbolisieren, das rote Licht dem Innenraum Feierlichkeit verleihen, goldene Lichtstrahlen ein geometrisches Lichtmuster an der Decke erzeugen.

Die Gewinnerteams, so heißt es in der Pressemitteilung etwas verklausuliert, sollen nun einen Vertrag über die Darstellung ihrer Gestaltungsansätze erhalten, die als Grundlage für die weitere Planung und Genehmigung dienen. (fm)

Zum Thema:

www.design-metro.ru


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Kommentare

6

tiffy fiffy | 10.09.2020 10:44 Uhr

im zug nach nirgendwo

...endlich macht u-bahn surfen wieder spaß!
da soll mal einer sagen, der russische staat tut nix für seine jugend...

...die oligarchi in russland hat die hemden gewechselt, weg vom kronleuchter und pelzmantel, mehr understatement mit flutschigem hadid-design.

klischee?

eine u-bahn fashionveranstaltung.
wow, die können es einfach!

weich und cremig das licht,
sternenhimmel in den verkehrskasematten,
so nice...

wie man sieht:
architektur ist unpolitisch.
alles für jeden.
jeder für alles.

5

Lars K | 09.09.2020 10:29 Uhr

Hadid?

Müsste man nicht langsam von Patrik Schuhmacher Architects sprechen? Von Hadid sind das sicher keine Entwürfe mehr, nicht mal scribble. Was rechtfertigt dann noch die Weiterführung des berühmten Namen?

4

Dr. Yikes | 09.09.2020 08:35 Uhr

Grandios

Hadid mal wieder herausragend, aber auch die anderen Teilnehmer machen einfach Spaß.

Meanwhile in Berlin, mit viel Glück werden die Stützen mal wieder gestrichen...

3

STPH | 09.09.2020 08:08 Uhr

Lichträume


war zwar schon immer möglich aber jetzt erst so richtig. Am schönsten als Tageslichteffekt von dahinter wie Bild 15 gerade für nördliche Städte. Eigentlich muss die ganze Lichtarchitektur in diese Richtung, das man etwa in einem Schatten im Licht sitzt. Wie kann man die Fensterflächen einbinden? Etwa als Raumreflex

Architektur als Tag gestalten, vielleicht sogar schöner als der Tag

2

XVM | 08.09.2020 16:31 Uhr

uff

Alles kitschig und klobig,
da ist ja hadid sogar dezent gegen. Unglaublich, dass ich so etwas mal sagen kann.

1

peter | 08.09.2020 15:58 Uhr

metro moskau

ein salomonisches jury-urteil: eine station im internationalen hightech-style von hadids kollegen, die zweite voll in der tradition der sowjetischen u-bahn-architektur mit anleihen aus den stationen kropotkinskaja (moskau), oktjabrskaja/kastrytschnitskaja (minsk) usw. - beim thema "großer vaterländischer krieg" lässt man sich in russland eben nicht lumpen - roter stern im grundriss, (blut-?)rote säulenbekleidungen, fackelmotiv.
etwas mehr innovation wäre vielleicht aber doch möglich gewesen.

 
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„Klenovy Bulvar 2“ 1. Preis Team Zaha Hadid Architects (London), A-project, Krost (Moscow); Arup Lighting (London); Systematica s.l.r (Mailand)

„Klenovy Bulvar 2“ 1. Preis Team Zaha Hadid Architects (London), A-project, Krost (Moscow); Arup Lighting (London); Systematica s.l.r (Mailand)

„Klenovy Bulvar 2“ 1. Preis Team Zaha Hadid Architects (London), A-project, Krost (Moscow); Arup Lighting (London); Systematica s.l.r (Mailand)

„Klenovy Bulvar 2“ 1. Preis Team Zaha Hadid Architects (London), A-project, Krost (Moscow); Arup Lighting (London); Systematica s.l.r (Mailand)

„Prospekt Marshala Zhukova“ 1. Preis ASADOV Architectural Bureau, Russland

„Prospekt Marshala Zhukova“ 1. Preis ASADOV Architectural Bureau, Russland

„Prospekt Marshala Zhukova“ 1. Preis ASADOV Architectural Bureau, Russland

„Prospekt Marshala Zhukova“ 1. Preis ASADOV Architectural Bureau, Russland

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