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09.01.2020

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Cortenstahl im Steinbruch

Wanderroute im Elsass von Reiulf Ramstad Arkitekter und Parenthese


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Talisman oder Pforten zum Glück? Der Titel des elsässischen Wanderwegs Chemin des Carrières „Portes Bonheur“ ist durchaus mehrdeutig. Die poetische Promenade entstand nach Plänen von Reiulf Ramstad Arkitekter (Oslo) und Parenthese (Colmar). Sie gewannen 2016 den Wettbewerb, mit dem die Gemeinde Rosheim Ideen für die Umwandlung der alten Eisenbahnstrecke Rosheim–Saint-Nabor suchte.

Die Eisenbahnlinie, die sich durch die Vogesen schlängelt, wurde Anfang 2000 zusammen mit den Saint-Nabor-Steinbrüchen stillgelegt und der Natur überlassen. Ihre Wiederbelebung als Wander- und Radroute soll an die Vergangenheit der Orte erinnern und gleichzeitig etwas für die Zukunft der umliegenden Gemeinden schaffen.

Auf elf Kilometern wird in fünf Abschnitten die Geschichte des ehemaligen Steinbruchs erzählt – der Entdeckungsweg durch vergessene Landschaften wird durch verschiedene architektonische Eingriffe unterstützt. Für Reiulf Ramstad Arkitekter eine vertraute Aufgabe: Das Studio ist bekannt für die Gestaltung malerischer Aussichtspunkte entlang der nationalen Touristenrouten Norwegens wie die Plattform von Trollstigen am Fjord und die organischen, abgerundeten Form des Rastplatzes Selvika auf dem Havøysund.

Der Wanderpfad beginnt in Rosheim mit einem Cortenstahl-Pavillon aus unregelmäßigen konkaven und konvexen Formen, die eine Art Labyrinth schaffen. In diesem Bereich wurden die Gleise als Erinnerung an die Steinbrucharbeit erhalten und Sitzbänke zum Genießen der Aussicht hinzugefügt. Die nächste Station ist Boersch, wo sich der gleichnamige Fluss verbreitert. Hier planten die Architekten ein Amphitheater, um den Zugang zum Wasser zu erleichtern. Hinter dem Waldweg bei Leonardsau bilden zwei große Cortenstahlbleche ein Tor, um den Blick auf den Odilienberg zu rahmen.

Im ehemaligen Bahnhof Ottrotts wird die Geschichte der Eisenbahn gezeigt. Schließlich endet der Weg in Saint-Nabor: In einem der Steinbrüche, den die Natur sich langsam zurückerobert. Hier bietet die höchste Plattform eine Aussicht auf das Rosheim-Tal und die elsässische Ebene. Die Plattform ist ebenfalls aus Cortenstahl und hat den Grundriss eines Kleeblatts. So gilt für die Zukunft wie Vergangenheit der Gegend: Glückauf! (eb)

Fotos: Florent Michel 11h45


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Kommentare

1

auch ein | 10.01.2020 08:32 Uhr

architekt

sehr schön gemacht!

ein ewig lang diskutiertes projekt gegen viele widerstände,eine würdigung der geschichte.

und das nicht nur wegen dem cortenstahl ("hat ja auch was mit eisenbahn zu tun")

 
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Die Route beginnt in Rosheim mit einem Pavillon aus gebogenen Cortenstahl, dessen Formen ein Labyrinth nachbilden.

Die Route beginnt in Rosheim mit einem Pavillon aus gebogenen Cortenstahl, dessen Formen ein Labyrinth nachbilden.

In Leonardsau rahmen zwei aufrechte Cortenstahlbleche den Blick auf den Mont St. Odile.

In Leonardsau rahmen zwei aufrechte Cortenstahlbleche den Blick auf den Mont St. Odile.

Der Wanderweg führt entlang der ungenutzten Gleise.

Der Wanderweg führt entlang der ungenutzten Gleise.

Ein Aussichtspunkt in Form eines Kleeblatts ist die Endstation der Route Portes Bonheur.

Ein Aussichtspunkt in Form eines Kleeblatts ist die Endstation der Route Portes Bonheur.

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