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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Villa_in_Duesseldorf_von_Braunarchitektur_5538804.html

26.11.2018

Diaphane Hülle

Villa in Düsseldorf von Braunarchitektur


„Das geht nicht!“ und „Das haben wir noch nie so gemacht!“ – diese und ähnliche Reaktionen haben schon manche Architekten in Projektbesprechungen mit ihren Fachplanern erlebt. Um seine Vorstellung von einer homogenen Hülle für die Villa RW15 in Düsseldorf uzu verwirklichen, musste Dirk Henning Braun von Braunarchitektur aus Aachen einige Anstrengungen unternehmen. Das Team suchte eine ganze Weile, bis es einen Tragwerksplaner fand, der die luftdurchlässige, textile Hülle so berechnen konnte, dass statt der angenommenen 28 Tonnen Stahl nur noch 7 Tonnen benötigt wurden. Die zuvor angefragten Planer hatten die Konstruktion immer als geschlossenes Bauteil bewertet und somit viel massiver geplant.

Die geschlossenen Fassadenflächen und das damit einhergehende Fassadenmaterial waren aus Sicht der Architekten notwendig, da das Grundstück nach Osten, Westen und Norden sehr exponiert an einer Straßenecke liegt und eine gewisse Privatsphäre gewahrt werden sollte. Hinter das silberne Textil wurde eine Fassade aus abgedunkelten Metallsandwichpaneelen gesetzt. Die gewählte Lösung erzeugt den Eindruck einer homogenen Hülle, bringt aber – zusätzlich zu den Dachfenstern – genug Tageslicht in den 15 x 30 Meter messenden Baukörper. Diese Tiefe war notwendig, denn das Gebäude muss verschiedenste Nutzungen integrieren: eine Tiefgarage für mindestens vier Autos, ein Schwimmbad mit Nebenflächen, ein Atelier, Kinderbereiche, eine Einliegerwohnung für eine Haushaltshilfe oder Gäste und ein privates Kino.

Auch bei der Verglasung der Südfassade war bautechnischer und logistischer Einfallsreichtum gefragt. Die gewählten Fenster eines Schweizer Herstellers lagen bei einer zulässigen und geringen Durchbiegung von vier Millimetern auf fünf Metern Länge. Da sich der Stahlbau auf der Südseite des Grundstücks jedoch nach Einbringen der Lasten aus Böden und Einbauten absenkt, mussten diese eingebaut werden, bevor die Verglasung eingesetzt wurde.

Der Bauherr hatte übrigens über zwei Jahre hinweg das Fassadentextil vor die Terrassenverglasung seiner bisherigen Wohnung gespannt, um sicherzugehen, dass es sich hinter dem Textil auch gut wohnen lässt. (kh)

Fotos: Daniel Hartz


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Eine gläserne Fuge trennt den auskragenden Baukörper der Villa RW15 von Braunarchitekten vom Sockelgeschoss.

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Die Fassaden des ungewöhnlichen Hauses in Düsseldorf wurden großflächig mit einem silbernen Textil bespannt.

Die Fassaden des ungewöhnlichen Hauses in Düsseldorf wurden großflächig mit einem silbernen Textil bespannt.

An der Südfassade kam spezielles Glas eines Schweizer Herstellers zum Einsatz.

An der Südfassade kam spezielles Glas eines Schweizer Herstellers zum Einsatz.

Bei so viel ultraglatter, spaciger Perfektion ist man geradezu froh über die profanen Wellen im knallig bunten Teppich...

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