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04.07.2024

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Zirkuläres Bauen im Pfälzerwald

Versuchsbau der RPTU Kaiserslautern in Diemerstein


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Vorgestern wurde in Mainz der Holzbaupreis Rheinland-Pfalz vergeben. Die Auszeichnung vom Landesbeirat Holz Rheinland-Pfalz umfasst sechs Kategorien. Einer der Gewinner ist die t-lab Werk- und Forschungshalle in Diemerstein der RPTU Kaiserslautern. Sie erhielt einen von zwei gleichberechtigten Preisen in der Kategorie Forschung/Innovation.

Die Halle ist ein universitärer Versuchsbau für zirkuläres Bauen des 2014 gegründeten Forschungsbereichs t-lab – Holzarchitektur und Holzwerkstoffe an der RPTU unter der Leitung von Jürgen Graf und Stephan Birk (der seit kurzem an der TU München lehrt). Sie wurde im Rahmen eines Research-Design-Build-Prozesses mit Studierenden geplant und realisiert. Der 350 Quadratmeter große Raum kann multifunktional genutzt werden, von der Werkstatt bis zum Symposium.

Vor vier Jahren stellten wir die Planung für die Halle in dem kleinen Weiler Diemerstein vor. Den Ortsnamen sollte man sich merken, denn die RPTU möchte hier den t-lab Campus Diemerstein aufbauen. Auf zwei Baufeldern mit insgesamt 8.200 Quadratmetern Fläche sollen hier in den nächsten Jahren „innovative Holzbauten, angewandte Holzbauforschung und Versuchsbauten mit unterschiedlichen Nutzungen“ entstehen, schreiben die Verantwortlichen.

Der Entwurf folge der „konsequenten Forderung nach kreislauffähigen Materialien“, schreiben die Verantwortlichen und führen aus: „Das Primärtragwerk der Halle bilden vorgespannte Dreigelenkrahmen aus Buchenfurnierschichtholz GL 75 mit Knoten aus Kunstharzpressholz [die am t-lab entwickelt wurden]. Die aussteifenden Wand- und Deckenplatten bestehen aus Fichten-Brettsperrholz. Die kegelförmig gefrästen Konusadapter verbinden die flächigen Elemente mit den Rahmen. Außen folgt ein ebenfalls reversibler Wandaufbau: Weichfaserdämmebene, Konterlattung und vertikale Bretterschalung aus sägerauher Douglasie.“ Die Halle sitzt auf einer Trägerlage aus Stahl, gegründet auf Mikropfählen und mit einem Abstand von 30 Zentimetern zum bekiesten Boden.

Die Halle bildet den offiziellen Auftakt des t-lab Campus Diemerstein. Die Universität ist aber bereits etwas länger in dem Weiler präsent. 2010 erwarb sie hier eine historistische Villa samt Seminarhaus, das sie vor fünf Jahren erweitern ließ. Das enge Tal mag lauschig und abgelegen wirken, ist aber nur zwanzig Autominuten vom Stadtzentrum Kaiserslauterns entfernt. Noch wichtiger: Es gibt hier auch eine S-Bahn-Station. Ideale Voraussetzungen also, um hier zu arbeiten. Das erste große Symposium in der damals frisch fertiggestellten Halle im September letzten Jahres hatte jedenfalls hochkarätige Gäste. (gh)

Fotos: Andreas Labes


Zum Thema:

tlab.architektur.rptu.de

Vor anderthalb Jahren haben sich unsere Kolleg*innen von der Redaktion baunetz CAMPUS den Rohbau der t-lab Werk- und Forschungshalle angeschaut. Im Beitrag zeigen sie eine ausführliche Bildstrecke des Bauprozesses.


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Kommentare

7

auch ein | 07.07.2024 14:03 Uhr

architekt

@6:

ja es ist speziell.
aber man würde auch das nicht abbauen und einen wohnungsbau oder ein rathaus daraus machen, das widerspricht auch einer nach- oder neunutzung an anderem ort.
warum sollte man auch?

aber irgendwann brauchts vielleicht eine ähnlich genutzte, dann auch wieder gut gemachte, halle oder?

6

Christian Richter | 05.07.2024 14:40 Uhr

Einfach ein Neubau...

Also, man kann es ganz einfach zusammenfassen: es ist ein ganz normaler Neubau aus Holz und Stahl, mit Ausnahme der Schraubfundamente. Die Gestaltung mit sehr individuellen Formen (runde Fenster / extrem formalisiertes Tragwerk) widersetzt sich sowohl der Umnutzung als auch einem Umbau, anstatt diese zu ermöglichen oder zu fördern. Super Leistung!

5

tobias | 05.07.2024 10:14 Uhr

Wimmelbild

Ein herausragendes Erklärbild (Bild 12), das ohne Worte auskommt und die einzelnen Arbeitsschritte beschreibt, so dass es sogar Kinder verstehen.
Vielen Dank für diese tolle Arbeit.

4

Bitte noch zwei | 05.07.2024 09:58 Uhr

weitere Infos

nachliefern:
Wer hat die Statik gerechnet, bzw. mit wem wurden die schönen Anschlussdetails entwickelt?

Wie wird der Bau überwacht/evaluiert? Wenn wir alle von den Ansätzen lernen wollen, muss die Dokumentation gesichert sein.

Schönes Werk!
Danke + Grüße

3

auch ein | 05.07.2024 07:52 Uhr

architekt

sehr schön gemacht.
und für einen offenen raum und offene nutzung passt das.

im büro- oder wohnungsbau dann schwieriger weil man da aben nicht mehr sortenrein baut wenn man brandschutz, schallschutz etc braucht.

aber lasst die studenten weiterforschen (statt nur schön zu zeichnen), dann klappt das irgendwann!

2

Mainzer | 04.07.2024 16:02 Uhr

Einfach besser bauen

... dieser Ansatz ist goldrichtig, jedoch noch viel zu selten. Eine Übertragung auf den Wohnungsbau könnte auch große Chancen für (kostengünstige) low-tech-Feldfabriken eröffnen ...

1

stauBmeier | 04.07.2024 15:56 Uhr

Zirkuläres Bauen?

Daher die runden Fenster.
Wann wird denn die Burgruine Frankenstein weiter abgetragen?
Irgendeine Sau wird immer durchs Land getrieben.

 
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