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10.01.2019

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Modernistische Felskrone

Villa in Peru von Barclay + Crousse


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Wie würde eine modernistische Felsenburg aussehen? Vielleicht so wie Casa C3, eine luxuriöse Ferienvilla im peruanischen Badeort Marina Lancheros, die das im nahe gelegenen Lima ansässige Büro Barclay & Crousse für einen privaten Auftraggeber auf einer Klippe über dem Pazifik entworfen hat. Erneut ließen sich die Architekten Sandra Barclay und Jean Pierre Crousse bei der archaisch wirkenden Gestalt ihres Baus von den Felsformationen der peruanischen Wüste inspirieren, und ein weiteres Mal arbeiteten sie dabei mit rotem Beton.

Dort, wo sich die marsartige rotbraune Wüstenlandschaft von den Anden ins Meer schiebt, herrscht ein besonderes Mikroklima: Das ganze Jahr über liegt die Temperatur in einem angenehmen Bereich, und obwohl die Luft sehr feucht ist, gibt es kaum Regen. Diese Umstände erlaubten eine einfache, elementare Bauweise mit übersichtlicher Materialpalette. Zur Anwendung kamen Puzzolanzement, in der Umgebung geschlagener Stein sowie Fenster- und Türöffnungen aus Hartglas, Aluminium und Holz – fast wirkt es, als habe sich das aus mehreren monolithischen Baukörpern bestehende Ensemble aus der Spitze des Felsens herauskristallisiert.

Ausgeführt wurde der Bau von ortsansässigen Maurern in sorgfältiger Handarbeit – was zu einer Bauzeit von drei Jahren führte. Vor allem das tonnenförmig gewölbte und skulptural auskragende Dach stellte eine Herausforderung für die Arbeiter dar. Wie ein lang gezogener Schlussstein verbindet es zwei quaderförmige Volumen miteinander, zwischen denen sich ein großer, an beiden Längsseiten nur durch Glaswände begrenzter Wohnbereich erstreckt. Bei zurückgeschobenen Fenstern wird er zur schattigen Terrasse, durch die eine kühlende Meeresbrise weht.

Die 547 Quadratmeter große Villa mit grandiosen Ausblicken umfasst verschiedene Volumen, die organisch aus dem steinigen Untergrund herausmoduliert wurden. Sie erstrecken sich über vier stufenförmig zum Meer hin abfallende Plattformen, die durch Außentreppen miteinander verbunden sind. Ihnen sind die verschiedenen Nutzungen zugeteilt: Straßenseitig befinden sich Garage und Eingangsbereich auf einem Niveau, etwas höher und die gesamte Anlage überragend folgt der riegelförmige Wohn- und Kochtrakt, unterhalb von diesem liegen auf zwei weiteren Ebenen und unter begrünten Dächern die Bade- und vier Schlafzimmer – auch deren vollverglaste Wandseiten lassen sich komplett öffnen. Ganz am Fuß des 1.830 Quadratmeter messenden Grundstücks schließt ein großer Infinity Pool als Vorposten des Ozeans die Anlage ab – darunter nichts außer Felsen und Meer. (da)

Fotos: Cristóbal Palma


Kommentare

13

Baumeister | 15.01.2019 08:58 Uhr

...

Die Natur ist immer schön.

Bestenfalls prägt sie das in ihr zur Zweckerfüllung Gebaute und muss es nicht nur eine Zeit lang geduldig ertragen. Denn das Hässliche ist vergänglich, nicht das Schöne.

Architektur kann schön sein.

Dann berührt sie, wie die Natur, unsere Sinne, verzaubert, macht uns leicht.

12

Irre Instituschn | 14.01.2019 23:30 Uhr

street view

das ist doch mal nen gartenzaun! aber immerhin!: wenn man ganz nah ran fährt, geht immerhin die tür auf... also bitte! ...

(und ja: über schönheit kann man streiten, über die verteilung von "gerechtigkeit" MUSS man es!)


11

Darnok | 13.01.2019 00:20 Uhr

Kehrseite der Medaille

Zufahrtstor zu diesem privaten Grundstück in Peru: Streetview Koordinaten -11.770269, -77.191440

10

Designer | 11.01.2019 18:21 Uhr

München

Ein Glück, steht die Villa nicht in der Münchner Innenstadt.

9

Jan | 11.01.2019 16:57 Uhr

Schönheit für alle!

Sehr geehrte/r joscic,

ein haus MUSS schön sein; jetzt und immer, hier und überall.
Schönheit ist doch das, was das Leben lebenswert mach. Es ist doch der Genuss, der uns vorwerts treibt. Man möchte doch in einer schönen Umgebung sein oder von schönen Menschen umgeben.
Schönheit rein oberflächlich zu definieren wäre jedoch etwas zu banal; sie kann ja bekanntlich von Innen kommen oder in einer Idee oder Haltung bestehen. Spürt man beispielsweise eine soziale Haltung der Architektur, findet das gewiss manch einer schön.

Also bitte:

Mehr Schönheit für alle!

8

joscic | 11.01.2019 15:12 Uhr

Schönheit und Moral

Angesichts der Probleme in der Welt kommt mir die Diskussion über Schönheit manchmal auch schon obszön vor. Um es mit Brecht zu sagen: Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist. Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

Die Moderne geht jedenfalls über die Frage der Ästhetik hinaus. Sie ist aber leider auf einen Stil reduziert worden.

Mein Gedanke zum Wochenende: Darf ein Haus überhaupt schön sein?

7

Rudi | 11.01.2019 14:43 Uhr

@Nachbar

da muss ich sie enttäuschen!

6

Nachbar | 11.01.2019 11:39 Uhr

Obdachlose

..was für ein menschenverachtender und unwürdiger Kommentar des Herrn Rudi.
(ich kann da nur denken: "..hoffentlich ist Rudi kein Architekt. K..z!)

5

irgendjemand | 11.01.2019 11:12 Uhr

die Moral von der Geschicht'

man hätte auch wesentlich schlechteres tun können!

4

mehmet | 11.01.2019 10:21 Uhr

@dethomas

...dann schau doch mal SoBoN nach, sozialgerechte Bodennutzung, kommt natürlich nicht aus Berlin, sondern aus München und wird dort schon einige Jahre mit Erfolg angewendet.

Der Erfolg in unserem Land, zumindest der Erfolg de Vergangenheit, basiert nämlich bekanntlich gerade auf einem sozialen Miteinander, einer integralen Gesellschaft, Frieden, kommunalen Einrichtungen.

Das macht uns aus, das schafft ein Bildungsniveau, das uns wettbewerbsfähig gemacht hat und macht uns zu einem attrakiven Standort im internationeln Vergleich.

Warum sollten wir das denn aufgeben?

daher thomas, ganz schwache Argumentationskette...

3

dethomas | 10.01.2019 23:59 Uhr

rudi!

was hätten wir deutsche alles gutes tun können, wenn wir auf unseren reichtum verzichtet hätten und den standart von 1950 beibehalten hätten?

haben wir aber nicht! fertig.

("hätte, hätte, fahradkette")

2

rudi | 10.01.2019 16:22 Uhr

bin der erste....

Peru... warst du mal?
dafür könnest du dort sehr viel gutes tun und nicht nur einem reichen eine Villa bauen.

1

Rudi | 10.01.2019 15:52 Uhr

wow

einfach wunderschön. auch die Fotos sind sehr gelungen.

genießt die Meldung bis gleich die Kommentarspalte von Neidern gefüllt ist, die der Meinung sind, reiche Menschen dürfen nicht bauen und überall sozialbauwohnungen für heroinabhänhige Obdachlose gebaut werden müssen.

 
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In Architektur gegossene Wüstenlandschaft: die von Barclay + Crousse geplante Villa auf einem Felsen über dem Pazifik.

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Mimikry: Die erdige Farbgebung lässt den Bau nahtlos mit der rotbraunen Steilküste verschmelzen.

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Tempelartig: Die rohe, minimalistische Gestaltung setzt die umgebenden Felsformationen auf architektonische Weise fort.

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Moderne und komfortable Variante einer Höhlenbehausung: Auch die Innenbereiche sind durch archaischen Purismus geprägt.

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