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09.05.2018

Raffinierte optische Überschneidungen

Wettbewerb Geschichtsgalerie Tempelhof entschieden


Schritt für Schritt nähert sich Berlin der dauerhaften öffentlichen Nutzung des Flughafengebäudes von Tempelhof. Nachdem im Sommer 2016 ein Wettbewerb für den Umbau des westlichen Kopfbaus entschieden wurde, dessen Dach derzeit zur Aussichtsplattform ausgebaut wird, nimmt der Senat nun das komplette Dach in Angriff.

Auf dem überdachten Laubengang zwischen den beiden Kopfbauten im Westen und Osten ist eine rund 1.300 Meter lange Besucherpromenade geplant. Als sogenannte Geschichtsgalerie soll sie ein Panorama über das Tempelhofer Feld und Informationen zur Vergangenheit bieten. Außerdem sollten vier der insgesamt 13 Treppentürme neben der Erschließung der Galerie zugleich für Ausstellungen genutzt werden.

Für die Gestaltung der Dachgalerie und deren barrierefreie Erschließung hatten die Tempelhof Projekt GmbH und der Berliner Senat im Januar einen Wettbewerb für Architekten als Generalplaner im Team mit Tragwerksplanern, Fachplanern für Technische Ausrüstung und Austellungsgestaltern ausgelobt. 16 Vorschläge waren eingegangen. Unter Vorsitz von Jórunn Ragnarsdóttir entschied das Preisgericht wie folgt:

  • 1. Preis: Staab Architekten, Berlin , Tragwerksplanung: ifb frohloff staffa kühl ecker, Berlin, Technische Ausstattung: Winkels Behrens Pospich, Münster, Ausstellungsgestaltung: Staab Architekten, Berlin


  • 2. Preis: Guillermo Vásquez Consuegra, Sevilla, Tragwerksplanung: GSE Saar, Enseleit und Partner, Berlin, Technische Ausstattung: iwb Ingenieurgesellschaft, Braunschweig, Ausstellungsgestaltung: ICARIA Atelier Design + Media, Sevilla

  • Anerkennung: Nieto Sobejano Arquitectos, Berlin, Tragwerksplanung: Happold Ingenieurbüro, Berlin, Ausstellungsgestaltung: Tamschick Media + Space, Berlin

  • Anerkennung: Bruno Fioretti Marquez, Berlin, Tragwerksplanung: ifb frohloff staffa kühl ecker, Berlin, Ausstellungsgestaltung: Duncan McCauley, Berlin

  • Anerkennung: AFF Architekten, Berlin, Tragwerksplanung: ingenieurbüro ib-bauArt, Berlin, Technische Ausstattung: pi Passau Ingenieure, Ausstellungsgestaltung: Studio Neue Museen, Berlin


Das Team um Staab Architekten will die analoge Wahrnehmung mit einer virtuellen überlagern, die mit akustischen und digitalen Bildern produziert wird. Auf dem Dach stellen sie zudem mehrere Fernrohre auf, durch die man historisch bedeutsame Punkte ins Visier nehmen kann. Die Jury erkannte in dem Konzept „raffinierte optische Überschneidungen, welche in Analogie zu den Positionslichtern der Flugzeuge entwickelt sind, und das Konzept zu einer attraktiven, spielerischen Vermittlung der Geschichte ergänzen.“ Zudem stimmte die „hervorragende visuelle Darstellung des Projekts in allen Teilen“ die Preisrichter optimistisch.

Guillermo Vásquez Consuegra und Fachplaner hingegen strukturieren die Zeitschichten über ein durchgehendes Metallband, das als gedanklicher roter Faden mal am Boden, mal auf Hüfthöhe verläuft, mal als Sitzfläche und mal als Träger für Infotexte, Grafiken und Reliefs dient. Das Team um Nieto Sobejano will mit zwei fahrbaren Besucherplattformen die Besucher fordern und in Bewegung halten. Das Ausstellungskonzept von Bruno Fioretti Marquez beschränkt sich wiederum konsequent auf die Wirkung des Ortes, sie stellen alle Informationen als Augmented Reality auf dem Smartphone zur Verfügung. Das Team um AFF gliedert die Galerie in einen breiten Transitweg unter dem Laubengang und einen tieferliegenden Weg, der zugleich eine Sitzgelegenheit ergibt.

Noch vor dem Sommer soll im Verhandlungsverfahren entschieden werden, welcher der beiden mit einem Preis ausgezeichneten Vorschläge umgesetzt wird, erklärte die Ausloberin auf der gestrigen Pressekonferenz. Am 15. Mai 2018, bei einer Bürgerversammlung auf dem Flughafengelände, dürfen auch die Berlinerinnen mitreden. Knapp 20 Millionen Euro stehen aus der Gemeinschaftsausgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ von Bund und Ländern (GRW) für den Ausbau zur Verfügung. Spätestens 2021 sei der Tower zugänglich, sagte Jutta Heim-Wenzler, Geschäftsführerin der Tempelhof Projekt GmbH. Der Baubeginn für die Geschichtsgalerie ist für 2019 geplant. (fm)

Bis zum 26. Mai werden alle Wettbewerbsbeiträge im Bauteil H2 Rund des Flughafens ausgestellt, täglich von 13 bis 19 Uhr.


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Zu den Baunetz Architekten:

Staab Architekten GmbH


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1. Preis: Staab Architekten, Berlin

1. Preis: Staab Architekten, Berlin

2. Preis: Guillermo Vásquez Consuegra, Sevilla

2. Preis: Guillermo Vásquez Consuegra, Sevilla

Anerkennung: AFF Architekten, Berlin, Geschichtsgalerie

Anerkennung: AFF Architekten, Berlin, Geschichtsgalerie

Anerkennung: Bruno Fioretti Marquez, Berlin, Geschichtsgalerie

Anerkennung: Bruno Fioretti Marquez, Berlin, Geschichtsgalerie

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