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04.04.2006

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Tellurische Bewegungen

Wettbewerb für Grube Messel entschieden


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Am 30. März 2006 wurde der Wettbewerb für ein Informationszentrum für die Unesco-Weltnaturerbestätte Grube Messel entschieden. Das Besucherzentrum für die berühmte Fossilienfundstätte bei Darmstadt soll von dem Wiesbadener Büro Zaeske und Maul gebaut werden.

Der mit 42.500 Euro dotierte Wettbewerb wurde für ein Besucherinformationszentrum ausgelobt, in dem über den geopaläontologischen Wert der Grube Messel informiert wird. Auf einer Nutzfläche von 740 Quadratmetern soll das Gebäude ein Kino mit Vortragssaal, eine Schaupräparationswerkstatt und ein Bistro und Laden aufnehmen.
Auf 460 Quadratmetern werden Informationen zu Landschafts- und Industriegeschichte, Vulkanismus und der Entstehung von Maaren, Regenwald, Klima und Evolution vermittelt. Das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sieht für den Neubau 3,4 Millionen Euro vor. Die Jury, der auch Werner Durth und Volker Staab angehörten, entschied sich aus 42 vorausgewählten Beiträgen für folgende Platzierung:

  • 1. Preis (20.000 Euro): Zaeske und Maul, Wiesbaden, zusammen mit den Landschaftsarchitekten Bittkau, Bartfelder + Ingenieure, Wiesbaden

  • 2. Preis (12.500 Euro): Landau + Kindelbacher, München, zusammen mit Keller Landschaftsarchitekten

  • ein 3. Preis (5.000 Euro): Hess/Talhof, München, zusammen mit ver.de Landschaftsarchitekten

  • ein 3. Preis (5.000 Euro): Lamott Architekten, Stuttgart, zusammen mit TOPOTEK 1
Der Siegerentwurf sieht einen schmalen, eleganten und leicht geschwungenen Baukörper vor, der in die wellige Landschaft eingebaut und in Teilen unterirdisch angelegt wird als Kreuzungspunkt für innere und äußere Beziehungen mit Themengärten im Freien und Informationsorten im Inneren.

Die Verfasser formulierten ihre Überlegungen wie folgt: „Einerseits zwingt der Topos der Grube Messel, sich mit der schwierigen Gegebenheit eines Standortes zu messen, der durchdrungen wird von Gruben, Halden und Industrieartefakten. Andererseits empfiehlt er, nicht einen einzigen sich abhebenden Bau zu erschaffen, sondern eine architektonische Landschaft. Die Komplexität, die sich in der Natur des Themas selbst ausdrückt, bringt den Besucher von der Oberfläche (Landschaft) in die Erde hinein, wo sie sich selbst langsam in den Zeiten aufgeschichtet hat. So entsteht eine architektonische Landschaft, als ob eine tektonische Platte nach einer Telurischen Bewegung aus der Erde herausträte und in einer gewundenen Bewegung das Gelände begleitet, eine Platte, um die man herumgehen kann, die man ersteigen, durchqueren und in die man sich versenken kann.“


 
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