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30.09.2019

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Hascher Jehle gewinnen

Wettbewerb Volkstheater Rostock


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Schon seit längerem werden in Rostock Pläne für einen Neubau des Volkstheaters diskutiert. Eine dringend notwendige Sanierung des Bestandsgebäudes in der Doberaner Straße – selbst nur ein nach dem Zweiten Weltkrieg umgebautes Vereinshaus – erwies sich als unwirtschaftlich. 2018 genehmigte die Rostocker Bürgerschaft schließlich ein Investitionsvolumen von 110 Millionen Euro für einen Neubau. Für dessen Realisierung stellt ein Wettbewerb nun den nächsten Schritt dar.

Der Ausschreibung für den Theaterneubau in Rostock ging 2015 ein städtebaulicher Wettbewerb für die Neuordnung der zentralen Areale Am Bussebart und Stadthafen voraus. In seinem Zusammenhang legte die Stadtverwaltung den Standort eines möglichen Theaterneubaus Am Bussebart fest. Die Lage für das zukünftige Volkstheater ist prominent, städtebaulich jedoch bisher ungefasst: Wo heute Autos zwischen Stadthafen und Lange Straße parken, sollen zukünftig Schauspiel, Oper, Musik und Tanz in einem zeitgemäßen Vier-Sparten-Theater dargeboten werden. Für den nichtoffenen Realisiserungswettbewerb qualifizierten sich zehn Büros. Die 13-köpfige Jury unter Vorsitz von Peter Eickholt (Architekt, Neckarsteinach) und mit Sachpreisrichter Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen vergab schließlich folgende Platzierungen:


Des weiteren nahmen folgende Büros an dem Wettbewerb teil:


„Selbstbewusst, elegant und sensibel“ reagiert der Siegerentwurf von Hascher Jehle Assoziierte laut Jury auf die stadträumlichen und topografischen Besonderheiten des Ortes. Vor allem die Grundrissorganisation, das Nutzungskonzept und die allseitige Fernwirkung der begehbaren Gebäudeskulptur wird vom Preiskomitee positiv hervorgehoben. Bei dem drittplazierten Entwurf von Bez + Kock Architekten gefiel der markante, klar und kompakt geformte Baukörper sowie die Gliederung des Theaterplatzes. Der ebenfalls drittplazierte Entwurf von pfp architekten ergänzt laut Juryprotokoll die westliche Torsituation der repräsentativen Lange Straße und bietet eine durch auskragende Körper wohlproportionierte und differenzierte Fassadengestaltung des „gläsern schimmernden Kubus'“.

Trotz klarer Hierarchisierung der drei Preisträger geht der städtische Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock (KOE) mit allen dreien gleichsam in Verhandlung. Mit einem der Büros soll schließlich ein Planungsvertrag geschlossen werden, der das beauftragte Büro bis zur Genehmigungsplanung bindet. Bis Ende diesen Jahres sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein, die Umsetzung des Theaterneubaus wird vorraussichtlich die KOE selbst übernehmen. Man rechnet mit einem Baubeginn 2022.

Text: Carolin Lichtenstein


Die Entwürfe werden vom 7. bis zum 11. Oktober im Foyer des Rostocker Rathauses ausgestellt, danach können sie noch bis zum 25. Oktober in den Räumen der RGS, Am Vögenteich 26, besichtigt werden.


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Kommentare

11

mages | 10.10.2019 09:43 Uhr

Um- oder Neubau?

Bez + Kock, pfp architekten, Untertrifaller Architekten, gmp Generalplanungsgesellschaft, asp Architekten, DFZ Architekten; beim Anblick der Entwürfe dieser Büros bin ich mir sicher gewesen, dass sie für einen Umbau eines bestehenden Gebäudes entstanden sind. Der Artikel besagt anderes, was das über die Entwürfe sagt, bin ich mir nicht sicher.
Insgesamt beschleicht mich das Gefühl, dass alles schon mal gesehen zu haben, bei vielmo architekten meine ich, ein bisschen Gewandhaus Leipzig entdecken zu können, aber vielleicht assoziiere ich auch zu viel?
Insofern finde ich die Wahl des 1. Preises akzeptabel, zumal die formensprachliche Alternative von Max Dudler Architekten dann doch nach allem aussieht, nur nicht nach Theater ...

10

reto | 01.10.2019 13:54 Uhr

beispiele

positive Beispiele gibt es doch genug. Mir fiel gleich die Polnische Philharmonie in Stettin ein.
Beim hiesigen Wettbewerb finde ich auch die Ansätze der beiden Drittplazierten gar nicht so schlecht, jedoch offenbart die Straßenansicht m.M.n. bei allen Platzierten irgendwie eine Verweigerung des Umgangs mit dem öffentlichen Raum. Das ist mir zu wenig Platz für das städtische Leben vor so einem Gebäude. Daher vielleicht auch der Eindruck von Bürobauten. Vielleicht auch zu viel Raumprogramm für zu wenig Grundstück?

9

Archi Tekt | 01.10.2019 09:22 Uhr

Oh weh

Kann mich leider nur anschließen - das ist dann doch alles leider sehr belanglos. Sehr schade das Ergebnis. In der allgemeinen Wichtung mag die 1. Platzierung in Ordnung gehen, aber doll ist das nicht.

@ denkste: Musikkens Hus in Aalborg wäre ein Beispiel. Über die äußere Gestaltung mag man streiten können (an dem Platz geht das für mich sehr in Ordnung!) - die Innenräume sind aber tatsächlich großartig.
Die Aufgabe zu Rostock recht vergleichbar.

8

.,- | 01.10.2019 08:54 Uhr

Giovanni

wie wahr .... wie wahr ...

Leider in Baunetz fast immer so, da fragt man sich warum die Architektur in Deutschland nur Mittelmaß ist wenn die Diskurs schon so toll ist ....

7

Giovanni | 30.09.2019 22:45 Uhr

Hohle Worte

Na hier haben sich ja ein paar Voll-Profi-Architekturkritiker versammelt.

6

alter schwede | 30.09.2019 19:18 Uhr

ich versteh es nicht

Wann dürfen denn eeeendlich mal die Jungen ran? Was für ein Formmüll. In Dänemark, der Schweiz, England, Frankreich, Schweden... überall wird die Projektsuche für alle geöffnet. Kann mir jemand erklären warum nicht hier in Deutschland?

5

chris | 30.09.2019 18:40 Uhr

Wettbewerb Volkstheater Rostock

Also unverständlich das so ein wabriger Grundriss an der langen Straße gebaut werden darf, zumal mit dieser an belanglosigkeit nicht zu übetreffenden Fassade. Utilitaristische überlegungen der Realisierbarkeit hin oder her. Seltsam das dass Rendering auch eines der wenigen ohne Umgebung ist, denn auf diese wird nicht im geringsten eingegangen. Da wird ein hochkarätiges Ensemble der Ostmoderne welches mehrere Zeitschichten umfasst einfach kaputt gemacht und diskreditiert. Da musste sich der Bezirk Rostock gegen alle möglichen dirigistischen Eingriffe aus Ostberlin durchsetzen um das zu schaffen und dann kommen ein paar Westberliner und diskreditieren das einfach. Die übliche westdeutsche Arroganz und das 29 Jahre nach der Wiedervereinigung ...

4

mehmet | 30.09.2019 17:30 Uhr

meine Güte...

...das ist wirklich fast alles richtig schlimm. es sieht aus wie ein Rückblick auf einen Wettbewerb in den 90er Jahren.

Auch die Darstellungen, die Bilder....uff.....

Dabei ist die Aufgabe an sich doch spannend.
Fast jeder zweite Entwurf ist unter der Rubrik, das ist doch "SO WIE..." ... aber eben nicht original....

3

denkste | 30.09.2019 17:23 Uhr

Wettbewerb Volkstheater Rostock

an die bisherigen Kommentatoren/Foristen:

Wo sind Ihre Beispiele anderer, oder Ihrer Meinung nach besserer Architektur?

Zeigen Sie Zeugnisse

2

Dr. Yikes | 30.09.2019 15:48 Uhr

Expertenmeinung

Max Dudler OK, er Rest ist ein Witz. Aber: wird nicht gebaut werden (Rezession) Puh!

1

peter | 30.09.2019 15:46 Uhr

äh...

wollte dudler da ein bürogebäude bauen oder was?

ansonsten sind das gute bespiele für belanglose architektur erdacht von deutschen architekturbüros. was hat uns bloß so ruiniert?

 
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1. Preis: Hascher Jehle Assoziierte, Ansicht Stadthafen

1. Preis: Hascher Jehle Assoziierte, Ansicht Stadthafen

Ein 3. Preis: Bez + Kock Architekten Generalplaner, Ansicht Stadthafen

Ein 3. Preis: Bez + Kock Architekten Generalplaner, Ansicht Stadthafen

Ein 3. Preis: pfp architekten, Ansicht Stadthafen

Ein 3. Preis: pfp architekten, Ansicht Stadthafen

1. Preis: Hascher Jehle Assoziierte, Ansicht Lange Straße

1. Preis: Hascher Jehle Assoziierte, Ansicht Lange Straße

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